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Börse beurteilt Kuoni skeptisch

Kuoni

Einen Tag vor der Generalversammlung des Schweizer Reisekonzerns Kuoni hat die Schweizer Börse den Aktienkurs deutlich zurückgestuft. Für eine Kuoni-Aktie wurden im frühen Geschäft 710 Franken bezahlt, 4,7% oder 35 Franken weniger als am vergangenen Freitagabend.

Laut Finanzanalysten und Börsenhändlern reagierte der Markt am Vortag der Kuoni-Generalversammlung (14.05.) auf die Äusserungen des von der Verwaltungsrats-Mehrheit für suspendiert erklärten Kuoni-Präsidenten Daniel Affolter.

Dieser hatte am Freitag nach Börsenschluss unter anderem erklärt, der letztjährige Kuoni-Gewinn von 115 Mio. Franken sei mit der Auflösung von Reserven im Betrag von 32 Mio. Franken geschönt worden, und das erste Quartal 2001 falle schlechter aus als jenes des Vorjahres.

Mit den Äusserungen sollte Kuoni offenbar geschadet werden, wird am Markt vermutet. Obwohl es schwierig sei, auf Grund des ersten Quartals Prognosen für den Ganzjahresabschluss zu machen, sei schon längere Zeit klar, dass das Halbjahresresultat unter jenem des Vorjahres liegen werde, hiess es weiter. Grund dafür sei die erstmalige Vollkonsolidierung der 1999 übernommenen schwedischen Firma Apollo, die weiterhin Verlust schreibe.

Machtkampf spitzt sich zu

Die Machtkampf um den Reisekonzern Kuoni spitzt sich vor der Generalversammlung vom Dienstag weiter zu. Am Wochenende haben Verwaltungsrat und Konzernleitung neue Vorwürfe des suspendierten VR-Präsidenten Daniel Affolter «mit Nachdruck» zurückgewiesen.

«Es ist vielmehr Daniel Affolter, der sich als VR-Präsident nicht scheut, mit unwahren Behauptungen einmal mehr vom eigenen Fehlverhalten abzulenken und dem Unternehmen mit falschen Informationen weiteren schweren Schaden zuzufügen», schreiben die Konzernleitung und der Kuoni-Verwaltungsrat in einem Communiqué.

Am Freitagabend hatte Affolter der VR-Mehrheit und der Konzernleitung vorgeworfen, in Skandinavien abenteuerliche Akquisitionen getätigt, Verluste vertuscht und mit der Auflösung von Reserven das Ergebnis verschönt zu haben. Ferner sei das Ergebnis des ersten Quartals schlecht, was auf ein mageres Gesamtjahr 2001 schliessen lasse.

Affolter war am Freitag als Präsident der Kuoni und Hugentobler-Stiftung zurückgetreten. Die Stiftung kontrolliert 25 Prozent der Stimmen. Sie darf ihr Stimmrecht am Dienstag (15.05.) nur im Sinne der Anträge des Verwaltungsrates ausüben. Andernfalls muss sie sich der Stimme enthalten.

Als Kuoni-Verwaltungsratspräsident will Affolter jedoch nicht zurücktreten.

swissinfo und Agenturen

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