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Credit Suisse rutscht in die roten Zahlen

swissinfo.ch

Der Finanzkonzern Credit Suisse Group (CSG) rechnet im dritten Quartal mit einem Verlust von 300 Mio. Franken. Mit dem Abbau von 2'000 Stellen bei der Credit Suisse First Boston soll 1 Mrd. Dollar gespart werden.

Für den Verlust sind verschiedene Faktoren von Bedeutung: der operative Verlust der Credit Suisse First Boston (CSFB), niedrigere Gewinne aus dem Versicherungs-Geschäft, die Wertberichtigung der Aktienbeteiligung an der Rentenanstalt/Swiss Life sowie Rückstellungen für die Swissair. Dies teilte CSG am Dienstag in einer Mitteilung mit.

Massiver Arbeitsplatz-Abbau bei CSFB

«Wir haben die negativen Auswirkungen des schwierigen Marktumfeldes deutlich zu spüren bekommen», wird CSG-Verwaltungsrats-Präsident Lukas Mühlemann in der Mitteilung zitiert. Bis Ende des Jahres 2002 sollen Einsparungen von 1,6 Mrd. Franken realisiert werden – hauptsächlich durch den Abbau von 2’000 Stellen bei der Investmentbank Credit Suisse First Boston.

Der Abbau betreffe die gesamte CSFB und alle Sparten, sagte CSG-Sprecherin Regula Arrigoni. Inwiefern die Schweiz davon betroffen werde, sei noch nicht bekannt.

Experten nicht überrascht

Finanzexperten sind von den Schritten der CSG nicht überrascht. Der Bank- und Finanzdienstleistungs-Konzern sei stärker als etwa die UBS im Investment-Banking exponiert, sagte Jean-Paul Petoud, Chef der Investment-Sparte bei der Banque Edouard Constant.

In guten Zeiten profitiere die CSG mit ihrer aggressiven Strategie überdurchschnittlich. In schlechten Zeiten sei es entsprechend umgekehrt. Als Beispiel nannte Petoud das Geschäft mit hochverzinslichen Anleihen (Junk Bonds).

Auswirkungen der Terror-Anschläge in den USA

Den Einbruch der CSFB mitverursacht hätten auch die Auswirkungen der Terroranschläge in den USA, heisst es in der Mitteilung. Der Bruttoertrag habe sich im dritten Quartal gegenüber dem zweiten Quartal um 20% reduziert. Verlustreich war das Investmentbanking-Geschäft der CSFB in den USA, wo in den ersten neun Monaten dieses Jahres rote Zahlen geschrieben wurden.

Kapitalverluste

Nicht realisierte Kapitalgewinne werden im zweiten Halbjahr auch auf das Resultat der Winterthur Versicherung drücken. Dies sei eine Folge der rückläufigen Aktienkurse in den Portefeuilles der Versicherungs-Einheiten, obschon der Aktienanteil laufend reduziert worden sei. Durch den Einbruch der Aktien der Rentenanstalt/Swiss Life um 40% erlitt die CSG einen unrealisierten Verlust von 400 Mio. Franken. Die CSG hält über 5% der Aktien.

Übermässiges Engagement bei der Swissair?

In Anbetracht dieser finanziellen Situation stellt sich die Frage, ob sich die CSG mit ihrem mehrere hundert Millionen Franken schweren Engagement bei der Swissair nicht übernommen hat. Davon will man bei der Grossbank nichts wissen. «Eine Schweizer Fluggesellschaft unter dem Dach der Crossair ist für den Wirtschafts-Standort, den Finanzplatz und das Tourismusland Schweiz unabdingbar. Wir können unseren Entscheid nach wie vor verantworten. Wir stehen zu ihm», sagte Andreas Hildenbrand, CSG-Pressesprecher gegenüber swissinfo.

Bei der Beurteilung des vierten Quartals bleibt die CSG zurückhaltend. Es sei weiterhin mit niedrigen Transaktions-Volumen und einem schwierigen Marktumfeld zu rechnen

Einbruch der Aktie

An der Börse wirkte sich die Gewinnwarnung in einem Kursverlust der CSG-Aktie aus. Zum Handelsschluss wurde das Papier zu 53,10 Franken gehandelt, 2,48% tiefer als am Vorabend.

swissinfo und Agenturen

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