Elektroschrott landet noch zu oft im Hauskehricht
Elektroschrott landet noch zu oft im Hauskehricht - aus mangelndem Wissen über die korrekte Entsorgung von Altgeräten. Die Rückgabe von Kühlschränken und Toastern wird unterschiedlich gehandhabt. Jetzt ruft das BUWAL nach einer einheitlichen Lösung.
Seit 1998 darf der alte TV-Apparat, der ausgediente Computer oder der kaputte Haarfön nicht mehr im Hausmüll oder im Sperrgut entsorgt werden. Sie müssen dem Händler, einer Sammelstelle oder einem spezialisierten Entsorger übergeben werden.
Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) hat am Dienstag (11.07.) vor den Medien in Bern eine «gemischte» Bilanz gezogen. 90 Prozent der Kühlschränke würden korrekt entsorgt. Kleingeräte wie Toaster oder Radiowecker landen indes immer wieder im gewöhnlichen Hausmüll.
Dies geschehe nicht mutwillig sondern aus Unwissenheit, sagte Hanspeter Fahrni, Chef der Abteilung Abfall beim BUWAL. Eine Umfrage bei 800 Personen habe ergeben, dass die Hälfte der Befragten nicht wüssten oder unsicher seien, wie Altgeräte korrekt zu entsorgen seien.
Jüngere Leute sind schlechter informiert als ältere. Ausserdem sei in der Westschweiz der Anteil der «Unwissenden und Unsicheren» erheblich höher als in der Deutschschweiz.
Uneinheitliche Rückgabesysteme
Die Verunsicherung ist auch auf die uneinheitliche Rückgabesysteme zurückzuführen. Alte Geräte können zwar meist bei den Geschäften oder Entsorgungstellen zurückgegeben werden. Doch die Finanzierung wird je nach Branche unterschiedlich gehandhabt.
Für die Entsorgung von Kühlschränken muss eine Rückgabegebühr bezahlt werden, bei Computern ist die Gebühr schon im Kaufpreis inbegriffen. Nochmals eine andere Lösung gilt für Geräte aus der Unterhaltungselektronik.
Dieses unübersichtliche System soll jetzt durch eine gemeinsame Recyclinglösung für alle Geräte aus Haushalt, Gewerbe und Büro abgelöst werden. Dazu haben sich die Branchenverbände Stiftung Entsorgung Schweiz und der Schweizerische Wirtschaftsverband der Informations-, Kommunikations- und Organisationstechnik geeinigt. Im Herbst soll informiert werden.
Neuer Beruf: «Recyclist»
Auch das BUWAL setzt auf die betroffenen Verbände bei der Suche nach einer Lösung und will vorderhand nichts vorschreiben. Die Einführung einer vorgezogenen Gebühr sei auf dem Papier einfach, «es ist aber schwierig, sie umzusetzen», sagte Hanspeter Fahrni. Es stelle sich die Frage, wie man neue und alte Geräte besteuern würde.
swissinfo und Agenturen
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