Flugzeugabsturz in Libyen: 19 Überlebende
Beim Flugzeugabsturz vor Libyen haben 19 Menschen überlebt. Das teilte das Unternehmen Avisto am Freitag (14.01.) in Zürich mit. 17 Insassen wurden tot geborgen, fünf weitere galten auch 24 Stunden nach dem Unglück noch als vermisst.
Beim Flugzeugabsturz vor Libyen haben nach jüngsten Angaben 19 Menschen überlebt. Das teilte das Unternehmen Avisto am Freitag (14.01.) in Zürich mit. 17 Insassen wurden tot geborgen, fünf weitere wurden 24 Stunden nach dem Unglück noch vermisst.
Zuvor hatte das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) mitgeteilt, «höchstwahrscheinlich» seien 23 Menschen ums Leben gekommen.
Die Turboprop-Maschine von Avisto hatte im Auftrag einer libyschen Ölgesellschaft Arbeiter zu einem Ölfeld geflogen, war aber vor bei einer Notwasserung vor der libyschen Küste verunglückt.
Das Büro für Flugunfalluntersuchungen (BFU) teilte am Freitag (14.01.) mit, dass bei den Rettungsarbeiten im Mittelmeer vor dem libyschen Flugplatz Marsa el Brega bisher 17 Tote geborgen worden seien. Es handle sich um fünf Briten, drei Libyer, zwei Kanadier, zwei Kroaten, zwei Philippiner sowie um je einen Staatsangehörigen von Tunesien, Pakistan und Indien.
Die amtliche libysche Nachrichtenagentur Jana berichtete, die Rettungsarbeiten seien am Freitagmorgen immer noch im Gang gewesen. In libyschen Spitälern wurden am Freitag die Überlebenden gepflegt. Nach Angaben der Avisto AG verfügten die Piloten über Schweizer Piloten-Lizenzen und hatten mehrere 1’000 Flugstunden hinter sich. Avisto-Chef Franz Fassbind war nach Auskunft des Unternehmens am Freitag in Libyen eingetroffen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben seit 15 Jahren in Libyen tätig und transportiert Arbeiter und Techniker im Auftrag der libyschen Ölgesellschaft Sirte auf Ölplattformen.
Beim Unglücksflug vom Donnerstag hätten die 38 Passagiere von Tripolis aus auf den 450 Kilometer östlich gelegenen Flugplatz Marsa el Brega transportiert werden sollen. Die Piloten hatten kurz nach 12.30 Uhr den Ausfall beider Triebwerke ihres Flugzeug gemeldet und eine Notwasserung versucht. Die Shorts stürzte dabei rund neun Meilen vor dem Flugplatz ins Mittelmeer und versank. Nach Angaben des BFU lag das Wrack in rund 50 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund. Die Vorbereitungen für die Bergung seien am Freitag im Gang gewesen.
Gemäss den einschlägigen Bestimmungen des internationalen Luftverkehrsrechts sind die libyschen Behörden für die Untersuchung des Unglücks zuständig. Anhang 13 der Empfehlungen der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) sieht aber vor, dass die Untersuchung bei schweren Vorfällen an einen anderen Staat delegiert werden kann. Der in der Nacht aus Kanada in die Schweiz gereiste BFU-Unfalluntersuchungsleiter Hans-Peter Graf wollte noch am Freitag mit dem Bundesratsflugzeug nach Libyen reisen. Die Bewilligung der libyschen Behörden für den Flug stand vorerst aber noch aus.
Beim Unglück in Libyen handelte es sich um den zweiten Absturz eines Schweizer Passagierflugzeugs innerhalb von vier Tagen. Am vergangenen Montag (10.01.) war eine Saab 340 der Crossair kurz nach dem Start in Zürich-Kloten auf einem Acker in Niederhasli zerschellt, wobei alle zehn Insassen ums Leben kamen. Das BFU versicherte, dass die Untersuchung dieses Unglücks wie geplant fortgesetzt und durch den neuen Unfall in Libyen nicht beeinträchtigt werde.
SRI und Agenturen
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