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Flugzeugabsturz vor Libyen: Bergung wegen schlechter Witterung vorerst sistiert

Zwei Tage nach dem Absturz eines Schweizer Passagierflugzeuges in Libyen sind die Bergungsarbeiten wegen schlechter Witterung vorerst sistiert worden. Einige der 19 Überlebenden konnten das Spital bereits verlassen, darunter einer der beiden Piloten.

Zwei Tage nach dem Absturz eines Schweizer Passagierflugzeuges in Libyen sind die Bergungsarbeiten wegen schlechter Witterung vorerst sistiert worden. Einige Menschen konnten das Spital bereits verlassen, darunter einer der beiden Piloten, wie die Avisto AG am Samstag mitteilte.

Wegen schlechter Witterung und unruhiger See war es am Samstag vorerst nicht möglich, die Bergung der zweimotorigen Turboprop-Maschine vom Typ Shorts 360-300 durchzuführen. Alle notwendigen Vorbereitungen seien aber bereits getroffen worden. Sobald es die Wetterverhältnisse zulassen, werden laut Mitteilung die Taucher als erste Priorität den Flight- und Voice-Data Recorder an die Oberfläche bringen. Das Flugzeugwrack befindet sich rund 30 Meter tief auf dem Meeresgrund, ungefähr vier bis fünf Kilometer von der Küste entfernt. Nach Angaben der Taucher ist das Heckteil der Maschine vom Rest der Maschine abgetrennt. Die Flugzeugkabine liege auf dem Rücken.

Am vergangenen Donnerstag kamen beim Absturz der Maschine vor dem Flugplatz Marsa el Brega sehr wahrscheinlich 22 Menschen ums Leben. Die fünf Vermissten waren auch am Samstagnachmittag noch nicht gefunden worden, wie der Chef des Flugbetriebs der Avisto AG, Eddy Meyer, auf Anfrage sagte. Insgesamt befanden sich 41 Menschen an Bord der Maschine. Laut der Avisto AG gab es keine Schwerverletzten. Einige der Menschen, darunter einer der beiden Piloten, konnten bereits das Spital verlassen.

Die libyschen Behörden haben laut Meyer gewünscht, so schnell als möglich weiterzumachen. Die Untersuchung wird vom libyschen Luftamt durchgeführt. Unterstützt wird es unter anderem von Hans-Peter Graf, Untersuchungsleiter des Büros für Flugunfalluntersuchungen (BFU), geführt. Laut Mitteilung der Avisto AG trifft voraussichtlich auf Einladung der libyschen Untersuchungsbehörden zusätzlich ein britisches Expertenteam am Unglücksort ein. Das BFU konnte am Samstag keine weiteren Angaben machen. Der Chef der Avisto AG, Franz Fassbind, befand sich laut Meyer auch am Samstag noch in Libyen.

An rasche Aufklärung glauben
«Wir glauben, dass wir die Ursachen des Absturzes bald erfahren werden», sagte Ahmed Aoun, Vorsitzender der staatlichen libyschen Ölgesellschaft Sirte. Erstens hätten die beiden Piloten überlebt. Und zweitens wisse man, wo sich das Wrack befinde. Bei den Passagieren handelte es sich alles um Angestellte dieser Ölgesellschaft. Avisto führt seit 15 Jahren Transportflüge im Auftrag der Firma auf Ölplattformen durch und hatte zuletzt vier Flugzeuge im Einsatz gehabt.

SRI und Agenturen

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