Frauen verdienen durchschnittlich einen Fünftel weniger als Männer
Frauen verdienen in der Schweiz durchschnittlich einen Fünftel weniger als Männer. Der monatliche Bruttolohn von Männern lag im letzten Jahr gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) bei 5'466 Franken, jener von Frauen bei 4'291 Franken.
Frauen verdienen in der Schweiz durchschnittlich einen Fünftel weniger als Männer. Der monatliche Bruttolohn von Männern lag im letzten Jahr gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) bei 5’466 Franken, jener von Frauen bei 4’291 Franken.
Das verfügbare Haushalteinkommen war zwischen 1996 und 1998 rückläufig. Der auf die 40-Stunden-Woche standardisierte monatliche Bruttolohn lag gemäss der BFS-Lohnstrukturerhebung vom Oktober 1998 bei durchschnittlich 5’096 Franken. Im Vergleich zur letzten Erhebung von 1996 stieg damit das Lohnniveau um 2,2 Prozent.
Da das nominelle Bruttoinlandprodukt in der gleichen Zeit aber um 3,5 Prozent zunahm, ging das Haushaltseinkommen zurück. Dies wirkte sich laut BFS dämpfend auf den Konsum aus.
Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen wurden zwischen 1996 und 1998 etwas kleiner. Im privaten Sektor stiegen die Saläre der Frauen um vier Prozent, jene der Männer um 2,2 Prozent. Damit verringerte sich die Differenz im Privatsektor von 23 auf 21,5 Prozent. In der Bundesverwaltung war der Unterschied mit elf Prozent deutlich geringer.
Erheblich weniger verdienten Frauen laut BFS in privatwirtschaftlichen Kaderpositionen, während auf der tiefsten Anforderungsstufe Männer und Frauen oft gleich bezahlt wurden. Mit zunehmendem Anforderungsprofil gingen die Löhne auseinander. Auf der höchsten Stufen betrugen die Unterschiede 2’400 Franken pro Monat. Und auf der tiefsten Stufe wurden besonders viele Frauen beschäftigt.
In der Vergleichsperiode nahmen die branchenspezifischen Lohndifferenzen weiter zu. In den schlecht bezahlten Branchen wie Gastgewerbe, Bekleidungsindustrie und persönlichen Dienstleistungen gingen die Löhne sogar um zwei Prozent zurück. Dagegen erhöhte sich das Niveau in den Branchen mit Durchschnittslöhnen über 6’000 Franken um weitere drei bis neun Prozent. Dazu gehören die chemische Industrie, die Forschung, das Unterrichtswesen und das Kreditgewerbe. Der Bruttolohn im Gastgewerbe lag 1998 bei 3’382 Franken, im Kreditgewerbe bei 6’788 Franken. Über 6’000 Franken zahlten auch die Versicherungen und die Energiewirtschaft. Weniger als 4’000 Franken bekamen Beschäftigte des Detailhandels, des Gastgewerbes und der Bekleidungsindustrie. Im unteren Mittelfeld bewegten sich die Metallverarbeitung und das Baugewerbe. Die Löhne im Sozial- und Gesundheitswesen entsprachen mit monatlich 5’040 Franken etwa dem schweizerischen Mittelwert.
Das Bundespersonal musste zwischen 1996 und 1998 eine Einbusse von 90 Franken hinnehmen und verdiente damit durchschnittlich 5’952 Franken. Die Lohnunterschiede waren beim Bund wesentlich kleiner als in der Privatwirtschaft. Selbst für einfache Tätigkeiten wurden 5’100 Franken bezahlt. Anspruchsvolle Arbeiten wurden mit 8’270 Franken dagegen eher tief entlöhnt. Dies galt laut BFS insbesondere für Männer und im Vergleich zum privaten Dienstleistungssektor. Dafür verdienten Frauen beim Bund auf allen Stufen besser als in der Privatwirtschaft.
30 Prozent verdienen netto weniger als 4’000 Franken
1998 verdienten 30 Prozent der Arbeitnehmenden mit einer Vollzeitbeschäftigung weniger als 4’000 Franken netto pro Monat. Während im Bankensektor nur gerade 0,3 Prozent weniger als 3’000 Franken netto erhielten, mussten im Detailhandel 16 Prozent und im Gastgewerbe 40 Prozent mit weniger Vorlieb nehmen. Werden auch Teilzeitstellen einbezogen, verdienten 45 Prozent aller Frauen netto 3’000 Franken oder weniger. Bei den Männern betraf dies nur acht Prozent.
SRI und Agenturen
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