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Gerüstet für die Zukunft

Topqualifizierte Arbeitskräfte braucht es zum Beispiel in der Biotechnologie. Keystone Archive

Die Wettbewerbs-Fähigkeit der Schweiz auf dem Gebiet der Hochtechnologie ist ausgezeichnet. Dies zeigt eine Studie der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times.

Ende Oktober veröffentlichte die renommierte britische Wirtschaftszeitung «Financial Times» (FT) eine Rangliste der Länder mit dem grössten Entwicklungspotenzial auf dem Gebiet der «Wissens-Industrien» (knowledge industries). An erster Stelle rangiert die Schweiz, gefolgt von Schweden und den USA.

Überraschend ist das Ergebnis nicht zuletzt im Vergleich mit ähnlichen Untersuchungen, welche ebenfalls dieses Jahr veröffentlicht worden sind. So lag die Schweiz gemäss dem Bericht des Internationalen Instituts für Management-Entwicklung (IMD) auf Rang 10, und in der jüngsten Untersuchung des Weltwirtschaftsforums (WEF) hatte es die Schweiz gerade mal auf den 15. Platz geschafft.

Die Unterschiede können mit der Art der Untersuchung erklärt werden. Das IMD und das WEF stützen ihre Ergebnisse auf Angaben aus statistischen Ämtern der verschiedenen Länder und Aussagen über die Befindlichkeit von Wirtschaftsführern. Die OECD (Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit) untersucht dagegen die Voraussetzungen, die für die am stärksten expandierenden Industriezweige für die Zukunft geschaffen werden.

Als Basis für ihre Rangliste dienten der FT zehn Schlüsselpunkte einer umfassenden Studie der OECD. Die Daten, welche die Zeitung auswählte, standen im Zusammenhang mit aktuellen und sich abzeichnenden künftigen Leistungen der Wissens-Industrien.

«Wenn wir von ‚Wissens-Industrien‘ sprechen, meinen wir Industriezweige, die auf relativ gut ausgebildete Arbeitskräfte angewiesen sind, erklärte Georges Haour, Professor für Technologie-Management am IMD in Lausanne gegenüber swissinfo. Zu diesen Industriezweigen der Zukunft gehören laut Haour technologie-intensive Zweige wie die pharmazeutische, chemische und Elektronik-Industrie sowie Dienstleistungen wie Consulting, Banken- und Versicherungswesen.

Hohes Ausbildungsniveau

Haour nennt verschiedene Gründe für die guten Zukunftsaussichten der Schweiz. Diese habe im Allgemeinen ziemlich konsequent beträchtliche Geldsummen in die Ausbildung investiert. Obwohl kritische Stimmen bemängelten, dass in letzter Zeit immer weniger Geld für die Ausbildung zur Verfügung gestellt werde, investiere die Schweiz noch immer viel mehr in die Ausbildung als viele andere europäische Länder.

«Berücksichtigt man die Qualität der Infrastruktur und die materiellen Bedingungen für die Forschung, sind die schweizerischen Institutionen gewöhnlich in einer ziemlich guten Lage, wenn man sie mit ähnlichen Einrichtungen in Grossbritannien, Frankreich und Deutschland vergleicht.»

Vorteilhaftes Steuersystem

Haour weist weiter darauf hin, dass die multinationalen Firmen in der Schweiz die globale Perspektive des Landes aufzeigten. In der Schweiz sei es gelungen, einige sehr wichtige Industriezweige, die viel Wissen erfordertern, äusserst erfolgreich zu entwickeln.

Ausserdem sei die Schweiz wegen ihres hohen Lebensstandards und der guten Infrastruktur für Unternehmer sehr attraktiv. Nicht zu vergessen sei dabei das für Firmen – speziell für technologie-intensive Holdings – ziemlich günstige Steuersystem.

Hindernisse – zum Beispiel Arbeitsbewilligungen

Auf den IMD-Bericht angesprochen, gemäss dem die Schweiz in Sachen Wettbewerbsfähigkeit lediglich auf Rang 10 liegt, sagte Haour, die Schweiz habe durchaus noch einige Hindernisse zu überwinden.

So sei das umständliche Arbeitsbewilligungs-Verfahren für ausländische Arbeitskräfte verbesserungswürdig. Ausserdem werde die wirtschaftliche Entwicklung dadurch gebremst, dass die Schweiz Partnerschaften mit beschränkter Haftung für Risikokapital-Gesellschaften nicht anerkenne. Einen weiteren Mangel sieht zudem der IMD-Jahrbuch-Direktor Stéphane Garelli darin, dass die Schweiz etwas Mühe habe, sich zu reformieren.

swissinfo

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