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Gewinnrückgang bei Nestlé

Nestlé leidet am starken Schweizer Franken. Keystone

Beim weltgrössten Nahrungsmittel-Hersteller Nestlé sind Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr 2003 zurückgegangen.

Allerdings ist dies vorwiegend auf Währungseinflüsse und Sondereffekte zurückzuführen.

Der Gewinn ging um gut die Hälfte von 5,6 Mrd. auf 2,78 Mrd. Franken zurück, wie der Konzern am Mittwoch bekannt gab. Der Umsatz sank um 6,3% auf 41,4 Mrd. Franken. Diese Zahlen entsprechen den Erwartungen der Analysten.

Begründet wird der Rückgang einerseits mit einer markant negativen Währungsentwicklung. Der starke Franken habe den Umsatz mit 12,6% belastet.

Bei konstanten Wechselkursen wäre der Reingewinn um 19,% gestiegen, versichert der Nestlé-Konzern in seiner Medienmitteilung vom Mittwoch.

Ausserordentliche Restrukturierungskosten

Auf der anderen Seite hatte Nestlé im ersten Halbjahr 2002 hohe ausserordentliche Gewinne verbucht. Damals brachte Nestlé die Tochter Alcon (Augenpflegemittel) an die Börse.

Auch der Verkauf des Aromenherstellers FIS brachte dem Unternehme einmalige Erträge. Zudem hatte Nestlé im verganenen Jahr ausserordentliche Restrukturierungskosten und Wertbeeinträchtigungen auf Goodwill und Sachanlagen von 2,1 Mrd. Franken abgeschrieben.

Markant gewachsen

Diese Einflüsse relativieren das Ergebnis des ersten Halbjahres. Immerhin weist Nestlé in den ersten sechs Monaten ein starkes organisches Wachstum von 5,5% auf. Dies umfasst ein internes Realwachstum von 2,1% und Preisanpassungen von 3,4%.

«Die Nestlé-Gruppe beweist, dass sie selbst in einem sehr herausforderungsreichen Umfeld und mit einem weiterhin starken Schweizer Franken in der Lage ist zu wachsen», wird Konzernchef Peter Brabeck in der Medienmitteilung zitiert.

EBITA-Marge verbessert

Der Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) ging von 5,2 Mrd. Franken auf 5 Mrd. Franken zurück. Die EBITA- Marge verbesserte sich aber in den ersten sechs Monaten um 30 Basispunkte auf 12,2%.

Hauptgrund dafür ist eine verbesserte Leistung in allen geografischen Regionen sowie vor allem auch bei Nestlé Waters. Der Mittelfluss aus Geschäftstätigkeit stieg um fast 12% auf 3,08 Mrd. Franken.

Analysten hatten für das erste Halbjahr im Durchschnitt einen Gewinnrückgang auf 2,76 Mrd. Franken erwartet. Der Umsatz war auf 42,03 Mrd. Franken geschätzt worden.

Die Nettoverschuldung der Gruppe stieg per Ende Juni 2003 auf 21,1 Mrd. Franken nach 15 Mrd. Franken per Ende 2002.

Der Anstieg steht im Zusammenhang mit dem Entscheid, den geplanten Rückkauf der ausstehenden Aktien von Dreyer’s als langfristige Verbindlichkeit zu betrachten. Das Verhältnis Nettoschulden zu Eigenkapital stehe nun bei 59%, hiess es weiter.

Ziele für 2003 bekräftigt

Für das ganze Jahr 2003 bekräftigte Nestlé sein Ziel für ein organisches Wachstum zwischen 5 und 6%. Zudem sehe man auch einem etwas günstigeren wirtschaftlichen Umfeld während der zweiten Jahreshälfte entgegen.

Die Gruppe sei zudem zuversichtlich, dass die höheren Margen und der höhere Mittelfluss «keine einmaligen Ereignisse sind, sondern dass sie einen Trend aufzeichnen».

swissinfo und Agenturen

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