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Im Reich der Bohne

Choco-Truffes aus Gysis Produktion. Keystone

Seit der Kakao vor 3'000 Jahren entdeckt wurde, ist die Bohne um die Welt gegangen. Schweizer Confiseure trugen mit der Erfindung der Schokolade zum Siegeszug bei. Die Gysi AG gehört zu jenen süssen Unternehmen, die noch heute Schoggi verkaufen - weltweit.

Bern, Bümpliz. Synonym für Agglomeration, Industrie und eine Portion Tristesse. 1989 besang Züri West, Berner Mundartband mit Kultstatus, mit ihrem Song «Bümpliz-Casablanca», jene Melancholie und Süden-Sehnsucht, die wohl in jedem Schweizerherzen steckt. Süsse Sehnsüchte befriedigt die Gysi AG, domiziliert in Bern, Bümpliz.

Hohe Ansprüche

Der Sommer zeigt sich von der Schokoladenseite. Bereits in den Morgenstunden klettert das Thermometer auf über 25 Grad. Drinnen in der Produktionsstätte der Gysi AG herrschen angenehme 20 Grad. Die Produktion läuft gedrosselt, der Fabrikladen ist geschlossen. Ferienzeit, Reisezeit.

Süss hängt der Kakaoduft in der Luft. Blitzblanke aufgeräumte Fabrikationsräume. Alle Mitarbeitenden tragen weisse Schürzen, die Haare sind unter einer Haube versteckt, Hygiene wird gross geschrieben. Je nach Abteilung prägen Chromstahlgefässe, Förderbänder, Gussformen oder Verpackungsmaschinen das Bild.

Der ganze Betrieb ist ISO 9001 und ISO 14001 zertifiziert. ISO (International Organization for Standardization) heisst, die Mitarbeitenden arbeiten nach internationalen Standards, Richtlinien, Abläufen und führen laufend Qualitätskontrollen durch. ISO 14001 darf sich ein Betrieb nennen, wenn er durchdacht verantwortungsvoll produziert, sich durch ein gutes Umweltschutz-Management auszeichnet.

Noble Produkte

Eine Praline zartschmelzend gefüllt mit zwei Füllungen. Eine weisse, an einen blühenden Kirschbaum erinnernd, die zweite getränkt in Vanille-Kaffee. Zusammen eingekleidet in zartem Weiss, bestäubt mit Kakaopulver. Voilà: Die Cappuccino-Praline, Schokoladekultur vom Feinsten. In den Mund nehmen, Augen schliessen, geniessen.

Unzählige süsse Variationen werden in der Gysi AG hergestellt. Produziert wird für das Inland und über 30% für den Export. Grossbritannien, Italien, USA und Japan sind die hauptsächlichen Exportländer. Die Abnehmer in der Schweiz heissen beispielsweise Merkur und Nestlé

Gysi Produkte finden sich auch im Nobel-Kaufhaus Harrod’s in London oder unter dem Bio-Label Green&Black’s, England. Besonders der Markt für Bio-Produkte, die genauso munden wie herkömmliche, scheint im In- und Ausland noch ausbaufähig.

Rohstoffe wie Mandeln, Haselnüsse, Trockenfrüchte werden aus den Anbauländern importiert und da industriell weiterverarbeitet. Gysi AG, bekannt für ihren hohen Qualitätsanspruch, arbeitet direkt mit ausgesuchten Importeuren zusammen. Mandeln zum Beispiel werden aus Italien, Spanien und Kalifornien bezogen.

«Primär ist heute die Herkunft nicht mehr so wichtig, sondern die Qualität. Der ganze Markt ist internationalisiert. Trotzdem schauen wir gerade bei der Schokolade, dass wir Schweizer Markenschokolade einkaufen. Hier verlangen wir auch, das der grösste Teil aus Schweizermilchpulver ist», erläutert Peter Gysi, Geschäftsleiter der Gysi AG.

Familientradition

Die Geschichte des Familienunternehmens Gysi AG beginnt 1935, als Walter Gysi zusammen mit seiner Frau Erika eine Confiserie in der Stadt Bern eröffnet. Walter Gysi, ein Confiseur mit Herzblut kreierte Truffes, Dragées, Kirschstängeli, Pralinés. Er setzte auf beste Zutaten, beste Verarbeitung, Kreativität. Drei Ansprüche, die auch heute für die zweite Generation noch ihre Gültigkeit haben.

Die Gysi AG, ein Schweizer Familienunternehmen, welches sich mit hohen Ansprüchen, motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Qualitätsprodukten im harten Markt der Süssigkeiten behauptet. Erfolgreich, denn die nächste Generation Gysi steht schon in den Startlöchern.

Brigitta Javurek

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