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Kein schönes Weihnachtsgeschenk

Gretag Imaging entlässt alle 400 Schweizer Angestellten. Keystone

Die Angestellten von Gretag Imaging in Regensdorf erhielten am Freitag dicke Post: Ein Kündigungsschreiben mit dem Datum des 24. Dezembers.

Die Kündigungen erfolgten ohne Rücksprache mit dem Verwaltungsrat.

Am 23. Dezember deponierte das Regensdorfer Unternehmen Gretag Imaging Holding die Bilanz. Noch am gleichen Tag hatte die Holding aber die Überlebensfähigkeit der Schweizer Tochter kommuniziert.

Trotzdem wurden am 24. Dezember 400 Kündigungsschreiben verschickt.

Eigenmächtig gehandelt



Die Kündigungen seien erfolgt, bestätigte Felix Bagdasarjanz, Verwaltungsrats-Präsident bei Gretag Imaging, einen Bericht des Tages-Anzeigers. Die Kündigungsschreiben waren laut Tages-Anzeiger am 24. Dezember datiert und wurden am Freitag zugestellt.

Laut Bagdasarjanz hat Geschäftsführer Patrick Jung die Kündigungen ohne Rücksprache mit dem Verwaltungsrat vorgenommen.

Gegen den Willen des Verwaltungsrats

Der Verwaltungsrat der Holding sei aus diversen Erwägungen zur Auffassung gelangt, dass die Kündigung der Mitarbeitenden noch vor Ende Jahr nicht opportun sei.

«Ohne Rücksprache mit dem Verwaltungsrat hat Patrick Jung in persönlicher Verantwortung die Kündigungsschreiben verschickt», hielt der VR-Präsident gegenüber der Nachrichtenagentur sda fest.

Ob diese Handlungsweise für Jung Konsequenzen hat, kommentierte Bagdasarjanz nicht.

400 Betroffene

Für 370 in Regensdorf und 30 in Wettingen Beschäftigte bedeutet die Kündigung bereits im Dezember wegen der Kündigungsfristen den Verlust eines Monatslohns.

Die Konkursbeamten hätten nun über die Forderungen der Gekündigten zu entscheiden, so Bagdasarjanz.

swissinfo und Agenturen

1990: Gretag Imaging wird über ein Management-Buy-Out aus der Chemiefirma Ciba-Geigy herausgelöst.

1998: Börsengang und aggressive Wachstums-Strategie

2001: Die Gruppe schreibt tiefrote Zahlen: Der Umsatz halbiert sich praktisch auf 460,7 Mio. Fr. Der Reinverlust beträgt 285,7 Mio. Franken.

Anfang Dezember 2002: Das Unternehmen soll mit einem Kapitalschnitt und anschliessender Kapital-Erhöhung saniert werden. Der Plan scheitert an der massiven Überschuldung.

23.12.2002: Gretag Imaging Holding deponiert die Bilanz. Der Gang zum Richter (Bezirksgericht Dielsdorf) wird zwingend.

24.12.2002: 400 Mitarbeiter werden in der Schweiz entlassen. Die Kündigungs-Schreiben liegen am Freitag in den Briefkästen.

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