Lawinen und gesperrte Strassen
Grosse Schneemengen haben in den Schweizer Alpen zu prekären Situationen geführt. Zahlreiche Lawinen verschütteten Strassen und schnitten Dörfer ab. Verletzt wurde niemand.
Die Lawinengefahr stieg bis auf die zweithöchste Gefahrenstufe. Die Gotthard-Autobahn bleibt wegen der Gefahr geschlossen.
Nach den heftigen Scheefällen besteht in den Schweizer Bergen überall grosse Lawinengefahr, wie es beim Schnee- und Lawinenforschungs-Institut hiess. Auch am Freitag wird die zweithöchste Gefahrenstufe bestehen bleiben. Das Risiko für Schneesportler bleibe enorm gross, so die Fachleute.
Am Donnerstag donnerten in der ganzen Schweiz mehrere hundert Lawinen zu Tal. Dabei kamen keine Personen zu Schaden.
Restaurant teilweise erfasst
In Graubünden wurden bis am Abend vier Lawinen gezählt. Im Skigebiet von Flims fegte ein Schneebrett kurz vor Mittag über das Dach des Restaurants bei der Station Naraus hinweg. Nach Angaben der Polizei befanden sich 20 Personen im Restaurant. Sie hatten grosses Glück und blieben unverletzt.
Bei Disentis verschüttete eine Lawine das Gleis der Rhätischen Bahn und die Kantonsstrasse auf rund 100 Metern. Das Dorf wurde von der Umwelt abgeschnitten. Weitere Lawinen gingen am Lukmanierpass sowie bei Rueras nieder.
Wegen heftiger Schneefälle wurde zudem die Strasse vom Unterengadin in die Talschaft Samnaun gesperrt. Samnaun war nur noch über Österreich erreichbar.
14 Menschen evakuiert
Auch im Berner Oberland lösten sich mehrere Lawinen. Guttannen am Grimselpass und Gadmen am Sustenpass waren am Donnerstagabend von der Umwelt abgeschnitten. Nachdem in der Nacht verschiedene Lawinen niedergegangen waren, wurden die Strassen gesperrt.
In Guttannen mussten verschiedene Gebäude evakuiert werden. Betroffen waren 14 Personen. Die Gemeinde rechnet in den kommenden Tagen mit weiteren Lawinenniedergängen.
Die Kinder in Oberried am Brienzersee erhalten am Freitag «lawinenfrei», weil ihr Schulweg durch gefährdete Gebiete führt. Evakuiert wurde vorerst niemand. Ausserdem wurde der Bahnbetrieb auf der Brüniglinie zwischen Brienz und Interlaken gesperrt.
Passstrasse am Grossen St. Bernhard wieder offen
In der bernischen Gemeinde Hasliberg wurden 70 Personen aus Hütten und Massenlagern evakuiert. In Stechenberg (BE) mussten 56 deutsche Jugendliche das Haus, in dem sie ihr Skilager verbrachten, wegen Lawinengefahr verlassen.
Auch im Muotatal im Kanton Schwyz blieben wegen der grossen Lawinengefahr mehrere Strassen gesperrt. Das Bisistal ist von der Umwelt abgeschnitten. Im hinteren Muotathal und im Stoosgebiet gingen mehrere Lawinen nieder.
Im Wallis wurde die Strasse zwischen Niederwald und Oberwald geschlossen und damit das Obergoms von der Umwelt abgeschnitten. Die Passstrasse beim Grossen St. Bernhard konnte nach dem Lawinenniedergang vom Mittwoch hingegen wieder geöffnet werden.
Gotthard gesperrt
Am Mittwochabend hatte eine Lawine bei Wassen, Kanton Uri, die Autobahn A2 verschüttet. Aus Sicherheitsgründen blieb die Strasse am Donnerstag ab Amsteg noch gesperrt. Nach Angaben der Polizei wird die Strecke frühestens am Freitagmorgen wieder geöffnet.
Vor allem für den Schwerverkehr führte dies zu Problemen. In den Kantonen Aargau und Luzern wurden die Camions angehalten. In Bellinzona leitete die Polizei sie auf die teilweise schneebedeckte San-Bernardino-Achse um.
swissinfo und Agenturen
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