Nestlé offenbar vor Kauf von Schöller-Eiskrem
Nestlé interessiert sich offenbar für Schöller-Eiskrem, eine Tochter des deutschen Zuckerkonzerns Südzucker. Zwischen den beiden Firmen würden kontinuierlich Gespräche geführt, sagte ein Nestlé-Sprecher auf Anfrage zu einem entsprechenden Artikel der "Financial Times Deutschland".
Der Glacé-Markt stelle für Nestlé eine strategische Wachstumsachse dar, sagte Nestlé-Sprecher François-Xavier Perroud am Donnerstag (28.06.). Man sei auch bereit zu weiteren Akquisitionen. «Es ist kein Geheimnis, dass wir als weltweite Nummer 2 des Eiskrem-Markts mit unserer Stellung auf dem deutschen Eiskrem-Markt nicht zufrieden sind», sagte er. Dass Nestlé Schöller kaufe, könne er jedoch nicht bestätigten.
Laut der Zeitung «Financial Times Deutschland» (FTD) vom Donnerstag steht der Nahrungsmittel-Konzern kurz vor dem Kauf des deutschen Glacé-Herstellers. Die Kaufankündigung soll am Freitag stattfinden. «Wenn sich die Gespräche konkretisierten, werden wir die Medien informieren», sagte Perroud dazu.
Deutliche Stärkung
Analysten schätzten den Wert Schöllers auf unter 380 Mio. Franken, schreibt die Zeitung. Perroud wollte dazu nicht Stellung nehmen. Mit einer Übernahme von Schöller würde Nestlé seine Stellung in Deutschland deutlich verbessern. Die Südzucker-Tochter liegt laut FTD hinter dem weltweiten Branchenführer Unilever auf Platz Zwei im grössten europäischen Markt, während Nestlé mit einem Anteil von unter 10 Prozent erst an dritter Stelle liegt.
Schöller ein Sorgenkind
Laut der Zeitung ist Schöller seit Jahren ein Sorgenkind. Die Umsatzrendite des gesamten Nahrungsmittelgeschäft (Schöller und Tiefkühlkost Freiberger) von Südzucker sei in der ersten Jahreshälfte 2001 bei nur 2,6 Prozent gelegen. Dagegen habe die Rendite des Konzerns 8,2 Prozent betragen.
swissinfo und Agenturen
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