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Novartis will US-Hersteller von Kontaktlinsen übernehmen

Novartis will durch eine Übernahme in den USA die Stellung auf dem Weltmarkt für Kontaktlinsen kräftig stärken: Für 785 Mio. Dollar (rund 1,33 Mrd. Franken) plant Ciba Vision, der Augenpflegesektor des Konzerns, den Kauf von Wesley Jessen VisionCare.

Mit der am Dienstag (30.05.) angekündigten Übernahme sticht Novartis den Konkurrenten Bausch & Lomb aus, mit dem Ciba Vision im weltweiten Kontaktlinsenmarkt bisher hinter Johnson & Johnson gleichauf auf Rang zwei lag.

Bausch & Lomb hatte ebenfalls ein Auge auf Wesley Jessen geworfen. Das Angebot des Basler Konzerns liegt aber höher und wird vom Wesley-Verwaltungsrat einstimmig unterstützt.

Ciba Vision mit Sitz in Atlanta zahlt gemäss einem definitiv zwischen den beiden Unternehmen abgeschlossenen Abkommen pro Aktie von Wesley Jessen 38,5 Dollar. Das entspricht einem Aufpreis von 17 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom letzten Freitag (26.05.), wie Novartis mitteilte.

Am 22. Mai, dem letzten Handelstag vor der Bekanntgabe des Angebots von Bausch & Lomb, hatte die Wesley Jessen-Aktie noch satte 55 Prozent tiefer geschlossen. Kotiert ist das Unternemen, das 1999 mit 2’700 Beschäftigten einen Umsatz von 312 Mio. Dollar erzielte, an der US-Technologiebörse Nasdaq. Das Unternehmen ist vorab im Bereich der Spezialkontaktlinsen tätig.

Novartis hat sich nach Angaben von Konzernsprecher Mark Hill schnell für die Übernahme entschieden, die allerdings noch nicht unter Dach und Fach ist: Benötigt wird neben mindestens 51 Prozent der Aktien auch die Zustimmung der Behörden.

Höhere Konkurrenzfähigkeit

Durch die Übernahme werden sich die kritische Grösse und die Konkurrenzfähigkeit von Ciba Vision auf einem hart umkämpften Markt verbessern, wird Novartis-Chef Daniel Vasella in der Mitteilung zitiert. Wesley Jessen-Chef Kevin Ryan beurteilt die mit einer Barprämie verbundene Transaktion als „hervorragend».

Von der Zusammenlegung der beiden Unternehmen erhoffen sich die Verantwortlichen Synergien in noch nicht bezifferter Höhe. Zudem soll die Fusion ein Wachstum ermöglichen, das im Alleingang nicht erreicht werden könnte. Gemeinsam hätten Ciba Vision und Wesley Jessen 1999 mit 8’900 Beschäftigten einen Pro-Forma-Umsatz von 1,4 Mrd Dollar erzielt.

Aufgeben hat Wesley Jessen mit Sitz in Des Plaines, Illinois, aufgrund des Abkommens mit Ciba Vision andere Fusionspläne. Ein entsprechendes Abkommen und weitere Vereinbarungen mit Ocular Sciences wurde nach Angaben von Novartis gekündigt. Ocular Sciences erhielt eine Entschädigung von 25 Mio. Dollar.

Um die Transaktion abzuschliessen, wird Ciba Vision ein auf fünf Geschäftstage befristetes Übernahmeangebot starten. Für sämtliche ausstehenden Stammaktien von Wesley Jessen wird gemäss Mitteilung Barzahlung offeriert. Die Transaktion soll im dritten Quartal des laufenden Jahres abgeschlossen werden.

swissinfo und Agenturen

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