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Ovo: Das Ende eines Schweizer Mythos

Ovomaltine wird britisch. swissinfo.ch

Novartis verkauft Ovomaltine und Caotina an die Associated British Foods. Der Erlös beträgt rund 400 Mio. Franken. Die Produktion in der Region Bern bleibt erhalten.

Zusammen mit Schweizer Uhren und Käse gehört die «Ovo» sozusagen zum Kulturgut der Schweiz.

Nach monatelangem Hin und Her ist es nun also soweit: Die typisch schweizerische Ovo wird ins Ausland verkauft. In der Schweiz erhalten dadurch rund 280 Angestellte einen neuen Arbeitgeber.

Zusammen mit Ovomaltine gelangen auch die Marken Ovaltine, Caotina und Lavoco in britische Hände. Die Transaktion muss noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.

Rückbesinnung auf Gesundheit und Pharma

Associates British Foods (ABF) übernimmt das Lebensmittel- und Getränkegeschäft sowie die Markenrechte von Novartis weltweit mit Ausnahme der USA und Puerto Ricos, so die Novartis-Mitteilung.

Für ABF würden die Marken Schlüsselgeschäfte, betont Novartis. Der Schweizer Multi trennt sich von der Konsumgütersparte im Rahmen der strategischen Ausrichtung auf die Kernbereiche Gesundheit und Pharma. Das Unternehmen hatte im Februar bekannt gegeben, den Geschäftsbereich Health and Functional Food zu veräussern.

Diese Sparte generierte 2001 einen Umsatz von 850 Mio. Franken, der Anteil von Lebensmittel- und Getränkesparte daran belief sich auf 366 Mio. Franken. Mit dem Verkaufserlös von 400 Mio. Franken ist man bei Novartis zufrieden. Angesichts der aktuellen Marktsituation sei dies eine «gute Bewertung».

Die anderen Zweige des Geschäftsbereichs – Health Food, Slimming und Sport Nutrition – stehen weiter zum Verkauf.

Weltweit 850 Stellen betroffen

Von der Transaktion betroffen sind weltweit 850 Arbeitsplätze, davon 280 in der Schweiz, wie Novartis-Sprecher Mark Hill sagte.

Wäre die Lebensmittel- und Getränkesparte von einem Schweizer Unternehmen übernommen worden, hätten sich wohl Synergien und damit ein Abbau von Arbeitsplätzen ergeben, erklärt er.

Über die Zahl der Interessenten machte Novartis keine Angaben. Es seien viele gewesen, hiess es lediglich. ABF, unter anderem durch das Tee-Label Twinings auch in der Schweiz bekannt, ist aus Sicht von Novartis «genau der richtige Partner», um das Potenzial der Schweizer Marken ausschöpfen zu können.

ABF erzielt mit 34’000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von rund 10 Mrd. Franken.

swissinfo und Agenturen

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