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Presseschau vom 16.01.2003

Thema Nummer eins in den Schweizer Zeitungen ist die Verhängung einer Luft-Sperrzone über Davos während des Weltwirtschaftsgipfels WEF.

Die meisten Kommentatoren bringen für diese Massnahme Verständnis auf.

«So viel Alarmbereitschaft in der Luft war seit dem Zweiten Weltkrieg nie»,

stellt DER BUND fest.

Auf mehreren Seiten berichtet BLICK über die Sicherheits-Vorkehrungen im Hinblick auf das Davoser Weltwirtschaftsforum:

«Terrorangst!»,

titelt BLICK in grossen, gelben Buchstaben. Die Sperrung des Luftraums sei richtig, ist BLICK überzeugt, denn

«seit dem 11. September muss grundsätzlich das Unmögliche gedacht werden».

Allerdings glauben die meisten Kommentatoren, dass das Gipfeltreffen kein Ort für – wie BLICK es formuliert – «terroristische Gipfelstürmer» sei.

«Natürlich tauchen im Zusammenhang mit terroristischer Bedrohung aus der Luft unausweichlich die Bilder vom 11. September 2001 in Manhattan auf»,

schreibt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG. Aber:

«Diese Analogie ist zu relativieren. Ein schweres Verkehrsflugzeug wie die Boeing 767 auf ein vergleichsweise kleines Ziel im Dorf Davos zu lenken, erscheint unrealistisch, für nur halbwegs ausgebildete Piloten zumal.»

Auch für die NEUE LUZERNER ZEITUNG «erreicht der Aufwand zur Absicherung des Weltwirtschaftsforums eine nie da gewesene Dimension»:

«Kampfjets, die permanent in der Luft sind. Waffengewalt als Ultima Ratio. Das alles klingt für ein Land wie die Schweiz ungewohnt, vielleicht gar absurd.»

Doch das WEF 2003 finde nun mal statt, und:

«wo sich heute auf dem Globus Staats- und Regierungschefs ein Stelldichein geben, gehören Massnahmen zur terroristischen Abwehr zum Standard».

Ein Zwischenfall lasse sich allerdings nicht auf den Raum Davos einschränken, warnt die NEUE LUZERNER ZEITUNG und fragt:

«Ist das Militär auch dann zu allem bereit, wenn sich über dem Flughafen Zürich, wo die meisten WEF-Gäste eintreffen, innert Sekunden eine Krise zusammenbraut? Ist man auch zum Abschuss eines Verwirrten bereit, der wie vor Wochen in Frankfurt mit seinem Flugzeug eine ‚heroische Tat‘ vollbringen will?»

Die Genfer Zeitung LE TEMPS weist darauf hin, dass es vor allem die Anti-WEF-Demonstrationen auf der Strasse sind, die der Regierung am meisten Sorgen bereiteten.

Und die AARGAUER ZEITUNG doppelt nach:

«Das WEF wird dann zum Erfolg, wenn die erwarteten Demonstrationen nicht zu Strassenschlachten ausarten.»

Davos sei nicht New York und das Kongresszentrum nicht das World Trade Center, führt die AARGAUER ZEITUNG weiter aus. Ein Grossangriff mit einem Verkehrsflugzeug sei wenig wahrscheinlich. So kommt der Kommentator zum Schluss:

«Auch wenn die Gefährdung durch Kleinflugzeuge nicht verniedlicht werden darf, muss Davos trotz patrouillierenden Kampfflugzeugen nicht in den Kriegszustand versetzt werden.»

swissinfo, Alina Kunz Popper

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