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Presseschau vom 19.09.2002

Der breite Einsatz der DNA-Profile sowie die grosse Bedrängnis, in der sich die Rentenanstalt befindet, schlagen in den Zeitungen hohe Wellen.

Weiter ist die Rede von einem menschlichen Goldfisch, der Ballkünstler unterstützt, sowie von einer anderen tierischen Geschichte.

«Nationalrat im Fahndungsrausch»,

titelt der TAGES ANZEIGER seinen Bericht um die DNA-Debatte des Nationalrates.

«Aus der Sicht der Fahnder ist der Fall klar: Je mehr Personen die DNA-Datenbank erfasst, desto besser. (…) Kein anderes Land in Europa – mit Ausnahme von Grossbritannien – geht so weit.»

Der TAGI schreibt weiter:

«Was der Nationalrat (…) beschlossen hat, verletzt das Prinzip der Verhältnismässigkeit. Zehntausende, wenn nicht Hunderttausende von Menschen werden unter Dauerverdacht gestellt, bloss weil sie sich einmal etwas zu Schulden kommen liessen.»

Gar nicht so sieht es die AARGAUER ZEITUNG:

«Die Vorteile einer DNA-Untersuchung liegen nämlich auf der Hand. (…) Mit dem DNA-Test lassen sich Taten (…) noch eindeutiger einem Täter zuweisen. Und wenn, wie in den USA, einzelne, bereits zum Tode verurteilte Menschen nach Jahren dank einer DNA-Probe ihre Unschuld nachweisen können, dann sind die Vorteile dieses Systems eigentlich bewiesen.»

Der BLICK betitelt die bedrohliche Schräglage der Rentenanstalt/SwissLife als «Ende der Grossmannssucht».

Die Schuldigen und die Opfer sind auch ausgemacht: «1500 Angestellte bluten für Manager-Fehler.»

Der Berner BUND sieht es ähnlich:

«Klare Zahlen und eine neue Strategie wollte die Rentenanstalt präsentieren. Stattdessen servierte der grösste Schweizer Lebensversicherer gestern den allergrössten Zahlensalat und nährte damit den Verdacht auf frühere Bilanzkosmetik. In bewährter Manier gab Verwaltungsratspräsident Andres Leuenberger nur das zu, was sich nicht mehr leugnen lässt.»

Die NEUE LUZERNER ZEITUNG stellt klare Forderungen an die Politik:

«Dass der Marktführer im Pensionskassengeschäft jetzt aber auch noch die Versicherten für die gescheiterte Expansionsstrategie zur Kasse bitten will, kann nicht akzeptiert werden. Deshalb muss der Bund hart bleiben – sowohl bei der von der Rentenanstalt geforderten Senkung des Mindestzinssatzes auf 3 Prozent als auch bei der angedrohten Erhöhung der Prämien.»

«Goldfisch Gigi»

Der BLICK schwimmt immer noch auf der Euphoriewelle, welche der Sieg des FC Basel gegen Spartak Moskau ausgelöst hat:

«Ja», sagt der abtretende FCB-Boss René C. Jäggi (53). «Mit Gigi Oeri kann Basel zu einem europäischen Grossklub werden. Dafür braucht es jemanden, der Geld aus dem eigenen Sack nehmen kann. Dazu bin ich nicht in der Lage.»

Und wer ist nun Gigi Oeri? «Die Gattin des Roche-Erben und Milliardärs Andreas Oeri (53)» weiss der BLICK, und er zitiert den «Goldfisch Gigi»:

«Wenn die Situation eine Investition erfordert, kann man mit mir reden.»

In Anlehnung an eine bekannte Werbung für Gummibärchen dichtet der BLICK auch noch: «Milliardärin macht den FCB froh – und uns alle ebenso.»

Und es bleibt tierisch, da Tiere endlich mehr als nur Sachen sind. Alt-FDP-Nationalrat François Loeb schreibt für den BLICK den Gastkommentar:

«Die Beharrlichkeit führte zum Ziel. Die Bürgerinnen und Bürger haben Recht gesetzt. Und das Tier hat Rechte erhalten. Es ist nun keine Sache mehr. Gut so!»

Der TAGI meint:

«Dass das Geschäft diesmal so glatt durchging, war vor allem dem Stimmungswandel in der SVP-Fraktion zu verdanken. Im Dezember 1999 war es nämlich der damalige Baselbieter Neu-Nationalrat und heutige SVP-Fraktionschef Caspar Baader gewesen, der mit seinem überraschenden Nichteintretensantrag das populäre Anliegen abgeschossen hatte.»

Die AARGAUER ZEITUNG sieht es ebenso:

«Dank dem mutigen Entscheid des Nationalrats braucht es auch keine Volksabstimmung über die gleich gelagerte Initiative des Schweizer Tierschutzes – ein solcher Urnengang wäre tatsächlich nur für die Katz.»

Allerdings: In den wohlverdienten Winterschlaf geht das Ganze nun doch nicht. Bereits am Freitagmorgen hat der Tierschutz-Aktivist Franz Weber angekündigt, er wolle – anders als die Initianten der zweiten Initiative – seine Initiative nicht zurückziehen.

Etienne Strebel

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