Presseschau vom Montag 26.08.2002
Die Montagszeitungen beschäftigen sich mit dem UNO-Gipfel in Johannesburg und der Niederlage des FC Basel gegen den Aufsteiger Thun.
Die Montagszeitungen beschäftigen sich mit dem UNO-Gipfel in Johannesburg und der Niederlage des FC Basel gegen den Aufsteiger Thun.
Sponsoring-Schattenseiten und kleinliche Kreditvergaben gewinnorientierter Banken sind ein weiteres Thema.
Dass sich Reich und Arm in Johannesburg an einem Tisch zusammensetzen, ist schon mal was. Aber:
«Die Reichen können am UNO-Gipfel (…) das zurückgewinnen, was sie seit der Umweltkonferenz in Rio vor zehn Jahren verloren haben: Die Glaubwürdigkeit»,
meint der TAGES ANZEIGER. Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG schreibt dazu:
«Doch hinter den Konzeptionen von Rio steht auch der Grundsatz, dass die Nachhaltigkeitsstrategie (…) auch im nationalen Rahmen zu verwirklichen sei.»
Dieser nationalen Strategie widmet die NZZ ihren Kommentar und konstatiert:
«Auch die Schweiz hat ‚Hausaufgaben‘ zu erledigen.»
Weiter kritisiert die NZZ, dass der «Ökologische Fussabdruck» der Schweiz nach wie vor zu gross sei.
«Beim heutigen Lebensstil beansprucht die Deckung der Konsumbedürfnisse 5 Hektaren pro Kopf, während nur 1,8 Hektaren zur Verfügung sind.»
Um Glaubwürdigkeit geht es auch im Sport. Der Berner BUND titelt:
«Der Meister vom Lehrling gedemütigt.»
Damit wird die 4:2-Niederlage des amtierenden Schweizer Fussball-Meisters FC Basel gegen den Aufsteiger FC Thun beschrieben.
«Basel hat nur ‚Celtic im Kopf'», rügt der TAGI.
Die «Bebbi» spielen am Mittwoch in der Champions League gegen Celtic Glasgow. Sie müssen die 1:3-Niederlage des Hinspiels wettmachen. Basel-Trainer Christian Gross fordert Leidenschaft, denn:
«Ist die Leidenschaft da, wird die Konzentration wohl wieder besser. Das wird nötig sein, denn wenn selbst Thun von dieser Absenz so einfach profitieren kann…»
endet der TAGI.
Grossbanken im Visier
Der BLICK-Kommentar fährt den Grossbanken an den Karren:
«Gute Unternehmer verdienen Kredit», wird da festgestellt und sogleich angeprangert, dass
«unsere Grossbanken gut geführten Betrieben kaltschnäuzig den Kredithahn zudrehen. Oder ihnen mit zu hohen Zinsen perfiderweise jede Chance nehmen. (…) Bis ihnen der Schnauf ausgeht – und sie tot umfallen.»
Das «Salzkorn» des ST. GALLER TAGBLATTES nimmt die Grossbank UBS ins Visier:
«‚Kultur muss sich lohnen und gewinnbringend sein‘, (…) scheint sich die UBS gesagt zu haben, und hat prompt beschlossen, sich auf 2004 als Hauptsponsor der Schweizer Filmfestivals in Nyon und Solothurn zurückzuziehen.»
Die 120’000 Franken, welche die Bank damit einspart, vergleicht der Kommentator mit dem letzten Quartalsreingewinn von 1,3 Mrd. Franken:
«Für die ‚Vision du Réel‘ und die Solothurner Filmtage aber bedeutet der Rückzug der UBS (…) eine Kürzung von zehn Prozent ihres Gesamtbudgets.»
Laut St. Galler-Kommentar liegt der Grund für den UBS-Spareifer darin, dass:
«die Festivals nicht die gewünschten Kontakte gebracht hätten. Und (…) deshalb wird sich die UBS jetzt noch mehr dem Mainstream (…) zuwenden, koste es was es wolle.»
Etienne Strebel
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