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Revidierte Wachstumsprognose

Nationalbank erwartet nur noch ein Prozent Wachstum für 2002. Keystone

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihre Wachstumsprognose für die Schweiz deutlich nach unten revidiert. Im kommenden Jahr dürfte die Wirtschaft nur um rund 1% wachsen. Ende August hatte die Prognose noch auf etwa 2% gelautet.

Der internationale Konjunkturverlauf spiele für die Schweizer Wirtschaft erfahrungsgemäss eine kraftvolle Rolle, sagte Bruno Gehrig, Vizepräsident des SNB-Direktoriums, am Dienstag in einer Rede vor dem Schweizerisch-Deutschen Wirtschaftsclub in Frankfurt.

Stark nachlassende Dynamik

Die Aussenhandelszahlen für den August und verstärkt noch für den September signalisierten eine deutlich nachlassende Dynamik. Deutschland, der wichtigste Handelspartner der Schweiz, dürfte 2001 und 2002 deutlich unter seinem Wachstums-Potenzial bleiben.

Trotz der Verlangsamung lägen die Wachstums-Indikatoren für die Schweiz mehrheitlich jedoch nach wie vor auf einem relativ guten Niveau, sagte Gehrig. Die Schweiz profitiere vor allem von zwei Faktoren: ihrer Wirtschaftsstruktur und der Lage am Arbeitsmarkt.

Zwei Trümpfe der Schweiz

Der Einbruch im Technologie- und Kommunikations-Sektor habe sich auf die Schweiz aus strukturellen Gründen weniger stark ausgewirkt. Die tiefen Arbeitslosenzahlen seien auf der anderen Seite eine wichtige Stütze der Konsumausgaben und des Konsumenten-Vertrauens.

Im Auge behalten wollen die Währungshüter wie immer in Phasen erhöhter Unsicherheit den Wechselkurs. Am 24. September hatte die SNB das Zinsband aus Sorge um die Franken-Aufwertung zum zweiten Mal innert nur einer Woche um 0,50 Prozentpunkte gesenkt.

Seither hat sich der Frankenkurs gegenüber dem Euro bei rund 1,48 Franken stabilisiert. Ob dies das Resultat der geldpolitischen Lockerung durch die SNB oder die Folge einer Normalisierung an den Finanzmärkten war, ist laut Gehrig schwer auszumachen.

Chancen und Risiken

Mit Blick auf die weltweite Konjunktur sieht Gehrig Chancen und Risiken. Unter anderem belasteten der weltweite parallele Abschwung, die anhaltende Lethargie Japans sowie politische und militärische Risiken nach den Terroranschlägen den Ausblick.

Positiv zu werten seien die weltweit tiefen Inflationsrisiken, die den Spielraum für die Geld- und vielerorts auch für die Finanzpolitik klar erhöhten. Stützend wirke ferner die günstige Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise.

Nicht nur in der Geldpolitik seien gemeinsame Aktionen zu beobachten, sondern auch in der Öl-Vorsorgung und möglicherweise in der Handelspolitik. Die Chancen für eine erfolgreiche Liberalisierungs-Runde der Welthandels-Organisation (WTO) Mitte November in Katar hätten sich deutlich verbessert. Das lasse mittel- und längerfristig hoffen, sagte Gehrig.

swissinfo und Agenturen

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