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SBB-Chef: BLS soll Crossair der Bundesbahnen werden

SBB-Chef Thierry Lalive d'Epinay (Bild) will die Berner BLS zur "Crossair" der SBB machen. Die beiden Bahnen müssten ihre Kostenstrukturen gemeinsam anpassen, sonst seien sie im Güterverkehr durch die internationale Konkurrenz massiv gefährdet.

SBB-Chef Thierry Lalive d’Epinay (Bild) will die Berner BLS zur «Crossair» der SBB machen. Die beiden Bahnen müssten ihre Kostenstrukturen gemeinsam anpassen, sonst seien sie im Güterverkehr durch die internationale Konkurrenz massiv gefährdet, sagte der VR-Präsident in einem Interview der «Berner Zeitung» vom Samstag (22.01.).

Wenn zwei starke Bahnen zusammengingen, statt sich gegenseitig das Leben schwer zu machen, brächte dies vor allem den Angestellten von SBB und BLS sehr viel bessere Perspektiven, erläuterte Lalive d’Epinay am Samstag erstmals öffentlich seine Fusionspläne. Wie die Zeitung schreibt, unterbreitete er seine Vorstellungen für eine Übernahme der BLS der Berner Regierung bereits am vergangenen 26. November. Bisher konnte er sich aber nicht durchsetzen, weil noch unterschiedliche Vorstellungen darüber bestünden, was das Beste für beide Seiten sei, sagte Lalive d’Epinay.

Seine Argumente seien stark: Der Name BLS könnte als gute Marke erhalten und neu positioniert werden analog der Crossair als Tochter der Swissair. Bern könnte zu einer Drehscheibe für den Nord-Süd-Verkehr werden. Vorstellbar wäre auch ein Ausbau des Regionalverkehrs, etwa mit einem Teil der Kostenersparnisse von rund 50 Millionen Franken aus der Fusion. Zudem erhielten die Leute der BLS und des Kantons bei der Suche nach Lösungen ein grosses Gewicht, die BLS könnte als Partner eine entscheidende und verantwortungsvolle Aufgabe erhalten.

Die ausländische Konkurrenz mit ihren schlanken Strukturen wird die Schweizer Bahnen gemäss Lalive d’Epinay dazu zwingen, ihre Kostenstrukturen anzupassen. Wenn SBB und BLS dies gemeinsam täten, könnten sie im Güterverkehr zulegen und rechtzeitig auch wieder neue Stellen schaffen, so der VR-Präsident. Wenn sie nicht zusammenarbeiteten, gerieten die Arbeitsplätze in der Schweiz viel schneller unter Druck. Zudem könnten SBB, BLS und RM die S-Bahn Bern an einen ausländischen Konkurrenten verlieren.

Langfristig in Europa nur noch wenige Güterverkehrsanbieter

Mittelfristig wird es laut dem SBB-Chef in Europa nur noch drei oder vier grosse Güterverkehrsbahnen geben. Die SBB sowie der BLS-Verwaltungsrat und der Kanton Bern werden laut Lalive d’Epinay nochmals über die Bücher gehen und im Februar erneut zusammen diskutieren. Sollte die andere Seite das Angebot der SBB ablehnen, so würde aus dem bisher partnerschaftlichen Verhältnis wohl eine Konkurrenz. Die SBB müssten dann ihren Kostenvorteil aus Grösse und Effizienz einsetzen und würden bei einer Ausschreibung des Regionalverkehrs Bern ein Offerte einreichen.

SRI und Agenturen

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