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Schweiz – Südafrika: Arbeit für die Jungen

Der junge Südafrikaner Mndeni Sono in einem von der SSACI unterstützten Töpferkurs. swissinfo.ch

Eine von der DEZA und Schweizer Firmen gegründete Stiftung ist mit der Unterstützung der Berufsausbildung in Südafrika auf gutem Weg.

In 18 Monaten ermöglichte sie Hunderten junger Südafrikaner einen Kursbesuch und half ihnen, Arbeit zu finden.

SSACI steht für Swiss-South African Co-operation Initiative. Im Klartext: eine originelle Partnerschaft, die letztes Jahr von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und zehn in Südafrika ansässigen Schweizer Firmen geschaffen wurde.

Ziel der Kooperation ist es, in Südafrika einigen der unzähligen jungen Menschen auf der Suche nach einer beruflichen Zukunft zu helfen, eine Ausbildung abzuschliessen, eine Stelle zu finden oder ihr eigenes Kleinstunternehmen zu gründen.

Eineinhalb Jahre nach der Lancierung zogen die Verantwortlichen dieser Initiative diese Woche eine erste Bilanz sowie einige Lehren. Zunächst ein paar Zahlen.

Gut tausend Jugendliche nehmen zur Zeit an einem der 36 im Land angebotenen Projekte teil. 185 haben ihre Ausbildung abgeschlossen, 110 haben Arbeit gefunden, 8 haben eine kleine Firma gegründet.

Zwei Drittel der Jugendlichen arbeitslos

«Wenn man sich etwas genauer für die jungen Schwarzen in Südafrika interessiert, stellt man fest, dass 70% von ihnen arbeitslos sind», erklärt der operative Direktor der SSACI, Ken Duncan. «Unser Projekt nahm Gestalt an, als Schweizer Firmen anfingen, dieses Problem mit ihren Filialen in Südafrika zu besprechen.»

«Man muss auch wissen», so François Binder, Chef der Sektion Ost- und Südafrika der DEZA, «dass die Privatfirmen in Südafrika im Sozialbereich oft viel Initiative zeigen».

So entstand diese Initiative, die für die nächsten fünf Jahre von der öffentlichen Entwicklungshilfe und einer «Koalition» von Privatfirmen mit je rund einer Million Franken jährlich finanziert wird. Das ergibt insgesamt zehn Millionen.

Unter anderem hat sich die Credit Suisse angeschlossen, denn laut ihrer Pressesprecherin Regula Arrigoni ist dies langfristig ein wichtiges Projekt für Südafrika und das gesamte südliche Afrika. Aber dieser «kleine Beitrag» passt auch in den grösseren Rahmen ihrer Unterstützung von Erziehungsprojekten.

Sein eigenes Unternehmen gründen

Doch treten auch Schwierigkeiten auf. Zuerst, eine Stelle für die Jugendlichen zu finden. «Eine Ausbildung erhöht ihre Chancen, garantiert aber keine Anstellung», sagt François Binder von der DEZA.

«Deshalb weisen wir die Jungen immer wieder darauf hin, dass sie auch ein eigenes Kleinstunternehmen gründen können», erklärt Binder. Dies vor allem in den Wachstumsbranchen der südafrikanischen Wirtschaft wie Autoreparaturgewerbe, Tourismus, Gastronomie oder Kommunikationstechnologie .

Binder zitiert das Beispiel zweier junger Frauen, welche vor kurzem ihre Ausbildung abgeschlossen haben und dann einen grossen Container kauften, in dem sie Zubehör für Handys verkaufen oder vermieten.

Ablehnende Haltung gegenüber Obrigkeiten

Die zweite Schwierigkeit hängt mit den Kindheitserlebnissen der Jungen zusammen. Während der Apartheid waren die Schulen Unruhe-Herde. Und auch heute, nach dem Übergang zur Demokratie, zeigen noch viele Jungen eine rebellische Haltung gegenüber den Behörden und den Institutionen.

Trotz allem sind die ersten Resultate ermutigend. Laut Duncan halten die Erfolgsrate und die Kosten pro Person, die an den Ausbildungsprojekten und an den von der SSACI finanzierten Platzierungen teilnimmt, dem Vergleich mit ähnlichen in Südafrika durchgeführten Programmen bei weitem stand.

swissinfo, Bernard Weissbrodt

Zehn Schweizer Firmen engagieren sich im Ausbildungs-Projekt.
Darunter: Ciba und Novartis, UBS und Credit Suisse, Givaudan, Schindler und Swiss Re.
Alle Firmen bezahlen insgesamt 1 Mio. Franken jährlich. Gleich viel bezahlt die DEZA.

Die von der DEZA und Schweizer Firmen letztes Jahr gegründete Swiss-South African Co-operation Initiative (SSACI) will in Südafrika Jugendlichen helfen, eine Ausbildung abzuschliessen, eine Stelle zu finden oder ihr eigenes Kleinstunternehmen auf die Beine zu stellen.

Nach eineinhalbjähriger Tätigkeit zieht die Stiftung eine positive Bilanz. Rund 1000 Jugendliche nehmen an einem der 36 im Land angebotenen Projekte teil. 185 haben ihre Ausbildung abgeschlossen, 110 haben Arbeit gefunden. Acht Jugendliche gründeten eine kleine Firma.

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