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Schweizer AKW in gutem Zustand

In den Schweizer Atomanlagen haben sich letztes Jahr 16 statt wie früher gemeldet 15 klassierte Störfälle ereignet. Am Gesamteindruck, dass die Atomanlagen in guten Zustand sind und gut geführt werden, ändere dies jedoch nichts.

In den Schweizer Atomanlagen haben sich letztes Jahr 16 statt wie von der HSK im Januar gemeldet 15 klassierte Störfälle ereignet. Am Gesamteindruck der HSK, dass die Atomanlagen in guten Zustand sind und gut geführt werden, ändert dies gemäss dem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht nichts.

Die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) veröffentlichte am Donnerstag (06.04.) ihren Jahresbericht, in dem sie über ihre Aufsichtstätigkeit über die AKW Beznau, Gösgen, Leibstadt, Mühleberg, das Paul-Scherrer-Instituts (PSI) und weitere Atomanlagen rapportiert.

Sie korrigiert die im Januar gemeldete Zahl von klassierten Störfällen um einen auf 16. Hinzugekommen ist eine Panne am 21. Oktober 1999 im AKW Leibstadt, als eine von zwei Grundwasserpumpen des Notstandssystems bei einem Funktionstest versagte. Offen blieb zunächst, ob der Vorfall überhaupt in die der klassierten Störfälle aufzunehmen ist. Sämtliche 16 Fälle sind auf der international gebräuchlichen Bewertungsskala der untersten Stufe 0 «Nicht sicherheitssignifikante Vorkommnisse» zugeordnet.

Im Vergleich dazu wurde der Zwischenfall in der japanischen Kernbrennstofffabrik Tokai Mura am vergangenen 30. September in der Stufe 4 «Unfall ohne signifikante Gefährdung der Umwelt» klassiert. 69 Menschen wurden verstrahlt, bisher eine Person starb an den Folgen.

Aus dem Unfall in Tokai Mura, aber auch aus den Vorfällen bei der Herstellung von Brennelementen in Sellafield, lassen sich gemäss HSK Lehren für die schweizerischen Kernanlagen ziehen. «In zwei Ländern mit anerkannt hohem industriellen Standard haben vor allem die Menschen Fehler gemacht», schreibt der neue HSK-Direktor Wolfgang Jeschki.

Die Elektrizitätsmarktöffnung, die in der Schweiz in Gang sei, werde einen Kostendruck erzeugen. Trotzdem müsse die Ausbildung des Personals auf dem heutigen, hohen Stand bleiben. Alle Änderungen im Verfahren müssten auf ihre Bedeutung für die Sicherheit der Anlagen untersucht werden. «Die HSK wird allfällige Sparmassnahmen der Kernkraftwerkbetreiber hinsichtlich deren Sicherheitsrelevanz prüfen», heisst es.

swissinfo und Agenturen

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