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Schweizer arbeiten immer weniger lang

Auf dem Bau ging die durchschnittliche Arbeitszeit in den letzten 10 Jahren am stärksten zurück. Keystone Archive

Während die Politik über die Verkürzung der Arbeitszeit streitet, zeigt die Statistik klar einen Trend nach unten.

Anfang März werden die Schweizer Stimmberechtigten über eine Initiative abstimmen, welche die 36-Stunden-Woche verlangt. Von einem wirklichen Abstimmungskampf kann keine Rede sein, die Initianten machen den Eindruck, als hätten sie bereits aufgegeben.

Diese Einschätzung ist vermutlich nicht falsch: Bereits mehrfach haben die Schweizerinnen und Schweizer über eine Verkürzung der Arbeitszeit abgestimmt – und die Vorlagen immer haushoch verworfen.

Dennoch betonte Serge Gaillard, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, kürzlich gegenüber SF DRS die Bedeutung der Initiative: Die Länge der Arbeitszeit sei immer wieder diskutiert worden – und heute werde dank diesen Debatten weniger lang gearbeitet als früher.

Ob wirklich die Diskussion der Grund sind, lässt sich nicht belegen. Doch die am Freitag veröffentlichte Statistik über die Arbeitszeit in der Schweiz gibt Gaillard recht: Die wöchentliche Arbeitszeit ist in den letzten zehn Jahren im Schnitt um eine halbe Stunde gesunken.

Am stärksten war die Abnahme im Bau- und im Gastgewerbe, während sie in der öffentlichen Verwaltung nur gering ausfiel.

Durchschnittlich 41,8 Stunden pro Woche

Insgesamt nahm die wöchentliche Arbeitszeit zwischen 1990 und 2000 um exakt 29 Minuten von 42,2 auf 41,8 Stunden ab, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) bekannt gab. Sämtliche Wirtschaftsbranchen verzeichneten einen Rückgang der Arbeitszeit.

Weiterhin nimmt jedoch die Schweiz europaweit einen Spitzenplatz ein bei einem Vergleich der offiziellen Arbeitszeiten.

Rückgang vor allem auf dem Bau und im Gastgewerbe

Der stärkste Rückgang wurde im Baugewerbe festgestellt, wo die Arbeitszeit um 80 Minuten zurückging. Im Gastgewerbe nahm sie um 72 Minuten ab.

Allerdings hatten beide Branchen vor zehn Jahren mit 43,5 respektive 43,4 Stunden noch deutlich über dem landesweiten Mittel von 42,2 Stunden gelegen. Die Kluft hat sich nun verringert.

Am geringsten war der Rückgang der Arbeitszeit im Gesundheits- und Sozialwesen (-12 Minuten) sowie in der öffentlichen Verwaltung (-6 Minuten), wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Längste Arbeitszeiten in Graubünden und Wallis

Aufgeschlüsselt nach Kantonen wird in Graubünden (42,4 Stunden) und im Wallis (42,3 Stunden) am längsten gearbeitet. Dies erstaunt nicht, denn in diesen beiden Kantonen dominiert das Gastgewerbe.

Am anderen Ende der Statistik sind Neuenburg (41,4 Stunden) und Genf (41,0 Stunden) zu finden.

Hunderte Millionen Überstunden

Insgesamt wurden im Jahr 2000 164 Millionen Überstunden geleistet. Rein rechnerisch liessen sich daraus 83’000 Vollzeitstellen bilden. Das Bundesamt warnt jedoch davor, den Abbau dieses Überstunden-Volumens mit einer Senkung der Arbeitslosigkeit gleichzusetzen. Überstunden seien ein flexibles Instrument.

Eva Herrmann und Agenturen

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