Schweizer Flugunfallstatistik 1998: 53 Unfälle – 250 Todesopfer
Der Absturz der Swissair-MD-11 vor der Ostküste Kanadas hat die am Montag (10.01.) veröffentlichte Schweizer Flugunfallstatistik 1998 geprägt. Bei 53 Unglücken mit Schweizer Flugzeugen kamen im Berichtsjahr 250 Menschen ums Leben.
1998 geht trotz weniger Unfällen als in den Vorjahren als bisher schwärzestes Jahr in die Geschichte der Schweizer Fliegerei ein. Bei 53 Unglücken mit Schweizer Flugzeugen gab es 250 Tote; 229 davon allein beim Swissair-Unglück vor Kanada. Dazu kamen zwei Unfälle mit zwei Toten ausländischer Flugzeuge in der Schweiz.
Das Büro für Flugunfalluntersuchungen veröffentlichte am Montag (10.01.) in Bern die Statitistik über Flugunfälle von in der Schweiz immatrikulierten Luftfahrzugen im In- und Ausland sowie von ausländischen Luftfahrzeugen in der Schweiz. Insgesamt gab es mit 55 Ereignissen so wenig Unfälle wie noch nie in der bis 1979 zurückgehenden Statistik. 53 betrafen Schweizer Maschinen, zwei ausländische Flugzeuge in der Schweiz. 17 dieser 55 Unfälle endeten mit Personenschäden. 252 Menschen wurden tödlich, drei erheblich verletzt. Eine der verletzten Personen gehörte weder zu den Passagieren noch zur Besatzung der Unfallmaschine.
Am wenigsten Todesopfer von Unfällen mit Schweizer Maschinen wurden gemäss Statistik in den Jahren 1984 mit 15 Toten bei 98 Unfällen und 1993 mit 16 Toten bei 86 Unfällen registriert. Mit 129 am meisten Unfälle gab es 1985; damals wurden 19 Todesopfer gezählt. Seit 1979 hat allerdings die Zahl der Flugzeuge von 2’460 auf über 4’000 zugenommen, 1998 waren es mit 4’039 Maschinen 19 weniger als 1997. Von 490’000 auf 821’000 zugenommen hat die geschätzte Zahl der Flugstunden.
Was die 4’039 Flugzeuge mit Schweizer Immatrikulation angeht, gab es 53 Unfälle. Einer der Unfälle war der bisher schwerste in der Schweizer Luftfahrt. In der Nacht auf den 3. September 1998 stürzte eine Swissair-MD-11 aus nach wie vor nicht bekannten Gründen vor der Ostküste Kanadas ins Meer, wobei 229 Insassen umkamen. Der Swissair-Crash war einer von drei Unfällen mit Schweizer Flugzeugen von mehr als 5,7 Tonnen Startgewicht. Die andern beiden verliefen glimpflich. 50 Unfälle mit 21 Toten gingen auf das Konto der Flugzeuge mit weniger als 5,7 Tonnen Startgewicht.
Fast die Hälfte der Unfälle ereignete sich mit Flugzeugen von weniger als 2,25 Tonnen Startgewicht. Vier Prozent betrafen Flugzeuge mit einem Startgewicht von 2,25 Tonnen bis 5,7 Tonnen. Sechs Prozent erfolgten mit schwereren Maschinen, 13 Prozent mit Heilikoptern und 28 Prozent mit Motorseglern und Segelflugzeugen.
Die meisten Unfälle, nämlich 26 ereigneten sich bei der Landung. Elf fielen in die Phase des Reiseflugs, acht in die Start- und Steigphase, sieben passierten am Boden oder beim Rollen und drei im Sink- und Anflug.
SRI und Agenturen
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