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Schweizer Technologie für die Bahn der Zukunft

Neue digitale Führerstand-Signalisierung: Europa blickt gespannt auf die SBB. sbb.ch

Die digitale Führerstand-Signalisierung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) soll Lokomotiven sicherer und die Züge grenzüberschreitend schneller machen.

Die SBB wollen nach ersten Tests bis Ende 2005 eine Schnellfahr-Strecke zwischen Bern und Olten einrichten.

Die neue Linie soll die Fahrzeit zwischen der Wirtschaftsmetropole Zürich und der Bundesstadt Bern auf unter eine Stunde verkürzen. Bisher brauchten die Intercity-Züg dafür 1 Stunde 13 Minuten.

Vor allem aber bringen die SBB das System auf ein Niveau, das es tauglich für ganz Europa macht.

«Cab signalling» für mehr Sicherheit

«Es ist erstaunlich, dass die SBB das System überhaupt zum Funktionieren gebracht haben», sagt Christopher Garnet, Geschäftsführer der britischen «Great North Eastern Railway», gegenüber swissinfo an einer Demonstration des neuen Systems.

«Wir beobachten die Entwicklung genau», ergänzt er, «weil wir es in Grossbritannien in vier bis fünf Jahren einführen wollen.»

Die Führerstand-Signalisierung, «Cab Signalling» oder «European Train Control System» (ECTS) genannt, verzichtet auf traditionelle Aussensignale neben den Geleisen und sendet die Informationen wie die zu fahrende Geschwindigkeit kabellos per Funk auf einen Bildschirm im Führerstand.

Das System überwacht auch das Gefährt: Fährt die Lok zum Beispiel schneller als erlaubt oder wird eine vorgegebene Bremsung nicht eingeleitet, wird der Zug automatisch zum Stillstand gebracht.

Kinderkrankheiten laut SBB ausgebügelt



«Ab einer gewissen Geschwindigkeit wird es sehr schwierig, schnell genug auf Aussensignale zu reagieren», erklärt David Bringishaw, Redaktor des «International Railway Journal».

Versuche mit dem ECTS auf der 35 Kilometer langen Strecke zwischen Olten und Luzern im letzten April zeigten massive Kinderkrankheiten auf. Pro Tag fahren 150 Züge diese Strecke.

Unterdessen wollen die SBB die Probleme behoben haben. Die nächste Schnellfahr-Versuchs-Strecke zwischen Olten und Zürich ist mit 45 Kilometern etwas länger. Pro Tag verkehren auf diesem Abschnitt 230 Züge.

Europa-taugliches System



Traditionell hat jedes europäische Land ein eigenes Elektro- und Signalisations-System. Mit der Zunahme von internationalem Personen- und Güterverkehr braucht es kompatible Lösungen.

«Die Idee von ETCS ist, ein System zu haben, das über die nationalen Systeme gelegt werden kann. So können internationale Züge damit ausgestattet werden, und sie können dann überall fahren, wo ETCS erhältlich ist», erklärt Garnet.

Fünf-Jahres-Plan



Bis Ende nächsten Jahres soll ein Drittel des Schweizer Rollmaterials mit ETCS ausgerüstet werden.

Innert 5 Jahren sollen die restlichen Wagen entweder mit ETCS aufgerüstet oder durch neues Rollmaterial ersetzt werden, bei dem das System bereits installiert ist.

Auf der Ebene der Geleise planen die SBB, bis 2017 alles mit ETCS ausgerüstet zu haben. In dieser Zeit wollen die Bundesbahnen 1 Mrd. Franken in die neue Technologie investieren.

swissinfo, Vincent Landon
(Übertragung aus dem Englischen: Philippe Kropf)

Bis Ende 2004: 1/3 der Züge mit ETCS ausgerüstet
Bis 2017: Das gesamte Schienennetz soll darüber verfügen
SBB-Kosten für die neue Technologie: 1 Mrd. Fr.

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