Schweizerisch-amerikanische Wirtschaftskommission gegründet
Der Schweizer Wirtschaftsminister Pascal Couchepin (Bild) und US-Wirtschaftsminister William M. Daley haben am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos am Samstag (29.01.) eine bilaterale Wirtschaftskommission (kurz: JEC) gegründet.
Der Schweizer Wirtschaftsminister, Bundesrat Pascal Couchepin (Bild), und US-Wirtschaftsminister William M. Daley, haben am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos am Samstag (29.01.) eine bilaterale Wirtschaftskommission (JEC – «Joint Economic Commission») gegründet. Sie soll laut Couchepin die Erfolgsstory der Beziehung beider Länder fortsetzen.
Ein entsprechendes Abkommen sei im Beisein von Regierungsvertretern und Wirtschaftsführern beider Länder unterzeichnet worden, teilte das Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD) mit. Die neue Kommission sehe sich als Plattform für die weitere bilaterale und multilaterale Zusammenarbeit.
«Unsere Erfolgsstory kann nicht als gegeben betrachtet werden», sagte Wirtschaftsminister Couchepin im Hinblick auf die Spannungen zwischen den beiden Ländern wegen den nachrichtenlosen Vermögen. Die Probleme seien ein Test. Die USA und die Schweiz hätten die Chance, nochmals neu anzufangen. Unter diesem Stern sei die Gründung der Kommission zu sehen.
Mit dem Abkommen sollten nicht nur «unsere bilaterale wirtschaftliche Partnerschaft» verstärkt werden, sondern auch «die freien Märkte rund um die Welt gefördert werden», sagte Couchepin anlässlich der Unterzeichnung. Die Beziehungen zu Handelspartnern jenseits Europas sollten verstärkt werden.
Denn die Liberalisierung, beispielsweise dank der Welthandelsorganisation (WTO) und ihrer Vorgängerorganisation GATT, sei eine der grössten Quellen des wachsenden Reichtums unserer Gesellschaften.
Nach Angaben des Eidg. Volkswirtschaftsdepartementes soll mit der gemeinsamen Kommission der Dialog zwischen beiden Staaten erleichtert und gefördert werden. Es gehe dabei vor allem um die Bereiche Handel und Investitionen, Arbeitsfragen, geistiges Eigentum, Zusammenarbeit in der pharmazeutischen Industrie, Finanz- und Versicherungswirtschaft sowie um Landwirtschaft, Biotechnolgie und E-Commerce.
Die Kommission wolle sich auch am gemeinsamen Kampf gegen internationale Wirtschaftskriminalität beteiligen und die wirtschaftliche Stabilität in Südosteuropa fördern. Sie unterstütze den Meinungsaustausch innerhalb der multilateralen Organisationen, wie der Welthandelsorganisation (WTO) und der OECD, hiess es weiter.
Die Wirtschaftskommission besteht aus hochrangigen Regierungsbeamten und Vertretern der Privatwirtschaft beider Staaten. Sie tritt in der Regel einmal im Jahr zusammen. Im Herbst 2000 wird sie Bilanz über die ersten Aktivitäten ziehen. Ein Arbeitsprogramm für die nächsten beiden Jahre wurde bereits verabschiedet.
Die Gründung der Kommission war im Januar 1999 von Bundespräsidentin Ruth Dreifuss und US-Vizepräsident Al Gore angeregt worden, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und der Schweiz weiter zu stärken. Sie baut auf dem bereits starken Handelsaustausch zwischen beiden Ländern auf.
Dieser erreichte 1999 ein Volumen von 16 Mrd. US-Dollar und wies bis Ende 1997 Gesamtinvestitionen von 84 Mrd. US-Dollar auf.
SRI und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch