Späte Weihnachten für LeShop
Entgegen allen Erwartungen: Für das Online-Einkaufsportal der Bon appétit Gruppe zeichnet sich eine Rettung ab.
Eine im Moment unbekannte Investorengruppe hat eine Absichtserklärung für eine Übernahme unterzeichnet.
Am 10. Dezember hatte die Berner Bon-appétit-Gruppe angekündigt, ihr Internet-Einkaufsportal an Silvester zu schliessen. Das hätte für 69 Angestellte in Bremgarten AG und Chavannes-de-Bois VD die Entlassung bedeutet.
Das Einkaufen über das Internet habe zu wenig Umsatz gebracht, wurde die Schliessung begründet. Die Bon appétit Gruppe hielt noch zu Beginn des Monats eine Übernahme für wenig wahrscheinlich.
Wie nun bekannt wurde, wird LeShop seine Lieferungen bis Ende Januar fortsetzten, dann soll der definitive Vertrag über die Übernahme unter Dach sein. Die Investoren werden in den kommenden Wochen das Unternehmen im Einzelnen bewerten.
«Seriöse» Leute
Christain Wanner, LeShop-Dirktor, zeigte sich «sehr zuversichtlich», dass der Lebensmittel-Anbieter per Internet gerettet werden kann.
Bei den Investoren handle es sich um «seriöse» Leute, die über genügend Mittel verfügten. Allerdings werde die Identität geheimgehalten, um die Verhandlungen nicht zu gefährden. Die Übernahme erfolge zu einem symbolischen Preis, sagte Wannder.
Ungewissheit für Personal
Noch ist aber unklar, ob das gesamte Personal des Waadtländer Unternehmens weiter beschäftigt wird. Laut LeShop seien die Aussichten jedoch «ermutigend».
Mit einem Marktanteil von 65 Prozent war LeShop bisher die Nummer Eins im Online-Detailhandel vor den Grossverteilern Migros und Coop.
Anfang Jahr rechnete Bon appétit noch mit einer Verdreifachung des letztjährigen Umsatzes von 11,5 Mio. Franken. Doch zeigte sich, dass der Zuwachs lediglich rund 20 Prozent betrug.
Um wie geplant bis 2005 aus den roten Zahlen zu kommen, hätte der Online-Verkäufer aber gut 60 Mio. Franken Umsatz erzielen müssen.
Laut Branchenkennern zeigen sich die Schweizerinnen und Schweizer beim Einkaufen von Lebensmitteln via Internet eher zurückhaltend. In Grossbritannien zum Beispiel liegt der Umsatz proportional zur Bevölkerung rund 20 Mal höher als in der Schweiz.
swissinfo und Agenturen
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