The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Debatten
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Stellenabbau bei Alstom Schweiz

Alstom Schweiz verliert erneut Arbeitsplätze. Keystone

Der finanziell angeschlagene französische Industriekonzern Alstom macht seine Drohung wahr und baut in der Schweiz 650 Stellen ab.

Der Abbau soll in den nächsten 18 Monaten an den Standorten Baden und Birr erfolgen, wie die Gewerkschaften mitteilten.

Alstom Schweiz weiss noch nicht, wieviele Angestellte wegen der Restrukturierung entlassen werden müssen. Klar ist lediglich, dass binnen 18 Monaten 650 von 5000 Schweizer Stellen abgebaut werden und Alstom über einen Sozialplan verfügt.

Ziel sei es, möglichst vielen Betroffenen intern eine andere Stelle anzubieten und über andere Massnahmen die Zahl der Entlassungen tief zu halten.

Eins Sprecher von Alstom Schweiz begründete den Stellenabbau mit dem unter den Erwartungen gebliebenen Auftragseingang. Die bestehenden strukturellen Überkapazitäten von Alstom Schweiz im Energiebereich hätten auch durch einen Aufschwung bei den Aufträgen nicht kompensiert werden können.

«Deftige Ohrfeige»

Die Gewerkschaft SMUV teilte mit, die Geschäftsleitung von Alstom Schweiz habe die Angestellten am Donnerstag über den Abbau orientiert.

Das Vorgehen von Alstom sei inakzeptabel, kritisierte der SMUV. Es sei eine «deftige Ohrfeige für die engagierten Beschäftigten». Diese hätten erst vor zwei Wochen mit den Gewerkschaften und den Personalvertreten Massnahmen präsentiert, um die Arbeitsplätze in Baden und Birr langfristig zu sichern.

Der SMUV sparte auch nicht mit Kritik an der Konzernleitung in Paris: Alstom sei ein Lehrstück dafür, dass ein Konzern vor allem dort Stellen abbaue, wo der politische Druck am geringsten sei.

Engagement der Behörden verlangt

Der SMUV forderte die Schweizer Behörden auf, ihre politische Verantwortung gegenüber den Alstom-Angestellten ernst zu nehmen.

Auch die Angestellten Schweiz VSAM, die Personalvertretung und die Angestellten-Vereinigung protestierten gegen den neuerlichen Abbau. Die hohe Zahl der Stellen, die gestrichen werde, überrasche angesichts der strukturellen Schwierigkeiten, in denen der Konzern weltweit stecke, aber nicht.

Nach Gewerkschaftsangaben ist die Auftragslage bei Alstom Schweiz derzeit unbefriedigend. Im Verlaufe der letzten Monate hätten beim Bestellungseingang unerwartete Rückschläge hingenommen werden müssen.

Die Gewerkschaft Syna sprach in diesem Zusammenhang von einer Mitverantwortung des hiesigen Managements. Im September war bekannt geworden, dass ein Grossauftrag der Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg statt in den Aargau nach Italien gegangen war.

Regierung überrascht

Die Aargauer Regierung zeigt sich überrascht vom Ausmass des Stellenabbaus bei Alstom Schweiz.

Nachdem bereits vor einem Jahr 470 Stellen gestrichen wurden, sei der erneute Abbau von 650 Stellen innerhalb der nächsten anderthalb Jahre «massiv».

Abbau auch am Standort Neuhausen

In der Vergangenheit war immer wieder über einen grösseren Abbau spekuliert worden. Die Gewerkschaften hatten mit der Streichung von bis zu 800 Stellen in Baden und Birr gerechnet.

In Neuhausen, Kanton Schaffhausen, war bereits im Juli in Zusammenhang mit dem Rettungsplan für den Pariser Konzern der Abbau von 85 Stellen bekannt gegeben worden.

Die Schweizer Alstom-Führung hatte im Juni angekündigt, dass die Restrukturierung des Mutterhauses, das weltweit 8500 Stellen streichen will, auch Auswirkungen auf die Schweiz haben werde. Alstom Schweiz sprach damals von «einigen hundert Stellen», die gefährdet seien.

swissinfo und Agenturen

In den nächsten eineinhalb Jahren will Alstom in der Schweiz 650 Stellen abbauen.

Betroffen sind die Standorte Baden und Birr im Kanton Aargau.

Weltweit will der französische Konzern 8500 Stellen streichen.

In Neuhausen, Kanton Schaffhausen, war bereits im Juli der Abbau von 85 Stellen bekannt gegeben worden.

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft