Süsse Zeiten für Barry Callebaut
Der weltgrösste Schokolade- und Kakao-Konzern Barry Callebaut mit Sitz in Dübendorf hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Gewinn und Umsatz deutlich gesteigert.
Barry Callebaut erzielte einen Verkaufserlös von 2,549 Mrd. Franken, sechs Prozent mehr als im Vorjahr; der Gesamtmarkt wuchs gleichzeitig nur um knapp zwei Prozent, wie es an einer Medienkonferenz in Zürich hiess.
Die verkaufte Menge stieg um fünf Prozent auf 787.302 Tonnen. Barry Callebaut verarbeitete nach eigenen Angaben 14 Prozent der weltweiten Kakaoernte und ist damit der weltweit führende Schokolade- und Kakaoproduzent.
Der Betriebsgewinn wuchs um 13 Prozent auf 168 Mio. Franken, der Konzerngewinn nahm um acht Prozent auf 97,1 Mio. Franken zu. Der im Vergleich zum Betriebsgewinnwachstum geringere Zuwachs des Konzerngewinns wurde im Wesentlichen auf höhere Finanzierungs-Kosten wegen der Vollkonsolidierung strategischer Kakaopositionen zurückgeführt.
Der Verschuldungsgrad wurde von 159 auf 113 Prozent gesenkt, die Eidgenkapital-Quote von 29 auf 34 Prozent erhöht. Die Aktionäre sollen eine um drei Prozent höhere Dividende von 6,70 Franken erhalten. Der Personalbestand wurde um fünf Prozent auf 4.911 Beschäftigte reduziert.
Gute Aussichten
Für das angelaufene Geschäftsjahr 2001/2002 rechnet Barry Callebaut gemäss den Angaben mit einer weiteren Stärkung der operativen Ertragskraft. Allerdings seien die kurzfristigen Auswirkungen der gegenwärtigen konjunkturellen Abkühlung noch nicht abschliessend einschätzbar.
Die Unternehmensführung zeigte sich aber überzeugt, dass Barry Callebaut angesichts des anhaltenden Strukturwandels in der Kakao- und Schokolade-Industrie richtig positioniert sei.
Klaus J. Jacobs zieht sich zurück
An der Aktionärs-Versammlung vom kommenden 13. Dezember treten Klaus J. Jacobs und Gaudenz Staehelin aus dem Verwaltungsrat der Barry Callebaut AG zurück.
Zur Zuwahl vorgeschlagen werden der 39-jährige Hamburger Jurist Christian Jacobs, designierter Verwaltungsrats-Präsident der KJ Jacobs AG, und der 55-jährige Manor-Konzernchef Rolando Benedick.
Der 1997 aus der Zusammenlegung zweier Konkurrenten entstandene Barry-Callebaut-Konzern hatte vor dem Börsengang von Mitte 1998 dem 65-jährigen Klaus J. Jacobs gehört; der Milliardär hatte 1990 die traditionsreiche Jacobs-Suchard-Gruppe dem amerikanischen Nahrungs- und Genussmittelkonzern Philip Morris verkauft.
swissinfo und Agenturen
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