Swiss im leichten Steigflug
Mit 11,6 Mio. Passagieren hat die Fluggesellschaft Swiss mehr Passagiere befördert als im Business-Plan vorgesehen.
Im vierten Quartal war jedoch ein Einbruch zu verzeichnen. Verantwortlich gemacht dafür werden die Konjunkturflaute und die geopolitischen Unsicherheiten.
Die gedämpfte Reiselust liess die Passagierzahlen im Schlussquartal 2002 auf 2,92 Mio. schrumpfen. Das ist ein Rückgang von 16,3%in Vergleich zum Vorjahresquartal.
Die Auslastung der Sitze, der sogenannte Sitzladefaktor, betrug im vergangenen Jahr 71%, wobei im Interkontinentalverkehr 80,3% erreicht wurden. Für das Europageschäft schaute ein deutlich kleinerer Sitzladefaktor von 56,9% heraus.
Die Aussagekraft dieser Zahlen sei allerdings relativ, sagt Swiss-Sprecher Dominik Werner: «Für ein kleineres Flugzeug, wie es im Europa-Verkehr zum Einsatz kommt, braucht es auch einen kleineren Sitzladefaktor, um rentabel zu sein.»
Konkurrenz erringt Swiss-Marktanteile
In Europa seien die Flüge nach Griechenland, Spanien und Portugal sehr gut ausgelastet gewesen. Unter dem Durchschnitt fiel das Geschäft in Skandinavien und Deutschland aus, wo Swiss Marktanteile an die Konkurrenz abgeben musste.
Swiss bedient Europa mit 26 Mittelstreckenflugzeugen und 80 Maschinen der Regionalflotte. Den Interkontinentalverkehr bestreitet die Swiss mit 26 Langstreckenflugzeugen.
Getrübte Aussichten ohne Allianz
Grosse Hoffnung setzt die Airline weiterhin in die Zusammenarbeit mit American Airlines. Dadurch hätten 2002 die Auswirkungen der schlechten Wirtschaftslage gedämpft und eine gute Auslastung auf den Verbindungen Schweiz-Nordamerika erzielt werden können, erklärt Werner.
Swiss wartet weiterhin auf die Einbindung in eine der grossen Flug-Allianzen. Im vergangenen Jahr vertiefte sie ihre seit Frühjahr bestehende Zusammenarbeit mit American Airlines. Diese ist neben British Airways einer der zwei grossen Partner in der Allianz OneWorld.
Ziel: Schwarze Zahlen
Der Swiss Business Plan ging für das Jahr 2002 von einem Verlust von 1,1 Mrd. Franken aus. In den ersten neun Monaten betrug der Verlust 582 Mio. Franken.
Swiss-Chef André Dosé rechnet gemäss früheren Angaben mit einem Schlussquartals-Defizit von rund 135 Mio. Franken. Der Gesamtverlust für 2002 dürfte damit bei rund 700 Mio. Franken liegen.
Die Airline bleibt beim ehrgeizigen Ziel, die Jahresrechnung 2003 mit schwarzen Zahlen präsentieren zu können. Die im November 2002 angekündigte Restrukturierung, die den Abbau von 300 Stellen und 8 Flugzeugen zur Folge hat, wird sich laut Swiss-Sprecher Werner ab Mitte Januar bis Ende März auswirken.
swissinfo und Agenturen
Swiss beförderte 2002 11,6 Mio. Passagiere, das sind fast 2 Mio. mehr als prognostiziert.
Im vierten Quartal 2002 sank das Passagier-Aufkommen um 16,3%.
Die Sitzauslastung betrug 2002 rund 71%.
Sitzauslastung anderer Fluggsellschaften:
KLM 74,6%, Air France 74%, British Airways 71,2% und Lufthansa 68,4%
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