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swiss kämpft mit Pannen

Um die Pannen-Serie in den Griff zu kriegen, hat die swiss eine Experten-Taskforce eingesetzt. Keystone

In den letzten Wochen häuften sich die Pannen bei den Flugzeugen der swiss. Zahlreiche Flüge hatten Verspätung oder mussten ganz abgesagt werden.

In den letzten vier Wochen seien 240 Flüge ausgefallen, sagte swiss-Sprecher Manfred Winkler auf Anfrage zu entsprechenden Berichten in der Sonntagspresse. Davon sei die Mehrzahl auf technische Probleme zurückzuführen. Wieviele Flüge erhebliche Verspätungen erlitten, konnte Winkler nicht sagen.

Gemäss «Sonntags Blick», der sich auf einen «internen Pannen-Report» beruft, wurden alleine am 12. Juli 32 Regionalflüge annuliert, es habe Probleme mit 16 Maschinen gegeben.

«Die Pannenserie ist schon etwas ungewöhnlich», meinte Winkler, «die hohe Anzahl ausgefallener Flüge rechtfertigt sich nicht.» Dies sei sehr unbefriedigend, vor allem für die Passagiere. Zudem verursachten die Ausfälle der swiss Mehrkosten.

Unterschiedliche Gründe

Die Mängel seien unterschiedlicher Art und bei verschiedenen Flugzeugtypen aufgetreten. Ein Muster sei nicht erkennbar, erklärte Winkler. Die Pannen habe es vor allem bei den Maschinen der ehemaligen Crossair-Flotte gegeben, die auf Regionalstrecken eingesetzt würden.

Diese seien besonders in den Sommermonaten bei mehreren Starts und Landungen pro Tag grossen Belastungen ausgesetzt. Die Sicherheit sei jedoch «überhaupt nicht beeinträchtigt» gewesen, sagte Winkler weiter. Die Flüge seien vor dem Start der Maschinen annulliert worden. «Wir können es uns nicht leisten, mit technisch nicht einwandfreien Flugzeugen zu fliegen.»

Nun will die swiss den Ursachen der Probleme mit «höchster Priorität» auf den Grund gehen. Dazu sei eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden, zu der auch Experten der Herstellerfirmen Saab, Embraer und Avro (Jumbolino) gehörten. «Wir hoffen, in der nächsten Woche etwas dazu sagen zu können», sagte Winkler.

Zurzeit sei es nicht geplant, einzelne Flugzeugtypen aus dem Verkehr zu ziehen. Es gehe darum, die gründe für die einzelnen Pannen zu eruieren und allfällige Massnahmen zu beschliessen. Laut Winkler führt die swiss täglich 700 Flüge durch.

Engpässe und unzufriedene Piloten

Zudem kämpft die Swiss mit Personalproblemen. In der ersten Augustwoche besteht während der Ferienzeit ein Engpass beim Kabinenpersonal. Bei einigen Airbussen fliegt die swiss mit dem vorgeschriebenen minimalen Personalbestand. Bis Ende 2002 braucht die Gesellschaft noch 200 Flight Attendants, um auf die vorgesehenen 4500 zu kommen, wie Winkler sagte.

Im Streit mit den ehemaligen Crossair-Piloten um einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) signalisierte Swiss-Chef André Dosé Entgegenkommen. Er sicherte der Gewerkschaft swiss Pilots (vormals: CCP) eine grosszügigere Ferienregelung zu.

Die neue Regelung solle sofort nach Inkraftsetzung des neuen Gesamtarbeitsvertrags (GAV) eingeführt werden, sagte Dosé am Samstag vor den Medien in Zürich. Ursprünglich vorgesehen war eine über mehrere Jahre gestaffelte Einführung.

swiss Pilots: Nullsummenspiel

Weiter sicherte Dosé die früher in Aussicht gestellten 16 Mio. Franken für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der ehemaligen Crossair-Piloten verbindlich zu. Ursprünglich war das Geld im GAV für Lohnverbesserungen von durchschnittlich 16% vorgesehen gewesen.

Ob die neue Ferienregelung nun über diese 16 Millionen finanziert werden soll oder ob die swiss zusätzliches Geld zur Verfügung stellt, müsse noch ausgehandelt werden, sagte Dosé.

Die Pilotengewerkschaft zeigte sich über Dosés Schritt nicht begeistert. swiss Pilots-Präsident Bieli sprach von einem Nullsummenspiel. Nun würden Ferien statt Lohn versprochen.

Das Angebot der swiss sei nur akzeptabel, wenn die Ferienregelung unabhängig von den Lohnerhöhungen gewährt werde. Die Gewerkschaft strebt die völlige Gleichstellung mit den ehemaligen Swissair-Piloten an, was laut Dosé für die swiss zu teuer ist.

swiss Pilots wollen Denkpause

Die Vertreter der Gewerkschaft swiss Pilots lassen den Dienstagstermin für erneute Verhandlungen mit der swiss-Konzernleitung platzen. Vor weiteren Gesprächen für den GAV will swiss Pilots nach eigenen Angaben eine Denkpause einlegen.

«Das swiss-Management will oder kann auf die gerichtlich geschützte Forderung nach vollwertiger Gleichstellung offensichtlich nicht eintreten, und das mit Berufung auf den swiss-Business-Plan», teilte die Gewerkschaft am Montagabend mit.

Der swiss-Konzernchef André Dosé bezeichnete das Vorgehen der ehemaligen Crossair-Piloten als «unverantwortlich». Dosé gab bekannt, dass swiss weiter verhandeln will.

swissinfo und Agenturen

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