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Swissair gegen swiss

Die SAirGroup will die Marke "swiss" verbieten lassen. Keystone

Die SAirGroup wehrt sich gegen den Marktauftritt der neuen Schweizer Airline als "swiss". Die Crossair protestiert, der Bund bedauert.

Im Interesse ihrer Gläubiger sei sie gezwungen, der Crossair AG den neuen Marktauftritt gerichtlich verbieten zu lassen, teilte die SAirGroup weiter mit. Bis heute sei die Crossair nicht gewillt, mit der SAirGroup und dem Sachwalter eine einvernehmliche Lösung zu suchen.

Offensichtlich wolle die neue Airline vom Image der Marke «Swissair» profitieren, ohne etwas dafür zu bezahlen, schreibt die SAir Group weiter. Sie sei Inhaberin der Marke «Swissair» sowie der Marke «Rhomboid mit Schweizerkreuz».

Drei von Crossair und der SAirGroup gemeinsam ernannte Experten hätten Ende November 2001 den Wert der Marke «Swissair» auf 660 Mio. Franken geschätzt. Die Crossair habe von ihrer Option zum Kauf der Marke innerhalb der vereinbarten Frist keinen Gebrauch gemacht.

Weil die Crossair bisher kein ernstzunehmendes Interesse an einer einvernehmlichen Lösung des Konflikts gezeigt habe, würden die SAirGroup und ihre Töchter SAirLines und Swissair beim zuständigen Richter beantragen, der Crossair AG den Gebrauch der Zeichen «swiss» und «Swiss Air Lines Ltd» zu verbieten.

Auch Sachwalter für Verbot

Auch Karl Wüthrich, Sachwalter der in Nachlassstundung stehenden SAirGroup, fordert ein Verbot der Marke «swiss». Die Gläubiger hätten ein Interesse an der bestmöglichen Verwertung der vorhandenen Aktiven.

Zu den Aktiven der SAirGroup gehöre insbesondere auch die Marke «Swissair». Das Verbot des Marktauftritts unter dem Namen «swiss» diene dem Schutz der Markenrechte der SAirGroup und liege damit auch im Interesse der Gläubiger.

Anfang Februar 2002 hatte die Crossair über ihren neuen Marktauftritt informiert. Sie will ab Inkrafttreten des Sommerflugplans unter der Marke «swiss» auftreten. Im Verlauf des Jahres 2002 will sie sich in Swiss Air Lines Ltd. umfirmieren. Die swiss-Flugzeuge sollen den Flugzeugen der Swissair weitgehend gleichen.

Crossair erzürnt

Die Crossair hat die Vorwürfe der SAirGroup scharf zurückgewiesen. Die Behauptung, der Markenname swiss und der neue Firmenname Swiss Airlines Ltd. verletzten die Rechte der SAirGroup, sei völlig haltlos und aus der Luft gegriffen.

Die Crossair werde sich mit allen Mitteln dagegen wehren, dass der Marktauftritt von swiss gerichtlich verboten werde. Sie sehe keinen Grund, der SAirGroup für die Benützung von swiss oder Swiss Air Lines Ltd. eine Entschädigung zu zahlen.

Das Vorgehen der SAirGroup sorge beim Personal und bei den Kunden von swiss völlig unnötigerweise für Unruhe. Sollte der Crossair dadurch Schaden entstehen, so werde sie gegen die Verantwortlichen der SAirGroup rechtliche Schritte unternehmen.

Kopfschütteln beim Bund

Der Bund bedauere die Streitereien kurz vor dem Start der neuen Airline, sagt Daniel Eckmann, Sprecher des Finanzdepartements (EFD). «Nach unserem Wissen hat die Crossair den Marktauftritt von swiss und den neuen Firmennamen nach sorgfältiger Prüfung der Rechtslage gestaltet», erklärte Eckmann. Der Bund sehe keinen Anlass, am korrekten Vorgehen der Crossair und an der Seriosität der Abklärungen zu zweifeln.

Der Namensstreit hinterliess auch an der Schweizer Börse Spuren. Der Kurs der Crossair-Aktie stürzte zeitweise fast sechs Prozent ab.

Nahtlose Übernahme gesichert

Unterdessen gedeihen die swiss-Vorbereitungen weiter. Crossair hat vom Eidg. Verkehrsdepartement (UVEK) die Streckenkonzessionen für 38 Langstrecken-Verbindungen in 29 Staaten erhalten. Damit ist die nahtlose Übernahme des Swissair-Langstreckenverkehrs garantiert. Zwei weitere Bewilligungen stehen noch aus.

swissinfo und Agenturen

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