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Swissair rappelt sich auf

Für 250 Flüge stiegen die Swissair-Maschinen am Montag in den Himmel. Keystone

Die Swissair hat am Montag 250 Flüge durchgeführt und bietet neu Pauschal-Tickets an. Der Fracht-Bereich erhielt Nachlass-Stundung und die Catering-Tochter muss 420 Stellen streichen. Die UBS versprach 55 Millionen. An der Börse zählten die SAir-Papiere nicht mehr zum SMI.

Die Swissair hat am Montag insgesamt 250 Flüge durchgeführt. Sie realisierte dabei 180 Flüge selber, davon 47 Langstreckenflüge. 70 Flüge übernahm die Crossair.

Der Flugplan sei auf Grund der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel und auf Grund der Nachfrage gekürzt worden, sagte Swissair-Sprecher Jean-Claude Donzel.

Weiterhin wird auch Brüssel nicht angeflogen; die Swissair befürchtet dort die Beschlagnahmungen ihrer Maschinen.

Flugplan am Dienstag

Voraussichtlich am Dienstag will die Swissair den Flugplan für die Zeit bis zum 27. Oktober veröffentlichen. Ab Beginn des Winterflugplanes am 28. Oktober 2001 sollen zwei Drittel des Swissair-Flugbetriebs in die Crossair integriert werden.

Einheitspreis in Bargeld

Die Swissair bietet gegen Bargeld Flüge zu Einheitspreisen an, damit sollen die Ticketverkäufe angekurbelt werden. Innerhalb Europas kostet ein beliebiger Swissair-Flug in der Economy-Class hin und zurück 300 Franken.

Langstreckenflüge werden, exklusive Flugafentaxen, für 800 Franken verkauft. Die Preise in der Business-Class betragen 800 Franken respektive 3’000 Franken für Interkontinental-Flüge. Ein First-Class-Flug nach Übersee ist für 7’000 Franken zu haben.

Die Aktion gelte bis zum 27. Oktober, sagte ein Firmensprecher. Die Preisreduktionen würden für alle Destinationen ausser Japan angeboten.

Nachlass-Stundung für Frachtbereich

Auch der Frachtbetrieb der Swissair Group lief am Montag nur mit halber Kraft: Swisscargo und Cargologic kamen auf 55% der bisherigen Kapazitäten. Weiterin ungewiss bleibt die Zukunft des 1550 Personen beschäftigenden Frachtbereichs.

«Wir wissen nicht, wie und in welchem Umfang der Frachtbereich in die neue Gesellschaft integriert wird», erklärte Swisscargo-Sprecher Robert Cathomas. «Wir müssen bald mit den Kündigungen beginnen, damit die Leute noch eine Chance haben, eine neue Stelle zu finden», fügte er hinzu.

Swisscargo und Cargologic haben am Freitag beim zuständigen Bezirksgericht Bülach Gesuche um Nachlass-Stundung eingereicht. Diese wurden bewilligt.

Gate Gourmet streicht 420 Stellen

Mehr Klarheit herrscht über den Umfang des Abbaus der Catering-Tochter Gate Gourmet: In Zürich werden 420 Stellen von 1’245 gestrichen. Die Entlassung der 250 fest angestellten Mitarbeitenden und der170 Temporär-Angestellten soll bis Ende März 2002 erfolgen.

Abbau bei der «alten Swissair»

An einer offenbar sehr emotional verlaufenen Orientierung des Personals in einem Hangar auf dem Flughafen Zürich Kloten am Montagabend gab Mario Corti unter Ausschluss der Medien bekannt, dass weltweit 9’000 der 71’000 Beschäftigten entlassen werden. Bei Swiss Air Lines seien es 2’560 Entlassungen.

UBS grosszügig

Die UBS lancierte am Montag eine Goodwill-Aktion zugunsten der neuen Schweizer Fluggesellschaft: Mit einem Betrag von 55 Mio. Franken will sie die Folgen der letzten Woche auf Passagiere, Kunden und Partner der Swissair mildern.

Die 55 Millionen hat die Bank nach eigenen Angaben zusätzlich zu den 110 Mio. Franken zugesagt, welche sie zusammen mit der Credit Suisse Group zur Garantie der Guthaben der Swissair-Angestellten bei der Personal-Depositenkasse bereitgestellt hat.

Im Namen der neuen Schweizer Airline sagte die UBS auch, die neue Airline solle im Rahmen des Sponsorings den Schweizerischen Skiverband, die Landesausstellung Expo.02, das Eishockey-Team Kloten Flyers und das Tennisturnier Swisscom Challenge unterstützen.

Wendepunkt beim Aufbau

Die bislang zerstrittenen Personalverbände und das Management von Swissair und Crossair wollen beim Aufbau der neuen Fluggesellschaft besser zusammenarbeiten.

Dies hätten alle Beteiligten an einem Runden Tisch vom Sonntagabend beschlossen, teilten Personalverbände, Gewerkschaften und Managementvertreter am Montag mit.

Zur Umsetzung des Crossair-Business-Konzeptes seien Arbeitsteams unter einer «Co-Führung» paritätisch von Vertretern der Crossair und Swissair gebildet worden.

Swissair aus dem SMI gekippt

Die Swissair-Aktien gerieten am Montag unter Druck und sanken bis auf 3,80 Franken, um sich nach einem Tageshoch von 6,10 Franken auf 5,63 Franken zu schliessen.

Seit Montag wird die Aktie nicht mehr zum Swiss Market Index (SMI) und zum Swiss Performance Index (SPI) gezählt. Die SWX-Börse, wo die Firma kotiert ist, hatte beschlossen den Titel per Ende letzter Woche aus dem Index zu kippen.

swissinfo und Agenturen

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