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«Tomaten mit bitterem Nachgeschmack»

Trügerische Idylle. Die Landarbeiter aus Nordafrika sollen in Spanien besser behandelt werden, fordern Schweizer NGOs. Keystone

Die Schweizer Grossverteiler Migros und Coop sollen Druck ausüben auf die Behörden in Südspanien. Die dort im Gemüseanbau arbeitenden Marokkaner sollen menschenwürdig behandelt werden. Das forderten NGOs in Bern.

Eine Delegation der Nichtregierungsorganisationen überreichte am Freitag (27.10.) Migros-Manager Johann Züblin einen Protestbrief zuhanden von Verwaltungsrats-Präsident Claude Hauser. Der gleiche Brief geht auch an Coop-Chef Hansueli Loosli.

Wie Sklaven

In der Produktion von Gemüse und Obst arbeiteten tausende rechtlose Arbeitskräfte in Gewächshäusern, wurde in Bern an der Orientierung gesagt. Sie seien ihren Patrons «wie Sklaven» ausgeliefert. Die vorwiegend aus Marokko kommenden Menschen müssten ausserhalb der Ortschaft wohnen, teils unter erbärmlichen Zuständen.

Gefordert wird im Schreiben an Migros und Coop, die Grossverteiler sollen sich für menschenwürdige Bedingugen einsetzen. Der Ursprung der verkauften Produkte -darunter Tomaten, Auberginen und Gurken – und die Herstellungsweise sollten klar angegeben werden. Billige Frischware, die unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werde, solle nicht angeboten werden.

Gegen Boykott

Migros-Qualitätsmanager Züblin versicherte, die Migros bemühe sich um eine schärfere Kontrolle der Lieferanten aus der umstrittenen Region. Im November werde eine weitere Delegation vor Ort die Bedingungen überprüfen. Doch sei ein Boykott nicht sinnvoll. Dies würde die Kleinbauern und die illegal in Spanien weilenden Nordafrikaner treffen. Aus der bemängelten Stadt El Ejido bezieht Migros 0,5 Prozent seines angebotenen Gemüses, aus der gesamten Provinz Almeria sind es 2 Prozent.

swissinfo und Agenturen

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