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Verbesserte Zugsicherung: Europäisches ETCS-System ab 2003 als Standard

In der Schweiz wird die Zugsicherung mit Investitionen von rund 110 Millionen Franken bis 2002 verbessert. Ab 2003 schreibt die Bahnaufsicht dann als erstes Land Europas die Einführung des Europäischen Zugsicherungssystems ETCS vor.

In der Schweiz wird die Zugsicherung mit Investitionen von rund 110 Millionen Franken bis 2002 verbessert. Ab 2003 schreibt die Bahnaufsicht als erstes Land Europas die Einführung des Europäischen Zugsicherungssystems ETCS vor.

Die Zugsicherung auf dem Schweizer Bahnnetz ist nach dem Unfall am 1. November 1999 im Bahnhof Bern-Weissenbühl (Bild) ins Gerede geraten. Damals wurden zwei Menschen getötet und 42 verletzt, als ein Regionalzug einen andern rammte, weil er trotz Rotlicht aus dem Bahnhof gefahren war.

Der Unfall hätte durch das Zugüberwachungs- und Beeinflussungssystem (ZUB) verhindert werden können. Die Strecke war aber noch nicht damit ausgerüstet.

Max Friedli, Direktor des Bundesamtes für Verkehr (BAV), äusserte sich am Montag (31.01.) an einer Medienkonferenz in Bern nicht zur Frage, ob sich neben dem Lokomotivführer auch das BAV wegen des Unfalls verantworten müsse. Er wies aber zurück, dass das BAV das Gesuch der BLS für den ZUB-Einbau verschleppt habe. Und er zeigte sich überzeugt, dass das BAV die Lehren aus dem Unfall gezogen habe.

Die Strategie der Bahnaufsicht präsentierte Friedli wie folgt: Grundsätzlich gehe die Schweiz im Jahr 2003 zum European Train Control System (ETCS) über. Wenn Züge in den Zeiten des freien Netzzugangs konkurrenzfähig, rasch und problemlos von Rotterdam nach Mailand fahren wollten, brauche es eine europaweit einheitliche Zugsicherung. Weil ETCS aber noch nicht so weit sei, wie vom BAV gewünscht, werde die Sicherheit vorerst mit den vorhandenen Mitteln verbessert.

Bis Ende 2002 müssen die SBB und die andern Normalspurbahnen risikoreiche Abschnitte mit dem ZUB nachrüsten. Auch müssen die Privatbahnen und ausländischen Bahnen, die regelmässig mit dem ZUB ausgerüstete Strecken befahren oder Gefahrengut transportieren, die Lokomotiven nachrüsten.

Alles zusammen kostet etwa 110 Millionen Franken. Ab 2003 müssen die Triebfahrzeuge ab Fabrik mit ETCS ausgerüstet sein und es werden zur Sicherung der Strecken ausschliesslich ETCS-Komponenten verwendet.

Vorrangig gilt dies für die Neat-Strecken am Gotthard und Lötschberg-Simplon sowie für die S-Bahn Bern, die eng mit der Lötschberg-Simplon-Achse verknüpft ist. Bestehende Fahrzeuge, die mit ZUB ausgerüstet sind, erhalten einen so genannten ‚Rucksack‘, ein zusätzliches Gerät, das dem ZUB-Fahrzeuggerät erlaubt, ETCS-Signale zu empfangen und zu verarbeiten.

Diese Strategie gilt für das Normalspurnetz; eine vergleichbare Vorgabe für die Schmalspur-Unternehmen wird vorbereitet. Rasch verbessert werden soll aber die Zugsicherung auf der Brünig-Schmalspurstrecke der SBB.

Das Amt habe den Bahnen klare Terminvorgaben gemacht und werde die Realisierung eng begleiten, so Friedli. Die Bahnen wüssten schon seit 1998, dass das BAV auf ETCS setze.

Die Schweiz ist gemäss BAV-Angaben das erste Bahnland, das sich für ETCS als Standard entscheidet. In den umliegenden Ländern seien jedoch ETCS-Versuchsstrecken bereits in Betrieb. Zudem werde ETCS von der EU-Kommission unterstützt.

SRI und Agenturen

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