Wechsel an UBS-Spitze
Die UBS hat Konzernchef Luqman Arnold überraschend ersetzt. Seine Nachfolge übernimmt Peter Wuffli. Die Finanzwelt reagierte konsterniert.
UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel erklärte in einem Telefon-Interview, eine Summe von Differenzen habe zum sofortigen Rücktritt von Luqman Arnold geführt. Der Schritt sei nicht wegen wirtschaftlichen oder finanziellen Problemen erfolgt.
Welcher Natur die Meinungsverschiedenheiten waren, sagte weder Marcel Ospel noch der neue Konzernchef Peter Wuffli. Die Chemie zwischen Verwaltungsrats-Präsident Ospel und Luqman Arnold dürfte nicht gestimmt haben, vermuten Kenner der Branche.
Vereinzelt hiess es, Ospels Alleingang in Sachen Swissair könnte zum Eklat beigetragen haben. Andere Analysten sprachen von möglichen Differenzen über die strategische Ausrichtung des UBS-Konzerns. Eine Knacknuss könnte die Integration der US-Gesellschaft PaineWebber gewesen sein, vermutet Francesco Catanzaro von der Basler Privatbank Sarasin.
Der 51-jährige Brite Arnold hatte die Konzernleitung erst im vergangenen Mai von Marcel Ospel übernommen, der als Nachfolger von Alex Krauer an die Spitze des Verwaltungsrats gerückt war. Über die künftigen Pläne von Arnold machte die UBS keine Angaben.
Der neue Konzernchef Wuffli ist 44-jährig und hatte bisher als CEO die UBS Asset Management geleitet. Der Schweizer Banker, der seine Karriere beim Bankverein begonnen hatte, war schon früher als möglicher Nachfolger Ospels im Gespräch gewesen.
Ospel bleibt aktiver VR-Präsident
In einer Telefonkonferenz versicherte Wuffli, er werde in der Konzernleitung auf Kontinuität setzen. Zu den Gründen für den völlig überraschenden Wechsel machte er unter Hinweis auf einen entsprechenden Entscheid des Verwaltungsrats keine Angaben. Er bekräftigte lediglich, dass das Ausscheiden Arnolds keinen finanziellen oder führungsmässigen Hintergrund habe. Ospel werde sein Präsidialamt weiterhin aktiv ausüben.
UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel wird in einer UBS-Mitteilung mit der Aussage zitiert: «Wir bedauern, dass dieser Führungswechsel nötig wurde.» Der Verwaltungsrat bedanke sich bei Arnold für dessen Leistungen.
Weiter gab die UBS bekannt, dass John Costas als neuer CEO von UBS Warburg in die Konzernleitung aufrücken wird. Die Nachfolge Wufflis bei UBS Asset Management wird John Fraser übernehmen. UBS PaineWebber soll zudem ab Anfang 2002 als eigene Unternehmensgruppe geführt werden.
Kurssturz
An der Schweizer Börse verzeichneten die UBS-Papiere einen Kurssturz. Gegenüber dem Vorabend sackte der Kurs zeitweise fast 5% bis auf 81,40 Franken. Zum Schluss lag er mit 82,65 Franken 4,2% tiefer. Der SMI sank um 0,45%.
swissinfo und Agenturen
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