Wechselkursgewinne bescheren der Nationalbank massive Ertragssteigerung
Kursgewinne haben der Schweizerischen Nationalbank 1999 einen Ertragssprung von zwei Milliarden Franken beschert. Neben der Gewinnausschüttung von 1,5 Milliarden Franken an Bund und Kantone können die Reservepolster um 2,9 Milliarden erhöht werden.
Kursgewinne vor allem auf den Dollarbeständen haben der Schweizerischen Nationalbank 1999 einen Ertragssprung von zwei Milliarden Franken beschert. Wie die Notenbank am Dienstag (04.01.) mitteilte, können neben der Gewinnausschüttung von 1,5 Milliarden Franken an Bund und Kantone die Reservepolster um weitere 2,9 Milliarden erhöht werden.
Die Jahresrechnung 1999 der Schweizerischen Nationalbank (SNB) schliesst mit einem Gesamterfolg von rund 4,4 Milliarden Franken ab. Das sind etwa zwei Milliarden mehr als im Vorjahr. Wie dem Kommentar zum letzten Notenbankausweis des Jahres 1999 weiter zu entnehmen ist, hat sich die Zusammensetzung der Erträge aber grundlegend verändert. Hatte die Nationalbank 1998 auf den handelbaren Finanzanlagen und den weiteren Ertragspositionen noch einen Bruttoertrag von 3,6 Milliarden Franken erwirtschaftet, waren es letztes Jahr nur noch 0,8 Milliarden Franken. Der Grund dafür liegt im Zinsanstieg an den relevanten Anlagemärkten und den dadurch ausgelösten deutlichen Kursrückgängen, wie die Nationalbank schreibt.
Dafür strich die Notenbank einen Wechselkursgewinn von 4,1 Milliarden Franken ein, nachdem im Vorjahr noch ein Rückschlag von 0,9 Milliarden Franken auf den Devisen hatte hingenommen werden müssen. Zum Kursgewinn auf den Devisenreserven trug vor allem der Höhenflug des Dollars bei. Er legte innert Jahresfrist von 1,3772 auf 1,5980 Franken zu. Mit Ausnahme des Euro stieg auch der Kurs der anderen Valuten gegenüber dem Franken.
Unter Berücksichtigung eines von 0,3 auf 0,5 Milliarden Franken gestiegenen Aufwands ergab sich ein Gesamterfolg von 4,4 Milliarden Franken. Davon werden gemäss der noch bis ins Jahr 2002 geltenden Vereinbarung mit dem Bundesrat auch dieses Jahr 1,5 Milliarden Franken an Bund und Kantone ausgeschüttet. Die Überweisung erfolgt jeweils nach der Genehmigung der Rechnung durch die Generalversammlung Ende April. Die restlichen 2,9 Milliarden Franken oder zwei Milliarden mehr als im Vorjahr werden den Rückstellungen für Markt-, Kredit- und Liquiditätsrisiken zugewiesen. Dieser Posten wird damit einen neuen Rekordbetrag von 37,6 Milliarden Franken erreichen.
SRI und Agenturen
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