Wer wird Grundversorger?
Die landesweite Grundversorgung für Telekommunikations-Dienste wird neu ausgeschrieben. Die Swisscom überlegt sich eine Verlängerung der Konzession.
Die Grundversorgung der Schweiz mit vier Millionen Festanschlüssen liegt noch bis Ende 2002 in den Händen der ehemaligen Monopolistin Swisscom. Die ComCom hat am Dienstag eine neue, erweiterte Konzession für fünf Jahre ausgeschrieben.
Bis 1. März 2002 haben die Bewerber Zeit, ihre Dossiers beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) einzureichen, wie die ComCom am Dienstag mitteilte.
Die interessierten Unternehmen müssen dem Bakom darlegen, wie sie die verschiedenen Grundversorgungs-Dienste zu erfüllen gedenken. Im Oktober hat der Bundesrat die Grundversorgung für Fernmeldedienste ausgeweitet. Die Telefon-Anschlüsse sollen neu auch über einen Digital-Anschluss verfügen.
Andere Interessenten als Swisscom unwahrscheinlich
Eine Alternative zu Swisscom zeichnet sich jedoch nicht ab. Es sei unwahrscheinlich, dass sich eine andere Firma als Swisscom um die Konzession bewerbe, sagte am Dienstag Fulvio Caccia, Präsident der Eidgenössischen Kommunikations-Kommission (ComCom).
Die Swisscom prüfe, ob und unter welchen Voraussetzungen sie sich für eine weitere Konzession bewerben wolle, sagte Swisscom-Sprecherin Pia Rogers. Grundsätzliches Interesse sei vorhanden. Die Aufgaben könnten gemäss der bestehenden Rahmen-Bedingungen jedoch nicht kostendeckend wahrgenommen werden.
Das Problem für die Swisscom liegt bei der vom Bundesrat festgesetzten Preisobergrenze von 25,25 Franken für einen analogen Telefonanschluss. Insgesamt liege die Unterdeckung beim Grundversorgungs-Auftrag jährlich im dreistelligen Millionenbereich, sagte Rogers.
Zur Not entscheidet ComCom
Der ComCom ist das Problem bewusst. Werde ein Investitionsbeitrag verlangt, so seien die ungedeckten Kosten im einzelnen offen zu legen, heisst es in der Mitteilung vom Dienstag.
Und: «Falls sich kein geeigneter oder nur ein Kandidat bewirbt, so wird die ComCom einen Konzessionär bestimmen und den allfälligen Investitions-Beitrag festlegen». Die ComCom will bis Ende Juni 2002 entscheiden.
swissinfo und Agenturen
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