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Fünf Schweizer Experten nach Beirut

Die Bombe in Beirut riss Hariri und 18 weitere Menschen in den Tod. Keystone

Fünf Schweizer Spezialisten sollen die UNO dabei unterstützen, den Mord am ehemaligen libanesischen Premier Rafik Hariri aufzuklären.

Dieser Inhalt wurde am 03. März 2005 - 15:35 publiziert

Die Schweiz hatte ein erstes Ersuchen der libanesischen Regierung abgewiesen und auf eine Anfrage der UNO gewartet.

Fünf Experten für Sprengstoff, Ballistik und Spurensicherung werden in den nächsten Tagen in den Libanon reisen. Das hat das Bundesamt für Polizei (fedpol) am Donnerstag mitgeteilt. Die Spezialisten sollen helfen, den Mord am früheren Regierungschef Rafik Hariri aufklären. Sie arbeiten mit der Untersuchungs-Kommission der Vereinten Nationen (UNO) zusammen.

Hariri war am 14. Februar 2005 von einer Autobombe in der libanesischen Hauptstadt Beirut getötet worden. Bei der gewaltigen Explosion kamen 19 Menschen ums Leben, über 100 wurden verletzt.

Der Mord weckte Erinnerungen an den jahrelangen, blutigen Bürgerkrieg und löste breite Proteste aus, bei denen der Abzug des Nachbarlandes Syrien gefordert wurde. Syrien hatte 1976 in den Bürgerkrieg eingegriffen und hat heute noch 14'000 Soldaten im Land stationiert. Auch Hariri hatte den Rückzug Syriens gefordert.

Nur wenige Tage vor Ort

Der Leiter der so genannten UNO-Fact-Finding-Mission, der Ire Peter Fitzgerald, hatte am Dienstag formell um die Unterstützung ersucht. Libanon hatte die Schweiz bereits früher um Unterstützung gebeten. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) entschied sich jedoch erst nach einer Anfrage durch die UNO für eine Zusage.

Die Experten der Stadtpolizei Zürich und des Verteidigungs-Ministeriums sollen in den nächsten Tagen ins Zedernland reisen. Wie lange der Einsatz der Schweizer dauern wird, ist noch unklar. Der Stab für internationale Entwicklung und Krisenmanagement im fedpol, der den Schweizer Einsatz organisiert, geht davon aus, dass die Arbeiten vor Ort einige wenige Tage dauern werden.

Blocher sagt ja

Justizminister Christoph Blocher habe in Absprache mit dem EDA grünes Licht gegeben, heisst es in einer Mitteilung des fedpol. Die UNO wird für die Sicherheit der Schweizer sorgen und auch die Kosten für den Einsatz übernehmen.

Die Ergebnisse der Untersuchung sind Bestandteil eines Berichts für UNO-Generalsekretär Kofi Annan.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Zwei Sprengstoff-Spezialisten kommen vom Wissenschaftlichen Forschungsdienst (WFD) der Stadtpolizei Zürich.

Zwei Fachleute für Spurensicherung sind beim Wissenschaftlichen Dienst (WD) der Stadtpolizei Zürich tätig.

Der fünfte Experte für Ballistik gehört "armasuisse" an, dem Beschaffungs- und Technologiezentrum des Verteidigungs-Ministeriums (VBS).

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In Kürze

Am 14. Februar riss eine Autobombe den ehemaligen Premierminister Rafik Hariri und 18 weitere Personen in den Tod.

Vier Tage später ersuchte die libanesische Regierung um Schweizer Hilfe bei der Aufklärung. Die Schweiz sagte Nein und verlangte eine Anfrage der Vereinten Nationen (UNO).

Am 3. März stellte die UNO ein Gesuch: Bern schickt fünf Experten in den Libanon.

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