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Im Emmental haben die anhaltende Hitze und der niedrige Wasserstand der Emme die Berner Behörden zu einer Rettungsaktion gezwungen. Die eingefangenen Fische wurden in Gewässerabschnitte umgesiedelt, die bessere Überlebensbedingungen bieten.

Die Woche in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die Schweiz setzt ihre langsame Reise durch den Sommer fort. Doch zwischen einer anhaltenden Hitzewelle, politischen Debatten und gesellschaftlichen Themen, die den Alltag vieler Menschen direkt betreffen, sind die Nachrichten alles andere als im Ferienmodus.

Geprägt wurde die Woche zudem vom Tod einer Ikone des Schweizer Sports, deren Name untrennbar mit den grossen Zeiten des alpinen Skisports verbunden bleibt.

Viel Vergnügen bei der Lektüre!

Roland Collombin (links) und Bernhard Russi im Jahr 2018 an der Präsentation eines Dokumentarfilms über ihr legendäres Duell.
Roland Collombin (links) und Bernhard Russi im Jahr 2018 an der Präsentation eines Dokumentarfilms über ihr legendäres Duell. Keystone / Valentin Flauraud

Die Schweizer Skiwelt trauert um Roland Collombin, einen der grössten Abfahrer der Landesgeschichte. Er starb im Alter von 74 Jahren.

Collombin erlag am 10. Juli einem Krebsleiden, das im vergangenen Jahr öffentlich bekannt geworden war. Die Beisetzung fand am Donnerstag statt.

Für eine ganze Generation von Schweizerinnen und Schweizern steht sein Name für die goldenen Jahre des Skisports. Der im Val de Bagnes im Wallis geborene Collombin trat erstmals bei den Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo ins Rampenlicht. Als Ersatzfahrer und nahezu Unbekannter überraschte er mit der Silbermedaille in der Abfahrt. Geschlagen wurde er lediglich von Bernhard Russi, einer weiteren Legende des Schweizer Skisports.

Diese olympische Auszeichnung markierte den Beginn einer aussergewöhnlichen Karriere. Zur Legende wurde Roland Collombin jedoch auch durch sein jahrelanges Duell mit Bernhard Russi. Auf der einen Seite der stets elegant fahrende Urner, oft als «Schwiegersohn der Nation» beschrieben. Auf der anderen Seite der Walliser mit Ecken und Kanten, bekannt für seinen kompromisslosen Fahrstil und seine Risikofreude. Dieser Gegensatz faszinierte das Schweizer Publikum während der gesamten 1970er-Jahre.

Auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn gewann Collombin zwei Abfahrts-Weltcupwertungen und feierte unter anderem zwei Siege auf der legendären Streif in Kitzbühel. Doch seine Karriere nahm in Val-d’Isère eine dramatische Wendung. Nach einem schweren Sturz 1974 verunglückte er ein Jahr später an exakt derselben Stelle erneut. Er erlitt Wirbelbrüche und war zwei Tage lang gelähmt. Danach fand er nie mehr in die Weltspitze zurück.

Auch nach dem Ende seiner Sportkarriere wurde Roland Collombin nie zum angepassten Ex-Champion. Er hütete Vieh auf Alpweiden, arbeitete im Weinhandel und führte in Martigny ein Raclette-Lokal. Ein ungewöhnliches zweites Leben, das perfekt zu einem Mann passte, der bis zuletzt als direkter und unangepasster Walliser wahrgenommen wurde.

Die Trockenheit stellt insbesondere ein Problem für die Versorgung der Herden auf den Alpweiden dar, wie hier im Pays-d’Enhaut.
Die Trockenheit ist insbesondere ein Problem für die Versorgung der Herden auf den Alpweiden, wie hier im Pays-d’Enhaut. Keystone / Jean-Christophe Bott

Nach mehreren Wochen anhaltender Wärme wurden in mehreren Landesregionen neue Temperaturrekorde für den Juli registriert.

Meteorologinnen, Meteorologen sowie Klimaforschende sprechen von einem der heissesten Sommer seit Beginn der modernen Messungen.

Inzwischen stehen jedoch weniger die Temperaturen selbst als vielmehr deren Folgen im Zentrum der Aufmerksamkeit: Die Trockenheit hat sich zum grössten Sorgenfaktor entwickelt. In mehreren Regionen des Mittellandes sind die Böden stark ausgetrocknet, und die Landwirtschaft befürchtet erhebliche Ernteausfälle bei einzelnen Kulturen. Auch Flüsse und Bäche führen für diese Jahreszeit ungewöhnlich wenig Wasser.

Die Situation erhöht zudem die Waldbrandgefahr. Mehrere Kantone haben die Vorschriften für Feuer im Freien verschärft, einzelne Gemeinden überwachen ihre Wasserversorgung aufmerksam.

Unter Druck steht allerdings nicht nur die Landwirtschaft. Die hohen Wassertemperaturen belasten die Gewässerfauna, und auch die Wälder leiden unter anhaltendem Wassermangel. Für viele Fachleute ist dieser Sommer ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen, an die sich die Schweiz in den kommenden Jahrzehnten anpassen muss.

In der Schweiz zeichnet sich eine schwierige Zukunft für Einweg-E-Zigaretten ab.
In der Schweiz zeichnet sich eine schwierige Zukunft für Einweg-E-Zigaretten ab. Keystone / Christian Beutler

Einweg-E-Zigaretten haben in der Schweiz einen wichtigen juristischen Rückschlag erlitten. Ein Urteil des Bundesgerichts könnte den Weg für ein nationales Verbot ebnen.

Das höchste Schweizer Gericht bestätigte das vom Kanton Wallis beschlossene Verbot von Einweg-E-Zigaretten, den sogenannten «Puffs». Die kantonalen Behörden begründen den Schritt mit Umweltbedenken sowie der grossen Beliebtheit dieser Produkte bei Jugendlichen.

Der Entscheid fällt zu einem Zeitpunkt, an dem ein ähnliches Verbot im Kanton Genf aus rechtlichen Gründen vorläufig ausgesetzt worden war. Das nun veröffentlichte Urteil trägt dazu bei, den rechtlichen Rahmen für solche Massnahmen zu klären.

Kritiker bemängeln seit Langem die Umweltbelastung durch Einweg-E-Zigaretten. Die Geräte enthalten Lithiumbatterien und weitere elektronische Komponenten, die nur schwer recycelt werden können. Mehrere europäische Länder haben ihre Regulierung in diesem Bereich bereits verschärft. Nun stellt sich die Frage, ob das Walliser Modell auch auf Bundesebene Schule machen könnte.

In deutschen Einkaufszentren, wie hier in Konstanz, sind Schweizer Autos allgegenwärtig.
In deutschen Einkaufszentren, wie hier in Konstanz, sind Schweizer Autos allgegenwärtig. Keystone / Gian Ehrenzeller

Trotz sinkender Inflation fahren weiterhin viele Schweizerinnen und Schweizer zum Einkaufen nach Frankreich, Deutschland, Italien oder Österreich – angelockt von oft deutlich günstigeren Preisen.

Der Schweizer Detailhandel fordert deshalb eine weitere Verschärfung der Regeln. Bereits Anfang Jahr wurde die Freigrenze für Einkäufe im Ausland, ab der die Schweizer Mehrwertsteuer fällig wird, von 300 auf 150 Franken pro Person und Tag gesenkt. Dem Handel geht diese Massnahme jedoch nicht weit genug.

Die Branche verlangt nun eine weitere Reduktion der Freigrenze auf 50 Franken. Nach ihrer Ansicht würde dies lokale Geschäfte stärken und Arbeitsplätze in der Schweiz sichern. Befürworter des grenzüberschreitenden Einkaufens halten dagegen, dass es vor allem um den Erhalt der Kaufkraft gehe.

Am 60. Montreux Jazz Festival trat unter anderem der britische Sänger Lewis Capaldi auf.
Am 60. Montreux Jazz Festival trat unter anderem der britische Sänger Lewis Capaldi auf. Keystone / Jean-Christophe Bott

Und hier noch unser Ausblick auf die kommende Woche.

Die Aufmerksamkeit dürfte weiterhin dem Thermometer gelten. Die Wetterprognosen werden zeigen, ob die Schweiz auf eine weitere Hitzewelle zusteuert oder ob nach mehreren Wochen aussergewöhnlicher Temperaturen endlich eine Entspannung einsetzt.

Zudem stehen wichtige Unternehmenszahlen an. Mehrere Schwergewichte der Schweizer Wirtschaft, darunter Roche, Nestlé, Valiant und Lonza, präsentieren ihre Halbjahresergebnisse.

Politisch bleibt es dagegen weitgehend ruhig. Ein Termin sticht dennoch hervor: Am Montag wird bei der Bundeskanzlei eine Petition mit mehr als 110’000 Unterschriften für einen längeren Mutterschaftsurlaub eingereicht.

Auch kulturell steht eine Bilanzphase an. Die 12. Ausgabe des Festivals Georges in Freiburg geht zu Ende, ebenso das 60. Montreux Jazz Festival. Für Nachschub ist jedoch gesorgt: Das Paléo Festival in Nyon startet am Montag.

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