Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Könnte Russland in Zukunft einmal so organisiert sein wie die Schweiz? Diesen Plan verfolgt Michail Chodorkowski, einer der prominentesten Gegner von Wladimir Putin. Er möchte nach dem Ende von dessen Herrschaft den Föderalismus nach Schweizer Vorbild einführen.
Herzliche Grüsse aus Bern
Michail Chodorkowski möchte Russland neu gestalten – nach dem Modell der Schweiz.
Er war einst der reichte Mensch Russlands. Politisch in Ungnade gefallen, musste Michail Chodorkowski zehn Jahre im Arbeitslager verbringen. Danach zog er für eine Zeit lang in die Schweiz. Heute lebt Chodorkowski in London, wo ihn Blick zum Interview getroffen hat.
Ein Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine sei nur möglich, wenn der Präsident abtreten würde, sagt der bekannteste Putin-Gegner im Blick-Interview. Er sieht vor allem eine Möglichkeit, wie man dem russischen Kriegstreiber das Handwerk legen könnte: mit dem Abwerben von Fachkräften.
Nach einem Ende des Kriegs wünscht sich Chodorkowski einen kompletten Neuaufbau «und die Entwicklung zu einem parlamentarischen und föderalistischen Modell – ähnlich wie die Schweiz», wie er im Interview sagt. Noch immer besitzt er ein Haus in Rapperswil.
An der Schweiz schätzt er deren Stabilität. Als er nach zehn Jahren wieder im Land gewesen sei, hätten die Schaufenster immer noch gleich ausgesehen. Auf den Hinweis des Journalisten, dass in Zürich das Warenhaus Jelmoli 2024 schliessen soll, reagiert Chodorkowski: «Ist das wahr? Das ist für die Schweiz ja schon fast eine Revolution!«
- Hier finden Sie das Interview, das wir heute vom Blick übernehmen durften.
- Das Interview im BlickExterner Link, mit einem kurzen Videoausschnitt des Gesprächs.
- Mit mehreren russischen Gegnern Putins sprach meine Kollegin Elena Servettaz im letzten Herbst.
Fachkräfte – das ist es, was der Schweiz gegenwärtig fehlt. Aber nicht nur.
«Der Fachkräftemangel ist erst der Anfang», titelt heute meine Kollegin Pauline Turuban. Drei von vier angefragten Schweizer Unternehmen berichten von Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung.
Mit den Babyboomern, die bald in Pension gehen werden, verschlimmere sich dieses Problem noch, besonders in Industrieländern wie der Schweiz, sagt ein Experte. Zudem liegt hierzulande die Geburtenrate seit langer Zeit schon deutlich unter dem Schwellenwert, der die Elterngeneration ersetzen könnte.
Bereits heute spüren wir den Fachkräftemangel im medizinisch-betreuerischen Bereich, wo immer weniger Pflegepersonal pro Patientin, pro Patient zur Verfügung steht. Der Experte sieht zwei Ansätze, um dem Mangel entgegenzuwirken: Mehr Frauen in den Arbeitsmarkt integrieren und die Einwanderung qualifizierter Arbeitskräfte weiter fördern. Das würde übrigens auch Chodorkowskis Idee in die Hände spielen.
- Der erwähnte Artikel von Pauline mit interessanten Grafiken.
- Auch Monica Dell’Anna, Präsidentin der italienischen Handelskammer für die Schweiz, sagt im Interview mit swissinfo.ch: «Wenn Frauen in der Schweiz die gleiche Beschäftigungsquote wie Männer hätten, könnte der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften leicht behoben werden.»
- Über den Mangel an Arbeitskräften schrieben wir bereits letztes Jahr, zum Beispiel in diesem Artikel.
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Die Justizministerin will Erdbebenopfern unbürokratisch helfen – mit Sondervisa.
Türkinnen und Türken, die nach dem verheerenden Erdbeben kein Dach mehr über dem Kopf haben, sollen einfacher in die Schweiz kommen können – vorausgesetzt, dass sie hier Verwandte haben. Das schreibt heute der Blick.
Solche Sondervisa waren bereits für aus Syrien Geflüchtete ermöglicht worden. Nun will Justizministerin Elisabeth Baume-Schneider daran anknüpfen.
Laut Blick könnte die Idee aber am Aussendepartement scheitern: «Dieses müsste nämlich genügend Sachbearbeiter für eine schnelle Bearbeitung der von Baume-Schneider angedachten Sondervisa bereitstellen», heisst es im Artikel.
- Der erwähnte Artikel im BlickExterner Link.
- Auch Politikerinnen und Politiker fordern unbürokratische Hilfe, wie der Blick gestern berichteteExterner Link.
- Übrigens: Die Glückskette sammelt weiterhin für die Menschen in den betroffenen Gebieten in der Türkei und in Syrien.
Weniger Schnee gleich mehr Skiunfälle? Eine Datenanalyse deutet darauf hin.
Mehr als 60’000 Unfälle geschehen jedes Jahr auf Schweizer Pisten. Im Schnitt von 2015 bis 2019. Neuste Zahlen zeigen nun, dass der Trend nach oben zeigt. Gemäss Bündner Kantonspolizei waren es dieses Jahr bereits 20 Prozent mehr, und zudem mehr schwere Verletzungen. Ähnlich tönt es aus dem Kanton Wallis, wie heute der Tages-Anzeiger berichtet.
Zur Frage nach den Gründen der Zunahme gibt es verschiedene Vermutungen. Fachleute gehen aber davon aus, dass es mit dem Schneemangel zu tun haben könnte. Nicht etwa, dass sich mehr Menschen auf weniger Pisten tummeln würden, sondern wegen des Kunstschnees.
Dieser sei «dichter und härter, was zu höheren Fahrgeschwindigkeiten und somit höherer Krafteinwirkung bei einem Sturz führen könne», so der Artikel. Zudem kämen mehr Steine und Felsen zum Vorschein, was ebenfalls Unfälle provozieren könne. Und schliesslich landen wir wieder bei den Babyboomern: Ältere Menschen sind fragiler, also kommt es bei ihnen auch zu mehr Unfällen.
- Der Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall), mit informativen Grafiken.
- Ein weiterer Aspekt: Moderne Handys lösen durch die brüsken Bewegungen beim Skifahren oft Fehlalarme aus – Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link (ohne Paywall).
- Auch SRF berichteteExterner Link über diese Fehlalarme.
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