Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Woche beginnt für die Schweizer Eishockeyfans mit einem bitteren Nachgeschmack. Nachdem die Schweizer Nati die Heim-WM bis zum Halbfinal dominiert hatte, zerplatzten ihre Gold-Träume gestern Abend gegen Finnland.
Es überwiegt dennoch die Dankbarkeit gegenüber einer Mannschaft, die ihren Fans grosse Emotionen geschenkt hat. Ein Gefühl, das die Fluggesellschaft Swiss zum Ausdruck bringen wollte – auf eher ungewöhnliche Weise.
Gute Lektüre!
Zum fünften Mal in fünf bestrittenen Finals hat das Schweizer Eishockey-Nationalteam gestern Abend die Goldmedaille verpasst und musste sich mit Silber begnügen.
Der Sieg und damit WM-Gold ging an Finnland, das in Zürich nach einem ausgeglichenen Spiel ohne Tore in der Verlängerung den entscheidenden Treffer erzielen konnte. Die Niederlage schmerze besonders, schreibt der Tages-Anzeiger, nicht nur, weil die Schweizer vor dem Final alle Turnierspiele gewonnen hatten (sie hatten wenige Tage zuvor sogar Finnland selbst mit 4:2 besiegt), sondern auch, weil die Schlüsselspieler des Teams wie Roman Josi und Leonardo Genoni für diesen Sport mittlerweile in fortgeschrittenem Alter sind und der Nachwuchs ins Stocken zu geraten scheint.
«Klubs, Verband und Ligen sind gefordert. Sie müssen endlich wieder zusammenspannen, um das Schweizer Eishockey in die Zukunft zu führen», schreibt die Zeitung.
Auch wenn es gestern kein Happy End gab, hat die Mannschaft ihren Fans zweifellos grosse Emotionen beschert. Die Fluggesellschaft Swiss wollte die Männer von Jan Cadieux auf ungewöhnliche Weise ehren. Während sich die Schweiz und Finnland auf dem Eis noch gegenüberstanden, zeichnete ein Airbus der Schweizer Fluggesellschaft eine herzförmige Route über Zürich, bevor er seine Reise fortsetzte.
Heute begann die Sommersession der Eidgenössischen Räte. Besonders hitzige Debatten zeichnen sich bei Themen wie dem Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten, der Schweizer Hilfe für die Ukraine und der Frage der Finanzierung der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) ab.
In diesem Jahr wird erstmals die von der Stimmbevölkerung an der Urne gutgeheissene 13. AHV-Rente ausbezahlt. Bisher konnten sich die Eidgenössischen Räte noch nicht auf eine Finanzierung einigen, doch bis zum Ende der Session soll eine Lösung vorliegen. Auf dem Tisch liegt eine befristete Erhöhung der Mehrwertsteuer, gegebenenfalls kombiniert mit einer Erhöhung der Lohnbeiträge.
Das umstrittene Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten ist ein weiteres heisses Thema. Die Grünen haben bereits ein mögliches Referendum angekündigt, während sich der Landwirtschaftssektor sehr skeptisch zeigt und flankierende Massnahmen fordert, um die Auswirkungen der Marktöffnung auszugleichen.
Diskussionen sind auch in Bezug auf die Schweizer Hilfe für die Ukraine absehbar. Beim Wiederaufbau des kriegsversehrten Lands sieht der Bundesrat vor, dass der Schweizer Privatsektor stärker als je zuvor in die Hilfsprojekte des Bundes eingebunden werden soll: Die Wirtschaft soll mit ihren Kompetenzen bei den Projekten gar Regie führen. Dafür erntete die Regierung bereits Kritik: Sie schaue besser für die Schweizer Wirtschaft als für die Ukraine, bemängelte die Linke.
Die Presse rückt heute auch die Einladung der französisch-palästinensischen EU-Abgeordneten Rima Hassan ins Parlament durch SP-Ständerat Carlo Sommaruga in den Fokus. Ihre Positionen zum Nahostkonflikt werden von jenen kritisiert, die sich gegen die Anerkennung Palästinas aussprechen und Hassan des Antisemitismus bezichtigen.
Genau zehn Jahre sind seit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels vergangen, der den öffentlichen Verkehr in der Schweiz und in Europa grundlegend verändert hat.
Wer früher zwischen der Nord- und der Südseite der Alpen reiste, traf bisweilen Eisenbahnbegeisterte, die auf den berühmten Kehrtunnels der alten Gotthardstrecke aufmerksam einen Kompass beobachteten, um nachzuvollziehen, wie sich der Zug spiralförmig ins Innere des Bergs hinaufwandte. Dieses aussergewöhnliche Ingenieurwerk wurde grösstenteils von einem anderen abgelöst: dem längsten Eisenbahntunnel der Welt, der am 1. Juni 2016 eröffnet wurde – 57 Kilometer fast in gerader Linie, auf denen die Züge Geschwindigkeiten von 200 km/h erreichen können.
Während 2015 täglich 9’000 Personen das Bergmassiv per Zug durchquerten, waren es 2025 bereits 16’400. Die Zahl der Personenzüge ist hingegen von 89 auf 66 gesunken, während jene der Güterzüge stabil geblieben ist (von 87 auf 89). Die Züge selbst sind allerdings deutlich länger als jene, die auf der alten Linie verkehren konnten.
Die Reisezeit von Zürich nach Mailand hat sich von etwas mehr als vier Stunden auf drei Stunden und 17 Minuten verkürzt. Von den zwei Stunden, die 1992 in Aussicht gestellt wurden – als das Schweizer Stimmvolk das Projekt der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) annahm, das neben dem Gotthard-Basistunnel auch den im September 2020 eröffneten Ceneri-Basistunnel und den seit 2007 in Betrieb stehenden Lötschberg-Basistunnel umfasst –, ist man jedoch weit entfernt. Es ist ein Ziel, das wohl ein solches bleiben wird.
Die Hütten des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) sind immer häufiger mit dem Phänomen der «No-Shows» konfrontiert. Wanderinnen und Wanderer reservieren, erscheinen dann aber nicht – oft ohne abzusagen. Nun will der SAC Gegenmassnahmen ergreifen.
Dieses Verhalten verursacht den Hüttenwartinnen und Hüttenwarten ernsthafte Probleme: Die Hütten gelten formell als ausgebucht, bleiben aber teilweise leer, was organisatorische und wirtschaftliche Folgen hat. Die Hüttenwartinnen und -warte müssen trotzdem kochen, einkaufen und das Personal entsprechend den Reservationen einplanen, auch wenn viele Gäste gar nicht eintreffen.
Das Phänomen ist beachtlich: Rund 40% der Reservationen werden storniert (doppelt so viele wie in herkömmlichen Hotels), und tausende Übernachtungen gehen ohne Absage verloren – 1% des Gesamttotals, wie Watson in einem Artikel zum Thema präzisiert. Dies geschieht, obwohl 2025 ein Rekordjahr war, mit über 400’000 Übernachtungen in den SAC-Hütten.
Um dem Problem entgegenzuwirken, prüft der SAC die Einführung einer Reservationsgebühr, die für alle über 150 Hütten gelten soll, sowie den Start einer Sensibilisierungskampagne zusammen mit den deutschen und österreichischen Alpenvereinen. Ein entsprechender Entscheid wird Mitte Juni an der Delegiertenversammlung des SAC erwartet.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards