Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
In Basel tötet ein männlicher Zoogorilla sein Baby und einen Nebenbuhler. «Zwei Gorillas an einem Tag zu verlieren – das ist extrem hart», sagt der Kurator des Zoos. In den Mitteilungen des Zoos ist von "natürlichem Verhalten" die Rede. Leitgorillas würden kastrierte Männchen normalerweise nicht als Konkurrenz ansehen.
Aber natürlich ist daran wenig natürlich: In eine unbekannte Gruppe geschleust zu werden, um die Sippe anzuführen. Oder kastriert in einem Zoo zu leben.
Und natürlich sind wir nun erschüttert darüber, Affen, die wir letztlich sind.
Herzlicher Gruss
Gorilla-Männchen Yeba tötet im Zoo Basel sein Baby. Auch einen anderen Gorilla hat er gebissen, mit Todesfolge.
Ein vier Tage altes Gorilla-Baby ist laut Mitteilung des Zoo Basel gestorben. Silberrücken Yeba hat es mit einem offenbar unbeabsichtigten Biss in die Brust tödlich verletzt. Für Yeba war es offenbar ein Spiel: «Er war wie ein Kind, das die ganze Zeit zugeschaut hat, wie ein anderes mit einem Spielzeugauto spielt. Schliesslich hat er es sich geschnappt», sagt Zookurator Adrian Baumeyer zur Basler Zeitung.
Es ist der zweite Todesfall in der Gorilla-Gruppe. Erst am Dienstag hatte der Zoo Basel mitgeteilt, dass das 11-jährige Männchen Mobali eingeschläfert werden musste. Ihn hat Yeba in den Hintern und im Genitalbereich gebissen.
Der 14-jährige Silberrücken Yeba zog letztes Jahr ins Affenhaus des Zolli ein und führt seither die Gorillagruppe an. Doch in den letzten Monaten kam es zu Spannungen zwischen Yeba und dem kastrierten Männchen Mobali. Trotz intensiver Betreuung und Massnahmen wie Rückzugsmöglichkeiten für Mobali seien sich die beiden Männchen wiederholt in die Haare geraten, schreibt der Zoo dazu.
Ebenso informiert er, dass die Tötung von Jungtieren, sogenannter Infantizid, bei Gorillas ein beobachtetes und wissenschaftlich beschriebenes Verhalten sei. Jetzt trägt Gorilla-Mutter Joas das tote Jungtier weiterhin auf sich. Der Zoo lässt diese natürliche Art des Abschiednehmens zu.
Mehrere Drohnen fliegen über dem Atomkraftwerk Gösgen. Die Hintergründe sind unklar. Es ist nicht der erste ungeklärte Drohnenvorfall in der Schweiz.
Sonntagabend gegen halb elf Uhr, ein Anwohner sichtet in der Nähe Atomkraftwerks mehrere Drohnen am Himmel. Mindestens sieben Stück zählt er, sie fliegen in Richtung Kraftwerk. Er alarmiert die Polizei. Anfang Juli wurden auch bei einer Militärkaserne in Jassbach BE Drohnen gesichtet. Dort hat die Schweizer Armee ihre Cyberverteidigung zentriert. Davor gab es Sichtungen bei einem Luftwaffenstützpunkt in Meiringen BE – künftige Basis der neuen Kampfjets F-35.
Auch über der Stromschaltanlage in Laufenburg AG wurden im Herbst 2025 Drohnen gesichtet. Die Anlage gilt als eines der wichtigsten Stromdrehkreuze von Europa. Immerhin diese Sichtung konnte inzwischen geklärt werden. Die Drohnen flogen laut SRF im Auftrag des Netzbetreibers.
Wer jedes ungeklärte Flugobjekt am Himmel Russland anlaste, der lasse den Kreml mächtiger erscheinen, als er sei. Das sagt ETH-Forscher Ivo Capaul in der NZZ. Er hat solche hybride Aktionen analysiert. «Angst zu schüren, gehört zum russischen Kalkül», sagt er. Wenn ein paar Flüge genügten, um Europa glauben zu lassen, Moskau könne nach Belieben kritische Infrastrukturen attackieren, sei der Effekt dieser Angriffe überproportional. «Die Daten belegten das nicht», so Capaul.
Die Schweiz zieht immer mehr Französinnen und Franzosen an. Attraktive Arbeitsplätze, hohe Löhne und eine hohe Lebensqualität sind die Gründe dafür.
Allein in den vergangenen zehn Jahren ist die französische Gemeinschaft in der Westschweiz um mehr als 50 Prozent gewachsen. Setzt sich diese Entwicklung fort, könnten die Französinnen und Franzosen bald die Portugiesen als grösste ausländische Bevölkerungsgruppe ablösen.
In Genf, Waadt und Jura ist dies bereits der Fall, in Neuenburg könnte es in den nächsten zwei Jahren so weit sein. Der Kanton Neuenburg fördert gezielt die Ansiedlung hochqualifizierter Fachkräfte.
Laut Roland Nötzel, Neuenburger Beauftragter für Ansiedlungen, suchen die Unternehmen im Kanton laufend hochspezialisierte Arbeitskräfte. Französische Fachkräfte seien besonders gefragt, da sie sich dank der kulturellen Nähe rasch integrierten.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte rüffelt die Schweiz erneut. Diesmal geht es ums Gefängnis-Essen. Zwei vegane Brüder klagten, weil sie keine Vegi-Kost erhielten.
Der Gerichtshof in Strassburg hat die Beschwerde von zwei Veganern teilweise gutgeheissen. Sie kritisierten, während der Haft beziehungsweise eines Psychiatrie-Aufenthalts nicht die ihrer ethischen Überzeugung entsprechende Verpflegung erhalten zu haben.
Die Schweiz habe damit das Recht auf Gedanken‐, Gewissens‐ und Religionsfreiheit verletzt, schreibt der Gerichtshof zu seinem Entscheid. Geklagt hatten zwei Brüder. Der eine war ab 2018 elf Monate in einem Genfer Gefängnis in Haft – er hatte als Tierrechtsaktivist Metzgereien mit Steinen beworfen. Der andere verbrachte im Jahr 2021 zwei Monate in der psychiatrischen Abteilung des Universitätsspitals Waadt.
Beide verlangten vegane Verpflegung. In beiden Fällen kam es jedoch zu Fehlern und sie erhielten nicht immer vegane Menüs. In der Vergangenheit hat der EGMR die Schweiz wiederholt verurteilt, etwa wegen diskriminierenden Witwerrenten oder – im vielbeachteten Klimaseniorinnen-Fall – wegen unzureichenden Massnahmen gegen den Klimawandel.
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