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Zwei Fussballer köpfeln beide den Ball

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Kaum ist die WM vorbei, schafft es der Schweizer Fifa-Boss Gianni Infantino erneut, die Welt des Fussballs in Aufruhr zu versetzen. Zusammen mit dem Trump-Clan hat er die Idee lanciert, die Fussball-WM teilzuprivatisieren. Der Sport bleibt dabei auf der Strecke, denn es geht um ganz viel Geld. Das stösst besonders in Europa auf grossen Widerstand.

Doch beginnen möchte ich das heutige Briefing mit einer positiven Nachricht.

Herzliche Grüsse aus Bern

Perfekt getarnt duckt sich ein junges Rehkitz ins Gras auf einer Wiese
Perfekt getarnt, fallen Rehkitze oft der Mähmaschine zum Opfer. Keystone / Steffen Schmidt

Ihr Instinkt schützt Rehkitze zwar vor Feinden, aber nicht vor Mähmaschinen. Freiwillige setzen nun auf Drohnentechnologie, um die jungen Tiere zu retten – und sie können einen erfreulichen Rekord melden.

Zwischen April und Juni 2026 retteten 800 Teams 7590 Kitze vor dem Tod oder der Verstümmelung – so viele wie noch nie. Laut dem Verein Rehkitzrettung Schweiz suchten die Freiwilligen 73’000 Hektar ab, was der halben Fläche des Kantons Aargau entspricht. Dieser massive Erfolg ist vor allem der Ausbildung zahlreicher neuer Drohnenpilotinnen und -piloten zu verdanken.

Das Problem ist der Duckreflex: Kitze fliehen bei Gefahr nicht, sondern kauern bewegungslos im Gras. Das macht sie für Mäher unsichtbar. Während offizielle Statistiken jährlich etwa 1500 tote Tiere nennen, vermuten Fachleute laut SRF News eine deutlich höhere Dunkelziffer.

Paradoxerweise half auch das Klima mit: Der trockene April 2026 erlaubte eine frühe Mahd, noch bevor viele Kitze geboren wurden. Dadurch fielen viele Einsätze zu Saisonbeginn weg, was die positive Bilanz dieses Sommers letztlich begünstigte.

Zwei Fussballfans demonstrieren vor dem Fifa-Hauptsitz mit einem Transparent "Infantino Out"
Zwei deutsche Fussballfans demonstrieren im Juli 2026 vor dem Fifa-Hauptsitz gegen Infantino. Keystone / Claudio Thoma

Verliert der Profifussball seine Seele an Investoren? Der Schweizer Fifa-Boss Gianni Infantino plant, Teile der Weltmeisterschaft zu privatisieren. Was nach Geschäft klingt, wird gemäss Fachleuten und Medienberichten zu einem politischen Beben, das den Weltfussball spalten könnte.

Infantino will Teile der WM-Rechte in eine Firma auslagern, an der Investorinnen und Investoren Anteile kaufen können. Laut 20 Minuten droht eine radikale Kommerzialisierung: Um Renditen zu sichern, könnten Turniere künftig häufiger stattfinden. Die Seele des Spiels stehe nicht zum Verkauf, warnt der europäische Fussballverband Uefa scharf. Uefa-Insider sprechen laut deutschen Medienberichten sogar von einer Art «Atombombe» im Fussball.

Hinter dem vorgeschlagenen Deal stehen US-Investoren aus dem Trump-Umfeld. Dabei soll Joshua Kushner, der Bruder von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, federführend sein. Es geht bei diesen Planspielen schon lange nicht mehr um den Sport, sondern um Millionen, wenn nicht gar Milliarden.

Die Uefa ist empört und diskutiert bereits über einen WM-Boykott. Europa ist das sportliche Herz des Fussballs; ohne Top-Teams wäre die WM für Investitionen wertlos, heisst es. Die deutsche Boulevardzeitung Bild bringt gar einen Austritt der Uefa aus dem Weltfussballverband Fifa ins Spiel. Zur Erinnerung: Infantino ist bereits einmal mit einer Idee für eine Club-WM gescheitert. Zumindest ist noch für einige hitzige Kämpfe neben dem grünen Rasen gesorgt.

Ein älterer Mann im Anzug spricht an einem Rednerpult in ein Mikrofon
Lega-Staatsrat Claudio Zali war auch amtierender Regierungspräsident des Kantons Tessin. Keystone / Ti-Press / Francesca Agosta

Ein Richter, der privat zu Gewalt rät: Im Tessin sorgt der Rücktritt von Regierungspräsident Claudio Zali für ein politisches Erdbeben. Eine geheime Tonaufnahme beendet eine jahrzehntelange Karriere und lässt die Öffentlichkeit fassungslos zurück.

Zalis Hintergrund macht den Skandal besonders pikant: Er diente 30 Jahre als Richter. Nun ermittelt die Justiz wegen Amtsmissbrauchs gegen ihn. Und es ist eine Tonaufnahme öffentlich geworden, die mutmasslich dokumentiert, wie Zali – ein Jurist und ehemaliger Richter – zur Gewalt gegen eine Frau aufruft. Beides stellt die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaats in Frage.

Der 64-jährige Zali, der für die rechtsbürgerliche Lega die Ticinesi politisiert, war erst seit Mitte April im Amt. Wie Nau festhält, hat er nun selbst den Rückhalt parteinaher Medien verloren. Trotz der Vorwürfe gegen ihn erfolgt der Abgang erst per Ende September. Zali will laufende Geschäfte ordentlich übergeben – ein Entscheid, der angesichts der Proteste im Kanton polarisiert.

Am Nachmittag hat die Kantonsregierung den Entscheid von Zali zur Kenntnis genommen. Sein Nachfolger wird der Nationalrat und Präsident der Tessiner Sektion der Schweizerischen Volkspartei (SVP), Piero Marchesi. Das Präsidium übernimmt hingegen ab sofort die sozialdemokratische Ministerin Marina Carobbio Guscetti.

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