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Aufgrund der Trockenheit stehen die Feierlichkeiten zum 1. August ganz im Zeichen der Vorsicht.

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Rekordhitze, Feuerwerksverbote, Spionagevorwürfe und Entschuldigungen an die Kirchen: Die Nachrichtenlage in der Schweiz ist an diesem Freitag erstaunlich vielfältig. Am Vorabend des Nationalfeiertags dominiert jedoch weiterhin die Trockenheit die Schlagzeilen.

Ihre Folgen sind inzwischen nicht nur auf den Feldern spürbar, sondern prägen auch die Feierlichkeiten zum 1. August.

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Die Sonne brennt so unbarmherzig, dass selbst Sonnenblumen ihr nicht mehr standhalten.
Die Sonne brennt so unbarmherzig, dass selbst Sonnenblumen ihr nicht mehr standhalten. Keystone / Andreas Becker

Die Schweiz erlebt derzeit eine der intensivsten Hitzewellen ihrer jüngeren Geschichte. Am Donnerstag stieg das Thermometer in Basel-Binningen auf 39,7 Grad. Damit wurde der höchste Wert gemessen, der jemals nördlich der Alpen in der Schweiz registriert wurde.

Laut MeteoSchweiz dürfte der Juli 2026 zudem als wärmster Monat seit Beginn der Messungen im Jahr 1864 in die Statistik eingehen. Noch gravierender als die Rekorde selbst sind jedoch die Folgen der anhaltenden Hitze.

In weiten Teilen des Landes macht sich die Trockenheit zunehmend bemerkbar. Mancherorts fiel weniger als ein Fünftel der für einen Juli üblichen Niederschlagsmenge. Die Böden trocknen aus, der Bewässerungsbedarf steigt, und zahlreiche Landwirte blicken mit Sorge auf ihre Felder. Mehrere Branchenverbände melden bereits Ertragseinbussen.

Besonders angespannt ist die Lage in den Sömmerungsgebieten. Wegen Wassermangels und ausgedörrter Weiden mussten zahlreiche Viehhalter ihre Tiere vorzeitig von den Alpen ins Tal bringen. Dieser für die Jahreszeit ungewöhnliche Schritt verursacht zusätzliche Kosten. In einzelnen Betrieben haben Futtermangel und steigende Ausgaben sogar dazu geführt, dass Teile des Viehbestands verkauft werden mussten.

Experten rechnen zwar nicht mit kurzfristigen Versorgungsengpässen. Für viele Landwirte ist die Dürre jedoch längst mehr als eine abstrakte Gefahr. Sie beeinträchtigt Ernten, verteuert die Produktion und erschwert die Tierhaltung. Der aussergewöhnliche Sommer zeigt damit eindrücklich, dass Temperaturrekorde längst konkrete wirtschaftliche Folgen für die Schweizer Landwirtschaft haben.

Aufgrund der Trockenheit stehen die Feierlichkeiten zum 1. August ganz im Zeichen der Vorsicht.
Aufgrund der Trockenheit stehen die Feierlichkeiten zum 1. August ganz im Zeichen der Vorsicht. Keystone / Alexandra Wey

Der Schweizer Nationalfeiertag wird dieses Jahr anders ausfallen als gewohnt. In weiten Teilen des Landes wurden die traditionellen Feuerwerke und Höhenfeuer zum 1. August wegen der hohen Brandgefahr abgesagt oder stark eingeschränkt.

Nach Wochen mit aussergewöhnlicher Hitze und Trockenheit befürchten die Behörden, dass bereits ein einzelner Funke einen Brand auslösen könnte. Die Feierlichkeiten zur Gründung der Eidgenossenschaft stehen deshalb vielerorts im Zeichen der Vorsicht.

Die Einschränkungen nehmen schweizweit zu. Mehrere Kantone haben private Feuerwerke verboten, teilweise gilt auch ein Verkaufsverbot für pyrotechnische Artikel. Für die Branche hat dies spürbare Folgen: Ein Feuerwerker aus der Romandie erklärte, auf fast 90 der 220 für diesen Sommer geplanten Vorführungen verzichten zu müssen. Einige grosse Feuerwerke werden dennoch stattfinden, insbesondere dort, wo sie von Fachleuten von Schiffen oder Plattformen auf Seen aus und unter Aufsicht der Feuerwehr gezündet werden.

Doch die Brandgefahr ist nicht das einzige Problem, mit dem Feuerwerke konfrontiert sind. Seit Jahren wächst die Kritik an der Tradition. Gegner verweisen auf Lärmbelastung, Feinstaubemissionen sowie die Belastung für Haus- und Wildtiere. In mehreren Gemeinden werden deshalb bereits Alternativen wie Lichtshows, Drohnenspektakel oder musikalische Darbietungen erprobt.

Die Zukunft des Feuerwerks am Nationalfeiertag bleibt damit offen. In den kommenden Monaten dürfte die Debatte zusätzlich an Fahrt aufnehmen: Eine eidgenössische Volksabstimmung über strengere Regeln für lärmverursachende Feuerwerkskörper zeichnet sich ab. Vor diesem Hintergrund könnte der von Trockenheit und Verboten geprägte 1. August 2026 bereits einen Vorgeschmack auf die Auseinandersetzungen geben, die der Schweiz rund um eine ihrer beliebtesten Festtraditionen noch bevorstehen.

An iPhone is connected to a 2016 Chevrolet Malibu equipped with Apple CarPlay apps, displayed on the car's MyLink screen, top, during a demonstration in Detroit, Tuesday, May 26, 2015. Starting with Chevrolet this summer, many General Motors models will offer AppleâÄ™s CarPlay and GoogleâÄ™s Android Auto systems that link smart phones with in-car screens and electronics. (AP Photo/Paul Sancya)
Vorbei sind die Zeiten der analogen Autos. Keystone

Moderne Autos sind längst mehr als reine Fortbewegungsmittel. Mit ihren Kameras, Sensoren und ständigen Internetverbindungen gleichen sie zunehmend «Smartphones auf Rädern».

Die Schweiz verschärft deshalb ihre Vorsicht gegenüber vernetzten Fahrzeugen aus China. Wie der Sender RTS berichtet, hat das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) seine Schutzmassnahmen gegen mögliche Spionage ausgeweitet und den Zugang bestimmter vernetzter Autos zu sensiblen Infrastrukturen eingeschränkt. Betroffen sind insbesondere strategisch wichtige Militärstandorte wie das Zentrum der Armee für elektronische Kriegsführung in Zimmerwald (BE).

Hintergrund sind wachsende Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit. Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) hat kürzlich vor den Risiken gewarnt, die von vernetzten Fahrzeugen ausgehen können, insbesondere wenn sie in China hergestellt wurden. NDB-Direktor Serge Bavaud bezeichnete solche Autos als «Smartphones auf Rädern», die eine grosse Menge an Informationen über ihre Nutzer und deren Umgebung erfassen können.

Im Fokus stehen Daten, die von Kameras, Mikrofonen, Sensoren und Navigationssystemen gesammelt werden. Die Behörden befürchten, dass gewisse Informationen indirekt auch chinesischen Behörden zugänglich werden könnten. China verpflichtet Unternehmen per Gesetz, auf Anfrage mit den Sicherheitsbehörden zusammenzuarbeiten. Die betroffenen Hersteller weisen entsprechende Vorwürfe zurück und betonen, sie hielten sich an die geltenden Schweizer und europäischen Datenschutzvorschriften.

Der Fall verdeutlicht eine Herausforderung, mit der sich viele westliche Staaten zunehmend auseinandersetzen müssen. Das Auto entwickelt sich vom klassischen Transportmittel zu einem hochvernetzten digitalen Gerät, das grosse Datenmengen sammeln und übertragen kann. Nach den Debatten über Telekommunikationsnetze und soziale Plattformen rücken damit Fragen der digitalen Souveränität und nationalen Sicherheit immer stärker auch in der Automobilbranche in den Mittelpunkt.

Bundesrat Martin Pfister.
Bundesrat Martin Pfister. Keystone / Gaetan Bally

Bundesrat Martin Pfister zeigt sich nach der Kontroverse um die Einberufung von Geistlichen zum Militärdienst einsichtig, hält in der Sache jedoch an der neuen Regelung fest.

In einem Schreiben, das RTS vorliegt, räumt der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) ein, dass die Kirchen vor der Abschaffung der bisherigen Wehrdienstbefreiung für Geistliche hätten einbezogen werden müssen. «Wir bitten um Verzeihung», schreibt Pfister an die Vertreter der verschiedenen Konfessionen.

Auslöser der Debatte ist eine Revision des Militärgesetzes, die im Juni in Kraft trat. Seither sind Geistliche nicht mehr grundsätzlich vom Militärdienst befreit. Die Änderung wurde ohne vorgängige Konsultation der Kirchen beschlossen. Bereits neun Pfarrer wurden aufgeboten, um ihre noch ausstehenden Diensttage zu leisten. Die Behörden hatten den Schritt bislang mit der fortschreitenden Säkularisierung der Gesellschaft und der geringen Zahl betroffener Personen begründet.

Die Entschuldigung des Verteidigungsministers bedeutet allerdings keine inhaltliche Kehrtwende. Der Bundesrat hält an der Abschaffung der Sonderregelung fest, erkennt nun jedoch ausdrücklich die Bedeutung an, die Geistliche insbesondere in Krisen- und Ausnahmesituationen für die Gesellschaft haben können.

Bei den Kirchen stiess das Eingeständnis auf positive Resonanz und dürfte helfen, die aufgeheizte Stimmung zu beruhigen. Die grundsätzliche Debatte über die Rolle religiöser Institutionen in einer zunehmend säkularen Schweiz dürfte damit jedoch kaum beendet sein.

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