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Tropfender Hahnen

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

von einem Gewitter überrascht zu werden, wenn man keinen Regenschirm dabei hat, ist nie angenehm. Das habe ich gestern Abend auf dem Heimweg von der Arbeit am eigenen Leib erfahren.

Noch unangenehmer ist es, festzustellen, dass diese kurzen Regenschauer bei weitem nicht ausreichen, um der Dürre- und Hitzewelle ein Ende zu bereiten, über deren Folgen wir im Folgenden sprechen werden.

Viel Spass beim Lesen!

Fischer im Abendrot
Die Fischer (hier am Bodensee) gehören zu den Berufsgruppen, die sich am meisten Sorgen wegen der anhaltenden Trockenheit machen. Keystone / Claudio Thoma

Die Hitzewelle und Dürre, die derzeit die Schweiz heimsuchen, machen sich von den tiefsten bis zu den höchsten Höhenlagen bemerkbar. Mit Folgen, die – wenn auch sicherlich nicht in gleicher Weise – Fische und Wassersportler betreffen.

«Wir steuern auf das grösste Fischsterben aller Zeiten zu», erklärt der Co-Präsident des Fischereiverbands des Kantons Luzern gegenüber 20 Minutes. Er ist einer von vielen, die angesichts der Trockenheit und der für Fische lebensfeindlichen Wassertemperaturen Alarm geschlagen haben. In mehreren Kantonen finden seit Wochen Notabfischungen statt, um die Fische an kühlere Orte mit mehr Wasser zu verlegen.

Ein weiteres Anzeichen für die Probleme dieses trockenen und heissen Sommers kommt auch von den Skipisten. Das Abschmelzen der Gletscher ist so stark, dass die Skiliftbetreiber in Zermatt den Sommerskibetrieb auf dem Theodul-Gletscher einstellen mussten. Der Schweizer Skinationalmannschaft wurde eine Ausnahmegenehmigung erteilt, sodass ihre Mitglieder weiterhin trainieren können – allerdings unter alles andere als optimalen Bedingungen.

«Sommer wie dieser haben katastrophale Auswirkungen auf die Gletscher, […] und langfristig ist klar, dass der Sommerskibetrieb verschwinden wird», erklärt Christophe Lambiel, Geomorphologe sowie Dozent und Forscher an der Universität Lausanne, gegenüber RTS.

Christoph Blocher an einer Pressekonferenz
Christoph Blocher ist wieder an vorderster Front. Keystone / Peter Schneider

Das Komitee der Neutralitätsinitiative hat die Kampagne für die Abstimmung am 27. September gestartet. Wenn man heute durch die verschiedenen Nachrichtenportale stöbert, fällt sofort ins Auge, wer die Protagonisten der «Ja»-Front sind: der ehemalige Bundesrat Christoph Blocher und … Russland.

Le Temps schreibt, dass sich selten ein ehemaliges Mitglied der Schweizer Regierung so stark für eine Abstimmung engagiert habe. Und betont, dass das Anliegen einer strengen Neutralitäts-Definition in der Verfassung von den deutschsprachigen Medien mittlerweile als «Blocher-Initiative» bezeichnet werde.

RTS hebt hervor, dass der Milliardär nach seinem Ausscheiden aus der Regierung oft Projekte seiner Partei (der SVP) finanziert habe, diesmal aber auch persönlich mit Interviews und markanten Aussagen in Erscheinung trete, wie beispielsweise in der NZZ: «Der dritte Weltkrieg ist näher gerückt – soll der Bundesrat beliebig über Krieg oder Frieden entscheiden können?» Auf Watson nennt der Altbundesrat einen russischen Angriff auf den Westen als das wahrscheinlichste Konfliktszenario und kritisiert die 2022 gegen den Kreml verhängten Sanktionen mit den Worten: «Russland hat uns auf die Liste der Feinde gesetzt. Das ist für die Schweiz äusserst gefährlich.»

Russland selbst ist in dieser Abstimmungskampagne ungewöhnlich präsent. Nach den jüngsten Wahlempfehlungen der russischen Botschaft in der Schweiz «wirbt» die Sprecherin des Moskauer Aussenministeriums, Maria Sacharowa, laut NZZ unverhohlen für die Initiative. In der Stellungnahme, die von der Zeitung vollständig abgedruckt wurde, prangert Sacharowa das Konzept der «flexiblen» Neutralität an und zieht Parallelen zwischen der heutigen Situation und den Beziehungen der Eidgenossenschaft zum Nazi-Regime.

Auf die Vorwürfe einiger Politiker, die die Initiative als «pro-Putin» bezeichneten, antwortete der Vorsitzende des Initiativkomitees, Walter Wobmann: «Wir hatten nie Kontakte zu russischen Politikern, und ich persönlich verurteile den Angriff auf die Ukraine. Dennoch war die Verhängung der Sanktionen ein Fehler.»

Eine Autobahn
Das Leben als Grenzgänger hat Vor- und Nachteile. Keystone / Jean-Christophe Bott

Das Phänomen, dass Schweizerinnen und Schweizer beschliessen, ins benachbarte Frankreich zu ziehen, um den hohen Lebenshaltungskosten in der Schweiz zu entgehen, dabei aber den Job hier behalten, nimmt zu. Eine Situation, die für die betroffenen Regionen nicht unerhebliche soziale Folgen hat.

Der Tages-Anzeiger nennt das Beispiel des Ehepaars Girardin, das aus Sorge, in der Schweiz keinen würdigen Lebensabend verbringen zu können, nun im französischen Dorf Pougny wohnt. Sie zahlen monatlich 3’500 Franken Hypothekenrate – denselben Betrag, den sie zuvor in Genf für Miete gezahlt haben –, mit dem Vorteil, dass das Haus in zehn Jahren ihnen gehören wird.

Die beiden befinden sich in guter Gesellschaft. Derzeit leben 154’700 Schweizerinnen und Schweizer in Grenznähe – mehr Menschen, als in Lausanne, der viertgrössten Stadt der Schweiz, wohnen, wie die Zeitung schreibt. In den letzten sieben Jahren ist ihre Zahl um 14% gestiegen. Laut einer Ende Juli von Comparis veröffentlichten Umfrage sind rund 92’400 Menschen, was 4,2% der Bevölkerung der Westschweiz entspricht, aktiv auf der Suche nach einer Immobilie in Frankreich.

Der enorme Unterschied zwischen den Löhnen in der Schweiz und in Frankreich führt zu sozialen Ungleichgewichten in der Region, wo die Immobilienpreise in die Höhe schnellen – wer nicht in der Eidgenossenschaft arbeitet, kann sich diese mittlerweile nicht mehr leisten. Auch an unverzichtbaren Arbeitskräften mangelt es, zum Beispiel an medizinischem Personal, aber nicht nur. Selbst das Ehepaar Girardin musste einen Elektriker beauftragen, der aus einer 100 Kilometer weiter südlich gelegenen Region anreiste, da Fachkräfte aus der näheren Umgebung es vorziehen, lukrativere Aufträge in der Schweiz anzunehmen.

Gianni Infantino
Infantinos Position scheint immer wackeliger zu werden. EPA/Peter Foley

Der Druck auf den FIFA-Präsidenten, den Schweizer Gianni Infantino, nimmt immer mehr zu. Die Kritik seitens der nationalen Verbände, aber auch von anderen hochrangigen Verantwortlichen der Organisation, wird immer lauter.

In seinen zehn Jahren an der Spitze der FIFA hat Infantino ein umstrittenes Projekt nach dem anderen auf den Weg gebracht, zuletzt die Ankündigung, die Rechte an der Fussball-Weltmeisterschaft an private Investoren verkaufen zu wollen – ein Vorschlag, der nach heftigem Widerstand unter anderem seitens der UEFA wieder zurückgezogen wurde.

Führende Vertreter der FIFA, deren Hauptsitz sich in Zürich befindet, haben sich vom Präsidenten distanziert. Darunter Generalsekretär Mattias Grafström, der in einem Brief an die Mitarbeiter «eine Reihe trauriger und verwerflicher Ereignisse» anprangerte, die «glücklicherweise zur endgültigen Aufgabe» des Privatisierungsprojekts geführt hätten.

Die jüngste Kritik kommt vom Vorsitzenden des jordanischen Fussballverbands, Prinz Ali bin al-Hussein, der heute von «Erpressung» sprach und auf X schrieb, ihm sei während der Weltmeisterschaft mündlich mitgeteilt worden, dass seine «Unterstützung für Infantino im kommenden März» seinem Verband «erheblich helfen» würde.

Heute hat Infantino eine Krisensitzung mit hochrangigen FIFA-Vertretern in Marokko einberufen. Laut Reuters steht das Treffen im Zusammenhang mit dem Wunsch des Schweizers, mindestens bis März im Amt zu bleiben, wenn die FIFA ihren Präsidenten wählen muss. Derzeit ist Infantino der einzige Kandidat.

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