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Sollte ein Wanderweg gesperrt werden, sobald Anzeichen von Instabilität Anlass zur Sorge geben – auch wenn dadurch der Zugang zum Berg eingeschränkt wird? Oder reicht es aus, vor der Gefahr zu warnen?

Die Fragen, die der Prozess um den tödlichen Bergsturz von Bondo aufwirft, gehen über das Drama hinaus, das sich vor neun Jahren in Graubünden ereignete. Die Schweiz wird zunehmend damit konfrontiert sein, da die Alpen durch die globale Erwärmung immer gefährlicher werden. Wie weit reicht die Verantwortung der Behörden, und wo beginnt die des Einzelnen?

Ich überlasse es Ihnen, über diese Frage nachzudenken, und wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche,

Eine Pressekonferenz mit Anna Giacometti
Nationalrätin Anna Giacometti, die zum Zeitpunkt der Ereignisse Gemeindepräsidentin von Bregaglia war, gehört zu den Angeklagten, die ab diesem Montag vor dem Gericht in Maloja erscheinen. Keystone / Gian Ehrenzeller

Neun Jahre nach dem tödlichen Bergsturz oberhalb des Bündner Dorfes Bondo erscheinen ab diesem Montag fünf Angeklagte, denen fahrlässige Tötung vorgeworfen wird, vor den Richter:innen in Pontresina. Ab wann gilt eine Naturkatastrophe rechtlich als vorhersehbar? Das ist die Frage, die die Justiz beantworten muss.

Am 23. August 2017 lösten sich mehr als drei Millionen Kubikmeter vom Piz Cengalo im Kanton Graubünden und lösten eine gewaltige Murganglawine im Bondasca-Tal aus. Acht Wanderer:innen wurden mitgerissen, ihre Leichen wurden nie gefunden. Das Dorf Bondo, dessen 200 Einwohnende evakuiert worden waren, entging nur knapp der Zerstörung.

Den fünf Angeklagten wird fahrlässige Tötung vorgeworfen, da sie die Wanderwege in der Region trotz deutlicher Warnsignale nicht gesperrt hatten. Zu ihnen gehört die FDP-Nationalrätin Anna Giacometti, die zum Zeitpunkt der Ereignisse Gemeindepräsidentin von Bregaglia war.

Dieser Prozess wirft eine Frage auf, die über das Drama von Bondo hinausgeht: Was müssen die Behörden tun, wenn eine Gefahr erkannt wird, aber niemand genau sagen kann, wann sie eintreten wird? Das Gericht muss klären, wo die Grenze zwischen der Schutzpflicht der Behörden und der Verantwortung derjenigen liegt, die sich in den Bergen aufhalten.

Ehepaar Moretti
Das Ehepaar Moretti steht seit dem Brand ihrer Bar «Le Constellation», bei dem in der Silvesternacht 41 Menschen ums Leben kamen und Dutzende verletzt wurden, im Fokus der Medien. Keystone / Alessandro Della Valle

Jacques Moretti, Inhaber der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, wurde wegen des Verdachts auf häusliche Gewalt in Untersuchungshaft genommen. Diese neue Wendung könnte Auswirkungen auf die Ermittlungen zum Brand im Lokal des Ehepaars Moretti haben, bei dem in der Silvesternacht 41 Menschen ums Leben kamen.

Jacques Moretti, der seit etwa zwei Wochen in Haft sitzt, steht im Verdacht, Gewalt gegen seine Ehefrau Jessica ausgeübt zu haben, wie der Genfer Fernsehsender Léman Bleu am Wochenende berichtete. Die Französin musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Anwälte des Paares betonen, dass die Vorfälle zwischen dem 11. und 12. August «im Zusammenhang mit einer besonders schweren Zeit stehen, die die Morettis gemeinsam zu bewältigen versuchten».

Auch wenn dieser Fall in einem separaten Verfahren untersucht wird, könnte er laut RTS dennoch Auswirkungen auf die strafrechtlichen Ermittlungen zum Brand der «Constellation» haben. Mehreren mit dem Fall vertrauten Personen zufolge könnten sich die Eheleute Moretti nun gegenseitig belasten: Jessica könnte ihren Ehemann «belasten» und umgekehrt bei den beiden für November und Dezember angesetzten Gegenvernehmungen.

Die Vorfälle könnten vor allem Jacques Moretti belasten. Die Staatsanwältinnen könnten zu dem Schluss kommen, dass sein Fluchtrisiko gestiegen ist, und seine fortgesetzte Untersuchungshaft beantragen. Auch das Ansehen des Korsen könnte darunter leiden. Die Anwälte des Paares haben oft die Hetzkampagne gegen ihre Mandanten angeprangert; Jacques Moretti gilt nun zudem als gewalttätiger Mann, der seine Ehefrau schlägt.

Zwei Richterroben in der Garderobe
Ist Künstliche Intelligenz bei der Rechtsprechung gerechter als der Mensch? Keystone / Martial Trezzini

Ein Richter hat ein Tool auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) entwickelt, das ihm bei der Festlegung von Strafen helfen soll, berichteten am Sonntag die Tamedia-Zeitungen. Er ist der Ansicht, dass KI zu gerechteren Entscheidungen führen kann, doch sein Vorgehen ist höchst umstritten.

Der Ermessensspielraum der Richter:innen ist gross: In Vergewaltigungsfällen sind beispielsweise Freiheitsstrafen von einem bis zu zehn Jahren möglich. Um Voreingenommenheit zu begrenzen, stützt sich Jonas Achermann, Richter am Luzerner Gericht, bei seinen Urteilen auf eine KI-Software, die er selbst entwickelt hat. Er nutzt sie bei Straftaten im Zusammenhang mit Drogenhandel, Diebstahl oder Finanzdelikten und hat den Einsatz nun auf Sexualdelikte ausgeweitet.

Jonas Achermann ist überzeugt: KI ermöglicht es, Urteile konsistenter und damit gerechter zu fällen. Er hebt hervor, dass seine Algorithmen Transparenz gewährleisten, da sein Tool online für alle zugänglich ist. Der Luzerner Richter ist zudem der Ansicht, dass sein Tool den Gerichtsprozess effizienter gestalten und die Arbeitsbelastung der Gerichte verringern könnte.

Die Idee von Jonas Achermann stösst jedoch auf heftige Kritik. «Das mag für Richter praktisch sein! Aber für den Angeklagten ist es eine Katastrophe», schrieb unter anderem der Zürcher Strafverteidiger Thomas Fingerhuth in einem Kommentar. Er ist der Ansicht, dass Richter:innen auch die Subjektivität berücksichtigen müssen, wenn sie über die Schuld eines Täters, über die Motive oder die Schwere einer Straftat entscheiden.

Ein Mann vor Flaschen
Mirko Bozin in Aktion. K-Photography

Am Sonntagmorgen wurde in Neuenburg ein etwas ungewöhnlicher Rekord gebrochen. Mirko Bozin brach den Weltrekord im Champagnerflaschen-Sabrieren und entkappte 118 Flaschen in 60 Sekunden.

Der Neuenburger hatte gehofft, 150 Champagnerflaschen in einer Minute zu entkorken, berichtet der Neuenburger Radiosender RTN. Die Uhr blieb schlussendlich bei 118 stehen, doch das reichte aus, um den bisherigen Rekord von 91 zu brechen, der ebenfalls von einem Schweizer gehalten wurde. «Die Flaschen waren bereits zu warm, es ist schwieriger, wenn sich das Glas erwärmt», erklärte der von Beruf Zahnarzt gegenüber Arcinfo.

Zwei Notare haben die Leistung beglaubigt, die jedoch nicht ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wird. Der neue Rekordhalter verzichtete bewusst auf die Kosten für die Eintragung des Rekords, um den gesamten Erlös aus einem Flaschen-Patenschaftssystem an den Verein Free Go zu spenden, der sich gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt.

350 Personen waren angereist, um die 180 Flaschen zu verkosten, die für diesen Anlass vorbereitet worden waren. So wurde kein Tropfen Champagner verschwendet. «Es ist kein Tropfen mehr übrig», versicherte Mirko Bozin.

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