Scientology und Millennium kein Problem
Die Bundespolizei veröffentlichte eine Bericht, aus dem hervorgeht, dass die Organisation Scientology und Sekten die innere Sicherheit der Schweiz nicht gefährden. Ebenfalls ausgewertet wurde der Millenniumswechsel.
Die Organisation Scientology stellt keine Gefahr dar für die innere Sicherheit der Schweiz. Dies ist eine der Folgerungen des Bundesamt für Polizei (BAP) in einem neuen Lagebericht, der am Freitag (15.12.) veröffentlicht wurde. Zwar würden verschiedene Aktivitäten der Scientologen bedeutende finanzielle Komponenten und die Organisation totalitäre Züge aufweisen, ein Grund für eine präventive Überwachung seien sie jedoch nicht gegeben.
Der Bericht hält weiter fest, dass Scientology keine nachrichtendienstlichen Tätigkeiten oder Infiltrationsversuche in staatliche Organisationen an den Tag lege. Allerdings müsse die Entwicklung im Ausland im Auge behalten werden, so stelle das französische Justizministerium Überlegungen an, Scientology zu verbieten. Dies im Rahmen einer weiten Sekten-Debatte. In Deutschland habe der Staat zudem Massnahmen getroffen, die sich «speziell gegen Scientology richten», liest sich der Bericht weiter.
Sonnenfinsternis und Millenniums-Tag
Die Sonnenfinsternis und der Millenniums-Wechsel im letzten Jahr bewahrheiteten keine Befürchtungen über apokalyptische Sekten und Kultusgemeinden. Die Sonnenfinsternis am 11. August habe zwar viele Menschen ins Freie gelockt um das spektakuläre Ereignis zu beobachten, dabei sollte es jedoch bleiben.
In Hinblick auf den Jahrtausendwechsel seien mehrere Behörden-Vertreter europäischer Staaten zusammengekommen, um ihre Einschätzungen zu apokalyptischen Sekten zu teilen. Dabei seien keine Hinweise auf Aktionen erfolgt, was sich auch bestätigen sollte. Nirgends in Europa sei es in der Zeit des Jahrtausendwechsels zu Zwischenfällen von Sekten irgendwelcher Gesinnung gekommen.
Sekten im Internet
Der BUPO-Bericht geht auch auf die Nutzung des Internets von Sekten und Gruppierungen ein. Beispielsweise Scientology nutze Netz ausgesprochen professionell. Sekten die eine Zurückgezogenheit pflegten, eröffneten jedoch kaum eigene Websites. So unterhalte die Ausserrhoder Sekte Fiat Lux keine Homepage, wer aber Suchbegriffe eingebe, erhalte hunderte von Treffern von Beratungsstellen und Publikationen.
Ebenso wie sich Sekten selber darstellen könnten, biete das Internet günstige Möglichkeiten, nachhaltige Informationen und Aufklärung über Sekten zu verbreiten, schliesst der Bericht.
Philippe Kropf
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