Eingewanderter Bär reisst im Engadin vier Schafe

Der aus Italien nach Graubünden eingewanderte Braunbär hat zum ersten Mal in der Schweiz zugeschlagen. Er riss auf einer Alp im Unterengadin vier Schafe aus einer Herde von 60 Tieren.

Dieser Inhalt wurde am 22. Juni 2010 - 16:25 publiziert

Der Bär habe die Schafherde im Val Plavna angegriffen, einem Seitental bei Tarasp, sagte Hannes Jenny, Wildbiologe beim Amt für Jagd und Fischerei in Chur. Ein Schaf habe der Bär ganz aufgefressen, zwei weitere teilweise, und ein Tier habe er mit einem Prankenhieb getötet.

Die Schafherde, die ohne Hirt und Herdenschutzhund auf der Alp weidete, wurde inzwischen ins Tal getrieben. Vor dem Angriff auf die Schafe war der Bär am Montagabend auf einer benachbarten Kuhalp gesehen worden.

Zum Problembär werde der Einwanderer wegen der Risse aber nicht, sagte Jenny weiter. Die gerissenen Tiere werden dem Schafbesitzer vergütet, zu 80% vom Bund und zu 20% vom Kanton Graubünden.

Herkunft, Alter, Grösse und Gewicht des Braunbären sind immer noch unbekannt. Die bisherigen Beobachtungen reichen für eine nähere Bestimmung nicht aus. Und die DNA-Analyse der gefundenen Haare liegt noch nicht vor.

Auffällig sei die Geschwindigkeit, mit welcher der Bär unterwegs sei, betonte Jenny. Er lege grosse Distanzen in kurzer Zeit zurück. Das Tier war am Donnerstag letzter Woche erstmals im Münstertal von einem Kantonspolizisten aus 170 Metern Entfernung gesichtet worden.

Eingewandert ist der Bär vermutlich aus dem italienischen Südtirol. Auch dort wurden Schafe gerissen. Ob es sich um dasselbe Tier handelt, ist ungewiss.

swissinfo.ch und Agenturen

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