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Fehlstart zur EM-Qualifikation - 1:3 gegen England



So frei kam Wayne Rooney zum Führungstreffer für England, Goalie Benaglio blieb ohne Chance.

So frei kam Wayne Rooney zum Führungstreffer für England, Goalie Benaglio blieb ohne Chance.

(Keystone)

Die Schweizer Fussballer haben beim Auftakt zur Qualifikation für die EM 2012 enttäuscht und gegen England 1:3 verloren. Torhüter Diego Benaglio, an allen Toren schuldlos, war Bester des Teams von Coach Ottmar Hitzfeld.

Der deutsche Star-Trainer zeigte sich nach Spielende ob des klaren Verdikts enttäuscht. "Wir haben schlecht begonnen, und nach dem frühen 0:1 mit noch weniger Selbstvertrauen gespielt."

Aussergewöhnlich deutlich kommentierte er den Platzverweis gegen Stephan Lichtsteiner in der zweiten Halbzeit.

"Es ist ärgerlich, dass der Match beeinflusst wurde und wir mit einem Mann weniger spielen mussten." Laut dem Deutschen hat Lichtsteiner klar den Ball gespielt.

Ebenso verärgert war er aber über die erste gelbe Karte, die der Verteidiger wegen Reklamierens erhalten hatte.

Die Heim-Niederlage im ersten Qualifikationsspiel kommt laut dem Trainer zu einem schlechten Zeitpunkt. "Jetzt müssen wir in der nächsten Partie gegen Montenegro reagieren", lautete sein Fazit.

Vorgabe war Wunschvorstellung

"Mit grossem Herzen und kühlem Kopf": Mit dieser Devise schickte der Trainer die Schweizer Fussballer ins wichtige Spiel gegen England.

Dies galt namentlich für die Verteidigung um das Innen-Duo Grichting und von Bergen sowie Lichtsteiner und Ziegler auf den Aussenseiten. Denn soviel war klar: Gegen den starken englischen Angriff mit Defoe und Rooney durfte sich die Abwehr vor Torhüter Benaglio keine Fehler erlauben.

Kühlen Kopf sollte aber gerade auch das von Hitzfeld nominierte Sturm-Paar Frei und Derdiyok bewahren. Denn ebenso klar war: Die wenigen Chancen, welche der Gegner zulassen würde, mussten ausgenutzt werden, wollten die Schweizer mindestens einen Punkt erzielen.

Ein umso schwierigeres Unterfangen, als die Torausbeute aus den letzten zehn Länderspielen magere vier Treffer betrug.

Engländer von Beginn weg spielbestimmend

Die Engländer nahmen das Spieldiktat mit einer erstaunlichen Leichtigkeit in die Hand, welche die Schweizer Mehrheit der 37'500 Fans im ausverkauften Basler St. Jakobstadion in grösste Sorge versetzen konnte.

In der zehnten Minute überlief Glen Johnson Linksverteidiger Reto Ziegler und flankte vor Benaglio. Dort konnte Rooney völlig unmarkiert zur 0:1-Führung einschieben, bei der ersten Chance der Gäste notabene.

Während die Briten mit und ohne Ball viel und schnell liefen, schienen die Schweizer blockiert. In der Folge brannte es während mehreren Minuten lichterloh vor dem Tor Diego Benaglios. Nur mit viel Glück überstanden die Schweiz diese heisse Phase ohne weitere Tore.

Eine einzige Möglichkeit

Es dauerte bis zur 38. Minute, als die Platzherren mit einem Freistoss zu ihrer ersten Möglichkeit überhaupt kamen. Doch der Ball flog an den Köpfen sämtlicher Roten im britischen Strafraum vorbei, und Degen setzte seine Volley-Abnahme über das Tor.

Vor dem Pausenpfiff konnten sich die Schweizer noch einmal bei Benaglio bedanken, als der Hüter mit einem Weltklasse-Reflex einmal mehr einen grösseren Rückstand verhinderte.

Ernüchterndes Fazit zur Pause: Während die Engländer mit der 1:0-Führung schlecht bedient waren, spielte das Heimteam nicht den Eröffnungsmatch der EM-Qualifikation, sondern ein Länderspiel.

Reaktion

Mit der Einwechslung des jungen Wirbelwinds Shaqiri im linken Mittelfeld für den Ausfall Margairaz zeigte Ottmar Hitzfeld, wie das Schweizer Team den Schalter umzulegen hatte: mit viel mehr Laufen und Druck entwickeln.

Das Rezept von der Trainerbank zeigte Wirkung: Während 20 Minuten waren es die Schweizer, welche die Engländer vor deren Tor einschnürten.

Lichsteiners Fehler

Statt des wichtigen Ausgleichstreffers jedoch gab es eine kalte Dusche: In der 65. Minute sah Lichtsteiner nach umstrittenem Entscheid des italienischen Schiedsrichters Rezzoli Gelb-Rot. Die erste Verwarnung hatte der Verteidiger wegen unnötigen Reklamierens kassiert.

Das 0:2 von Adam Johnson nur wenige Minuten später nach einem Traumzuspiel Gerrards schien die logische Folge der britischen Überzahl. Aber statt sich dem Schicksal zu ergeben, fasste sich Kämpfernatur Xherdan Shaqiri postwendend ein Herz, spielte die britische Verteidigung aus und erzielte mit einem wuchtigen Schuss den sehenswerten Anschlusstreffer.

Doch die aus dem Nichts aufkeimenden Hoffnungen auf den Ausgleich erfüllten sich nicht. Im Gegenteil: Wiederum nach herrlichem Anspiel traf der eingewechselte Darren Bent kurz vor Abpfiff zur 1:3-Entscheidung. Erneut blieb Benaglio, der beste Schweizer auf dem Platz, ohne Abwehrchance.

Renat Künzi, swissinfo.ch

Das weitere Quali-Programm

8.10.2010 Montenegro - Schweiz

12.10.2010 Schweiz – Wales

26.03.2011 Bulgarien - Schweiz

4.06.2011 England - Schweiz

6.09.2011 Schweiz - Bulgarien

7.10.2011 Wales - Schweiz

11.10.2011 Schweiz - Montenegro

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Spiele Schweiz-England der letzten 30 Jahre

30. 5. 1981, Basel: 2:1-Sieg in der WM-Quali. Sulser und Scheiwiler treffen.

8. 6. 1996, London: EM-Eröffnungsspiel gegen Gastgeber England. Kubilay Türkyilmaz erzielt mit einem Elfmeter den 1:1-Ausgleich.

17. 6. 2004; Coimbra: Köbi Kuhns Schweizer verlieren ihr zweites EM-Spiel 0:3 gegen England. Rooney (damals 18), trifft zweimal. Frei bespuckt Gerrard.

6. 2. 2008, London: 87'000 sehen den 2:1-Sieg Englands im neuen Wembleystadion. Derdiyok schiesst sein erstes Nati-Tor.

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