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Krankenkasse: Leistungsstopp für 150’000 Versicherte

Im Jahr 2009 fehlten den Krankenkassen rund 762 Mio. Franken Prämien - ein neuer Rekord, wie Santésuisse-Sprecher Paul Rhyn einen Bericht der "SonntagsZeitung" bestätigte. Derzeit sind rund 150'000 Krankenkassenversicherte von einem Leistungsstopp betroffen.

Im Jahr 2008 betrug der Fehlbetrag gemäss Angaben von Santésuisse rund 718 Mio. Franken.

Es sei schwierig, Gründe für die schlechte Zahlungsmoral zu eruieren. Rhyn verweist aber auf die schlechte Wirtschaftslage im vergangenen Jahr: Die Leute hätten das Geld offenbar anderweitig eingesetzt. Dies, obwohl sozial Benachteiligte in der ganzen Schweiz Prämienverbilligungen erhielten.

Momentan laufen gegen 400’000 Personen Betreibungen, hielt der Santésuisse-Sprecher fest.

Seit 2006 können die Krankenkassen ihre Leistungen sistieren, wenn ein Versicherter seine Prämien nicht zahlt. Derzeit sind rund 150’000 Menschen von dem Leistungsstopp betroffen. Die Spitäler sitzen auf unbezahlten Rechnungen von rund 80 Mio. Franken.

Mit der Revision des Krankenversicherungsgesetzes werden die Fälle säumiger Prämienzahler neu geregelt: Im vergangenen März beschlossen die Eidgenössischen Räte, dass die Krankenkassen den Kantonen einen Teil des Geldes zurückzahlen müssen, das diese für säumige Prämienzahler vorgestreckt haben.

Gemäss der Gesetzesrevision können die Kantone Listen führen mit Personen, die wegen unbezahlter Krankenkassenprämien im Leistungsaufschub sind. Die Listen sind den Leistungserbringern, den Gemeinden und dem Kanton zugänglich. Auf der Liste erfasste Personen haben nur noch Anspruch auf Notfallversorgung.

swissinfo.ch und Agenturen

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